Beiträge zum Stichwort ‘ Umwelt ’

Greenpeace: Europäische Leder-Industrie profitiert von Urwaldzerstörung

via Greenpeace:

Unternehmen wie Adidas, Nike, Timberland, Clarks, Carrefour, Honda, Gucci oder IKEA profitieren von günstigem Leder aus Regionen in Brasilien, wo für extensive Rinderzucht der Urwald zerstört wird. Das ist das Ergebnis eines umfassenden Reports, den die Umweltorganisation Greenpeace zu Beginn der zweiwöchigen UN-Klimaverhandlungen in Bonn veröffentlicht hat.

So werden etwa achtzig Prozent der abgeholzten Urwaldfläche in Amazonien als Weideland für die Rinderzucht verwendet. Während das Rindfleisch überwiegend in Südamerika selbst konsumiert wird, exportiert man das Leder nach China, Italien und Vietnam. Und dort lassen die großen Schuhfirmen dann auch für den europäischen Markt produzieren.

“Wer den Urwald in Brasilien zerstört, schädigt das Klima auf der gesamten Welt“, ruft Greenpeace-Klimasprecher Niklas Schinerl in Erinnerung „Und gerade wir Europäer sollten uns die globalen Auswirkungen unseres oftmals unreflektierten Konsumverhaltens bewusst machen”, mahnt der Experte ein. “Ob beliebte Sportschuhe, unkomplizierte Fertiggerichte oder modische Handtaschen: Viele der großen Hersteller sind noch immer nicht bereit, Verantwortung in Sachen Klimaschutz zu übernehmen und damit auch der Urwaldzerstörung eine Absage zu erteilen“, kritisiert Schinerl.

Die Rinderzucht in Brasilien wächst rasant: In der vergangenen Dekade hat sich der brasilianische Rindfleisch-Export versechsfacht. Ermöglicht wird dieses Wachstum durch die geringen Kosten für Weideland, das durch die Abholzung und Brandrodung des Klima schützenden Urwaldes gewonnen wird. Schon jetzt ist Brasilien – nach China, den USA und Indonesien - der viertgrößte Treibhausgas-Emittent der Welt, und etwa drei Viertel aller brasilianischen Emissionen stammen aus der Zerstörung des Regenwaldes. Bis zum Sommer letzten Jahres wurden bereits 74 Millionen Hektar der Urwälder komplett vernichtet  - was fast einem Fünftel ihrer ursprünglichen Fläche entspricht.

Deshalb fordert Greenpeace die Industrienationen auf, einen internationalen Urwald-Fonds einzurichten, der Regenwald-Anrainern wie Brasilien ausreichend Geld für den Schutz ihrer Wälder und damit auch des globalen Klimas bietet. Insgesamt sollten die Industrieländer an die 120 Milliarden Euro jährlich für den Kampf gegen den Klimawandel bereit stellen, wobei allein dreißig Milliarden davon jedes Jahr für den Schutz der Regenwälder aufzubringen wären.



Neuer Greenpeace-Elektronikratgeber

Greenpeace International hat eine neue Ausgabe des Ratgebers Grüne Elektronik veröffentlicht. Ein schlechtes Ergebnis erzielen darin vor allem die Unternehmen HP, Lenovo und Dell. Die drei PC-Hersteller haben ihre Zusage, Polyvinylchlorid (PVC) und bromierte Flammschutzmittel (BFR) bis Ende 2009 aus ihren Produkten zu verbannen, wieder zurückgezogen und dafür einen Strafpunkt kassiert. Weiterlesen…



Greenpeace testet Fischsortiment deutscher Handelsketten

Deutsche Supermärkte und Discounter unterscheiden sich deutlich bei der Nachhaltigkeit ihres Fischsortiments. Das ist das Ergebnis des zweiten Greenpeace Supermarkt-Rankings Fisch. Während der erste Greenpeace-Test vor einem Jahr noch allen elf Handelsketten mit einer orangen Bewertung gute Ansätze bescheinigte, gehen die Bewertungen in diesem Jahr auseinander. So haben Kaufland und Norma knapp eine grüne Bewertung und somit einen guten Standard erreicht. Ihnen folgen Aldi-Süd, REWE, Lidl und Metro, die im orangen Mittelfeld liegen. Aldi-Nord und Edeka liegen erneut knapp an der Grenze zu rot. Kaiser’s Tengelmann und Netto bilden mit der roten Bewertung das Schlusslicht des Rankings. Weiterlesen…



