Beiträge zum Stichwort ‘ Welthandel ’

Zum Beispiel Politik

jetztde Klaus Werner-Lobos Wirtschaftskolumne auf jetzt.de

„Die Erneuerung der Inhalte der Politik ist der Königsweg zur Erneuerung der Macht der Politik“, sagt der Soziologe Ulrich Beck. „Es gibt also nicht nur einen idealistischen, sondern auch einen machtstrategischen Idealismus.“ Heute möchte ich zehn Vorschläge machen, wie wir mithilfe von Politik und Demokratie den Grundprinzipien Freiheit, Gleichwertigkeit und Geschwisterlichkeit wieder den Vorrang vor Ausbeutung und Profitstreben geben könnten.

Wem das zu utopisch klingt, der sei daran erinnert, dass bis vor wenigen Jahrzehnten auch Dinge wie Demokratie, Frauenwahlrecht, Gewerkschaftsrechte, Schwulenrechte oder ökologische Mindeststandards Utopien waren. (weiterlesen…)



Wie Hunger gemacht wird: “Halb Madagaskar zum Nulltarif!”

Hunger ist kein Schicksal, sondern täglicher Massenmord für die Profite multinationaler Konzerne. Hier ein aktuelles Beispiel aus der Presse von Reinhard Schanda:

Der Daewoo-Konzern sichert sich mehr als die Hälfte der anbaufähigen Fläche Madagaskars – ohne für die Pacht zu zahlen: Neues vom „freien“ Welthandel.

Der südkoreanische Konzern Daewoo Logistics pachtet 1,3 Millionen Hektar anbaufähiges Land auf Madagaskar für einen Zeitraum von 99 Jahren, um dort Mais und Palmöl anzubauen und die Ernte nach Südkorea zu verschiffen. Dadurch soll die Lebensmittelversorgung in Südkorea gesichert werden. Daewoo zahlt voraussichtlich nichts für diese Pacht; die Gegenleistung besteht allein darin, durch den Ackerbau neue Arbeitsplätze für Landarbeiter in Madagaskar zu schaffen. Madagaskar verfügt insgesamt über 2,5 Millionen Hektar anbaufähige Fläche. Daewoo sichert sich also mehr als die Hälfte der in Madagaskar verfügbaren anbaufähigen Fläche.

Madagaskar ist arm. Das World Food Programme muss schon jetzt 3,5 Prozent der Einwohner mit Lebensmitteln versorgen. Ungefähr 50 Prozent der Kinder unter drei Jahren leiden wegen unzureichender Ernährung an Entwicklungsverzögerungen. Etwa 70 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Das Durchschnittseinkommen liegt unter einem Dollar pro Tag.

Nach den Regeln der Marktwirtschaft macht es Sinn, die Produktionsmittel für Lebensmittel den Ärmsten wegzunehmen: In armen Ländern kann wegen niedrigerer Lohnkosten und niedrigerer Kosten für Grund und Boden billiger produziert werden. Am meisten Sinn macht es also, Lebensmittel in den ärmsten Ländern der Welt billig zu produzieren und in den reichsten Ländern der Welt zum dortigen Preisniveau, also viel teurer, zu verkaufen. So funktioniert Marktwirtschaft in einer Welt des liberalisierten Welthandels. Weiterlesen…



“Lasst uns in Ruhe!”

Eine Milliarde Menschen hungert, während die fruchtbaren Flächen ihrer Heimatländer für Biosprit und die Produktion von Futtermitteln für die Fleischindustrie verwendet werden. Telepolis bringt heute eine zutreffende Analyse der aktuellen Nahrungsmittelkrise und erklärt auch die geschichtlichen Hintergründe des Hungers in ärmeren Ländern: Zuerst ging es um den Export von “Kolonialwaren”, dann kam die ebenfalls auf Export ausgerichtete Industrialisierung der Landwirtschaft auf Druck der internationalen Handels- und Finanzinstitutionen, die die Bauern in die Abhängigkeit von multinationalen Lebensmittel-, Chemie- und Gentechkonzernen trieb. (weiterlesen…)