Greenpeace Österreich: Wie ökologisch und fair sind Schokomarken?

via marktcheck.at:

Nachfolgend ist ein Überblick der Marken von Schokoladeprodukten zu finden. Es handelt sich um jene, die am häufigsten im österreichischen Handel erhältlich sind. Die Auflistung erfolgt jeweils alphabetisch nach Marke und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Es wurde überprüft, welche Schokoladenmarken ökologisch und tiergerecht produzieren und welche Zutaten aus fairem Handel einsetzen (erkennbar an den jeweiligen Gütesiegeln bzw. Prüfinstituten).

An solchen Gütesiegeln ist erkennbar wie ökologisch und fair ein Produkt hergestellt ist. Für weitere Infos zu häufigen Gütesiegeln bei Schokoladeprodukten auf die Abbildungen der Gütesiegel oder hier klicken.

Biologisch und fair

Diese Schokolademarken produzieren biologisch und fair (tragen Bio- sowie  Fairtrade-Siegel) und sind zu empfehlen (Hersteller- bzw. Vertriebsfirma in Klammer):

  • Bio Mascao (EZA Fairer Handel GmbH)
  • BioArt (BioArt AG)
  • Bonvita (Bonvita BV)
  • EZA (EZA Fairer Handel GmbH)
  • Fairetta (EZA Fairer Handel GmbH)
  • Maestrani (Schweizer Schokoladen AG)
  • Rapunzel (Rapunzel Naturkost AG)
  • Sonrisa (EZA Fairer Handel GmbH)
  • Zotter (Zotter Schokoladen Manufaktur GmbH)

Nur biologisch

Diese Schokolademarken sind aus biologischer Produktion (erkennbar am Bio-Siegel), allerdings sind faire Arbeitsbedingungen nicht garantiert, weil ein Fairtrade-Siegel fehlt (Hersteller- bzw. Vertriebsfirma in Klammer):

  • Alnatura (Alnatura GmbH)
  • Björnsted (EcoFinia GmbH)
  • Meybona (Candyport Handels GmbH)
  • Naturata (Naturata Spielberger AG)
  • Ritter Sport Bio: Vier Sorten (Ritter Sport Schokoladen GmbH)
  • Rosengarten (Mühle Hubmann GbR/Minderleinsmühle)
  • Spar Natur pur (Spar Österreichische Warenhandels-AG)
  • Vivani (EcoFinia GmbH)

Nur fair

Diese Schokolademarke wird fair produziert (erkennbar am Fairtrade-Siegel), allerdings nicht biologisch (Hersteller- bzw. Vertriebsfirma in Klammer):

  • Companera (EZA Fairer Handel GmbH)

Weder biologisch, noch fair

Die Schokoladenprodukte dieser Marken werden konventionell produziert (kein Gütesiegel), dh. es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Kakao von Kindern unter unfairen Bedingungen produziert wurde und das Trockenmilchpulver von Kühen aus Massentierhaltung stammt, die Gentech-Tierfutter gefressen haben (Hersteller- bzw. Vertriebsfirma in Klammer):

  • After Eight (Nestlé Austria Holding GmbH)
  • Amicelli (Mars Austria OG, vormals Masterfoods Austria OHG)
  • Auer (Continental Bakeries Austria GmbH, vormals Auer Blaschke)
  • Baci (Nestlé Austria Holding GmbH)
  • Balisto (Mars Austria OG, vormals Masterfoods Austria OHG)
  • Bensdorp (Kraft Foods Österreich GmbH)
  • Blaschke (Continental Bakeries Austria GmbH, vormals Auer Blaschke)
  • Bounty (Mars Austria OG, vormals Masterfoods Austria OHG)
  • Casali (Josef Manner & Comp. AG, Wien)
  • Celebrations (Mars Austria OG, vormals Masterfoods Austria OHG)
  • Chocolatier Hachez (Bremer Hachez Chocolade GmbH & Co. KG)
  • Delight (Mars Austria OG, vormals Masterfoods Austria OHG)
  • Duplo (Ferrero Österreich Handelsgesellschaft mbH)
  • Ferrero (Ferrero Österreich Handelsgesellschaft mbH)
  • Finessa (Kraft Foods Österreich GmbH)
  • Frey (Chocolat Frey AG)
  • Giotto (Ferrero Österreich Handelsgesellschaft mbH)
  • Guylian (Chocolaterie Guylian Handelsgesellschaft mbH)
  • Hauswirth (Franz Hauswirth Ges.m.b.H.)
  • Heindl (Walter Heindl GesmbH)
  • Heller (Josef Manner & Comp. AG, Wien)
  • Hofbauer (Lindt & Sprüngli Austria GmbH)
  • Ildefonso (Josef Manner & Comp. AG, Wien)
  • Kinder Schokolade (Ferrero Österreich Handelsgesellschaft mbH)
  • KitKat (Nestlé Austria Holding GmbH)
  • Knoppers (Storck GmbH)
  • Küfferle (Lindt & Sprüngli (Austria) GmbH)
  • Lindt (Lindt & Sprüngli Austria GmbH)
  • Lion (Nestlé Austria Holding GmbH)
  • Maltesers (Mars Austria OG, vormals Masterfoods Austria OHG)
  • Manner (Josef Manner & Comp. AG, Wien)
  • Mars (Mars Austria OG, vormals Masterfoods Austria OHG)
  • Merci (Storck GmbH)
  • Milka (Kraft Foods Österreich GmbH)
  • Milkinis (Kraft Foods Österreich GmbH)
  • Milky Way Mars Austria OG (vormals Masterfoods Austria OHG)
  • Mirabell (Kraft Foods Österreich GmbH)
  • Mon Chéri (Ferrero Österreich Handelsgesellschaft mbH)
  • Mozart Kugeln (Walter Heindl GesmbH)
  • M&M’s (Mars Austria OG, vormals Masterfoods Austria OHG)
  • Napoli (Josef Manner & Comp. AG, Wien)
  • Nestle (Nestlé Austria Holding GmbH)
  • Niemetz (Walter Niemetz GmbH & Co KG)
  • Nuts (Nestlé Austria Holding GmbH)
  • Pischinger (Walter Heindl GesmbH)
  • Pocket Coffee (Ferrero Österreich Handelsgesellschaft mbH)
  • Raffaelo (Ferrero Österreich Handelsgesellschaft mbH)
  • Riegelein (Hans Riegelein & Sohn GmbH & Co. KG)
  • Riesen (Storck GmbH)
  • Ritter Sport (Ritter Sport Schokoladen GmbH)
  • Rocher (Ferrero Österreich Handelsgesellschaft mbH)
  • Schogetten (Ludwig Schokolade Vertriebsges.m.b.H.)
  • Sissi Taler (Walter Heindl GesmbH)
  • Smarties (Nestlé Austria Holding GmbH)
  • Snickers (Mars Austria OG, vormals Masterfoods Austria OHG)
  • Storck (Storck GmbH)
  • Suchard (Kraft Foods Österreich GmbH)
  • Super Dickmann’s (Storck GmbH)
  • Toblerone (Kraft Foods Österreich GmbH)
  • Toffifee (Storck GmbH)
  • Trumpf (Ludwig Schokolade Vertriebsges.m.b.H.)
  • Twix (Mars Austria OG, vormals Masterfoods Austria OHG)
  • Viktor Schmidt & Söhne (Josef Manner & Comp. AG, Wien)
  • Yogurette (Ferrero Österreich Handelsgesellschaft mbH)

Wer es genau wissen will, findet bewertete Schokoladenprodukte in der marktcheck.at Datenbank. Über die Produkt- und Kategoriesuche können einzelne Produkte abgerufen werden. Diese sind nach

  • Ökologie (Inhaltsstoffe, Gentechnik, Verpackung, Transport),
  • Tierschutz und
  • sozialen Aspekten bewertet.

Diese Informationen können in Form einer Überblicksliste (zum Vergleichen der verschiedenen Produkte) sowie einer Detailansicht je Produkt abgerufen werden. Überdies gibt es Informationen, ob und welches Gütesiegel ein Produkt trägt sowie Informationen zu den Hersteller- und Vertriebsfirmen. In der Inhaltsstoffsuche können sämtliche Lebensmittelzusatzstoffe abgefragt werden. Über die Firmensuche können die Kontaktdaten der jeweiligen Firmen abgerufen werden. In der Gütesiegelsuche gibt es Infos zu den verschiedenen Siegeln.

Mehr Infos:



Plakatwerbung gegen “Klimaschwein Mercedes”


Greenpeace-Aktivisten demonstrierten in Berlin gegen die klimaschädliche Modellpolitik von Mercedes-Benz. Zehn Greenpeace-Kletterer haben den neuen Mercedes-Benz Gelaendewagen GLK auf einem grossen Werbeplakat zu einem Klimaschwein umdekoriert. Auf dem 50 mal 17 Meter grossen Plakat ist das Auto jetzt mit rosa Ohren und Schnauze zu sehen.



Greenpeace: Klimaschutz als Chance für die Weltwirtschaft

via greenpeace.de:

Erneuerbare Energien könnten sich angesichts der jetzigen Finanzkrise als echter Konjunkturmotor erweisen. Durch die Umstellung würden allein im Strombereich bis 2030 weltweit über 18 Billionen Dollar Brennstoffkosten für Kohle, Gas und Öl eingespart.

Zu diesem Ergebnis kommt das Szenario Energie [R]evolution: Ein nachhaltiger Weltenergieausblick. Greenpeace und der Europäische Dachverband der Erneuerbare-Energien-Industrie (EREC) stellten es gemeinsam am Montag in Berlin vor. Greenpeace und EREC hatten den Report beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Auftrag gegeben.

“In den letzten Wochen sind gigantische Geldmengen durch die globale Finanzkrise regelrecht verdampft”, sagt Sven Teske, Energieexperte von Greenpeace International. “Die Klimakrise trat dabei in den Hintergrund. Notwendig wären jedoch Investitionen von neun Billionen Dollar in Erneuerbare Energien. Vor allem in Deutschland könnte diese Energierevolution die Wirtschaft in Schwung bringen.”

Windkraft, Biomasse, Photovoltaik, thermische Solartechnik, Erdwärme, Meeresenergie und Wasserkraft - sie alle bieten zunehmend attraktive Möglichkeiten. Sie produzieren wenig oder gar keine Treibhausgase und beziehen ihre Energie aus nahezu unerschöpflichen natürlichen Quellen. Manche dieser Technologien sind bereits wettbewerbsfähig. Werden sie technisch weiterentwickelt, steigt auch ihre Wirtschaftlichkeit.

Investieren ohne Mehrausgaben

Wichtig: Die notwendigen Investitionen in Erneuerbare Energien und effiziente Kraft-Wärme-Kopplung stellen keine Mehrausgaben dar. Die Ausgaben wären allein schon gedeckt, weil die Brennstoffkosten der weltweiten Kohlekraftwerke wegfielen.

Ab 2030 würden laut Szenario Erneuerbare Energiequellen die Hälfte des weltweit benötigten Strombedarfs decken und weit über dieses Jahr hinaus Strom ohne zusätzliche Brennstoffkosten erzeugen. Kohle und Gas dagegen würden die Weltwirtschaft weiter belasten.

“Die Industrie der Erneuerbaren Energien kann bis 2050 weiter mit zweistelligen Zuwachsraten rechnen und dann der fossilen Industrie den Rang ablaufen”, sagt Oliver Schäfer, Policy Direktor von EREC. “Zurzeit verdoppeln sich die Erneuerbaren Energien alle drei Jahre. Windkraftanlagen sind an guten Standorten bereits heute günstiger als konventionelle Kraftwerke. Die Industrie ist bereit, die Energierevolution zu realisieren. Es gibt keine technischen und ökonomischen Hürden, sondern nur politische.”
Globaler Energiebedarf und Klimaschutz

Der Masterplan zeigt, wie der steigende Energiebedarf der Welt gedeckt werden kann, ohne den lebenswichtigen Klimaschutz zu gefährden. So wird berechnet, wie der weltweite Kohlendioxidausstoß bis 2050 halbiert werden kann. Dabei ist auch berücksichtigt, wie sich das weltweite Wirtschaftswachstum insbesondere in den Boomregionen China und Indien entwickelt.

“Mit Effizienzstandards kann der Anstieg des weltweiten Energiebedarfs gebremst werden. Die Energie, die so gespart wird, kann den wachsenden Energiehunger von Entwicklungsländern in etwa kompensieren”, so Teske.

“Wenn gleichzeitig die Erneuerbaren Energien vervierfacht werden, können wir den jährlichen Kohlendioxidausstoß reduzieren - von heute circa vier Tonnen jährlich pro Kopf auf etwa eine Tonne bis 2050 - und das bei gleichem Wirtschaftswachstum.”



Gut gemeint ist das Gegenteil von…

Vom 15. bis 28.09 2008 findet in Deutschland die Faire Woche (eigentlich ja zwei Wochen) statt. Unter dem Motto ”Doppelt gut! Bio im Fairen Handel” sind zahlreiche Veranstaltungen von Weltläden, Aktionsgruppen, Supermärkten, Kantinen und Einzelpersonen geplant - mit dem gemeinsamen Ziel, den Fairen Handel in Deutschland ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Eine scheinbar gute Idee hatte in diesem Sinne der Weblogger Christoph Harrach von karmakonsum.de (laut taz eines der führenden Medien der LOHAS-Szene, sogar mit eigener Hymne):

Er rief zum Fair-Trade-Blogkarneval und erklärte sich selbst zum Fairtrade-Man: Er werde am 15.9. einen 14-tägigen Selbstversuch starten, ob er nur von fair gehandelten Lebensmitteln leben könne - mit täglichem Video.

Die Aktion, die an etwas aufwändigere Versuche wie Supersize Me oder Ein Jahr ohne “Made in China” erinnert, wurde von vielen Bloggern wohlwollend zitiert. Doch was bedeutet das eigentlich, sich nur mit Produkten zu ernähren, die das Fairtrade-Gütesiegel tragen?

Es heißt, so gut wie ausschließlich Waren zu konsumieren, die in ärmeren, weit entfernten Ländern angebaut werden. Früher nannte man diese Waren Kolonialwaren - eben weil sie aus den kolonialisierten Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens zu uns gelangten. Und auch wenn das Fairtade-Gütesiegel bessere soziale und arbeitsrechtliche Standards für die ProduzentInnen garantiert, ist es weder sozial noch ökologisch sinnvoll, den Menschen in diesen Ländern ihre Nahrungsmittel wegzunehmen und sie über tausende Kilometer in die reichen Länder zu transportieren. Wegnehmen? Ja, wegnehmen: Denn es ist - trotz Fairtrade und damit im regionalen Vergleich besseren Löhnen - letztendlich die Armut, die zum Export zwingt, was in den meisten Ländern wiederum die Hauptursache für Hunger ist.

Bananen, Kakao, Kaffee, Tee etc. aus dem zertifizierten Fairem Handel sind eben nur die bessere Alternative, als diese Produkte “konventionell”, also von profitorientierten Importeuren zu kaufen. Sich komplett mit Kolonialwaren zu ernähren dient zwar vielleicht dem ausgeprägten Lifestyle-Bedürfnis vieler “Lohas”, ist aber letztendlich - ja, kolonialistisch. Wer wirklich “gut” konsumieren möchte, sollte so regional und ökologisch wie möglich einkaufen. Auch das wäre einen “Selbstversuch” wert - und wirklich fairtrade.



Daimler kooperiert mit RWE

Der Elektro-Smart von Daimler läuft demnächst mit RWE-Strom - und wird dadurch zum Klimasünder, protestiert Greenpeace: Ab 2009 können Smart-Fahrer an über 500 Tankstellen in Berlin ihren Wagen mit RWE-Strom aufladen - und stoßen damit 90 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft. Mit Diesel läge der Ausstoß bei 88 Gramm.

“Auch dieser Wert ist für ein Fahrzeug, das nur zwei Personen und zwei Kisten Wasser transportieren kann, noch viel zu hoch. Andere Hersteller bieten mit nur unwesentlich höheren CO2-Werten bereits Fünfsitzer an”, erklärt Marc Specowius, Verkehrsexperte bei Greenpeace. RWE gehört mit seinem vor allem auf Kohle ausgerichteten Strommix zu den klimaschädigensten Anbietern in Deutschland. Im Jahr 2006 wurden pro Kilowattstunde 752 Gramm CO2 ausgestoßen. Um ein wirklich klimafreundliches Auto auf den Markt zu bringen, hätte Daimler auf Erneuerbare Energien setzen müssen, so die UmweltschützerInnen. Weiterlesen…



Greenpeace gegen Mercedes

UmweltschützerInnen von Greenpeace protestierten heute vor der Daimler-Niederlassung in Stuttgart gegen die klimaschädliche Politik des Konzerns. Das Gelände des Autohauses wurde mit schwarz-gelben Bändern abgesperrt. Auf Schildern war zu lesen: “Sperrbezirk: Achtung Klimaschweine”. Die AktivistInnen bauten vor dem Eingang einen Luxus-Geländewagen der Mercedes-M-Klasse mit rosa Farbe, künstlicher Schnauze, Ohren und Ringelschwanz zum Klimaschwein um. Auf einem Banner forderten sie: “Mercedes-Benz - Abspecken fürs Klima!” Weiterlesen…



Bienensterben: Strafanzeige gegen BAYER-Vorstand

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) hat heute bei der Staatsanwaltschaft Freiburg Strafanzeige gegen den Vorstandsvorsitzenden der BAYER AG, Werner Wenning, eingereicht. Der Verband wirft dem BAYER-Konzern vor, über Jahre hinweg gefährliche Pestizide verkauft und dadurch verheerende Bienensterben in aller Welt in Kauf genommen zu haben. Die CBG kooperiert mit Imkern, deren Bienen im Frühjahr durch das BAYER-Pestizid Poncho vergiftet wurden.

Der Beginn der Vermarktung der BAYER-Pestizide Gaucho (Wirkstoff Imidacloprid) und Poncho (Wirkstoff Clothianidin) fällt mit dem Auftreten großer Bienensterben u.a. in Italien, der Schweiz, Deutschland, Österreich, England, Slowenien und den USA zusammen. Allein in Frankreich starben innerhalb von zehn Jahren rund 90 Milliarden Bienen, die Honigproduktion sank um bis zu 60%. Da Honigbienen außerdem den größten Teil der Blütenbestäubungen erbringen, gingen auch die Erträge von Äpfeln, Birnen und Raps zurück.

Harro Schultze, Rechtsanwalt der CBG: „Die Staatsanwaltschaft muss dringend klären, welche Bemühungen der BAYER-Konzern unternommen hat, um ein drohendes Verbot der von ihm produzierten Pflanzenschutzmittel auf dem deutschen Markt zu verhindern, nachdem in Frankreich der Verkauf längst gestoppt worden war. Es ist davon auszugehen, dass die von BAYER bei den Zulassungsbehörden eingereichten Studien derart angelegt wurden, dass die Bienengefährlichkeit der Wirkstoffe möglichst gering erschien und Pestizid-Rückstände in behandelten Pflanzen verharmlost wurden.“ Wegen der Gefährlichkeit für den Bienenbestand hatte die französische Regierung schon 1999 den Einsatz von Imidacloprid zur Saatgutbeizung von Sonnenblumen verboten. Die Zulassung des Wirkstoffs als Beizmittel von Mais wurde 2004 aufgehoben. Auch das Nachfolgeprodukt Clothianidin erhielt in Frankreich keine Zulassung.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Der Vorstandsvorsitzende von BAYER trägt persönlich eine Mit-Verantwortung für die Bienensterben in aller Welt, da die Risiken der Wirkstoffe seit mindestens zehn Jahren bekannt sind. Weitere Bienensterben können nur verhindert werden, wenn der Verkauf gefährlicher Pestizide wie Gaucho und Poncho gestoppt wird.“ BAYER hat im vergangenen Jahr mit Imidacloprid und Clothianidin fast 800 Millionen Euro umgesetzt. „In den hohen Umsatzzahlen ist der Grund zu sehen, weswegen sich das Unternehmen trotz der gravierenden Umweltschäden mit aller Macht gegen Anwendungsverbote wehrt“, so Mimkes weiter.

Die CBG stellt die Strafanzeige gemeinsam mit dem Imker Fritz Hug, dessen Bienen im Frühjahr durch Clothianidin getötet wurden. Weitere Infos…