Beiträge zum Stichwort ‘ Shell ’

jetzt.de: Zum Beispiel das gute Image der Konzerne - und wie leicht es leidet

jetztde Klaus Werner-Lobos Wirtschaftskolumne auf jetzt.de

Es war keine gute Woche für Shell: Ein US-amerikanisches Gericht will nun endlich die Mitschuld des Ölkonzerns am Tod des nigerianischen Menschenrechtsaktivisten Ken Saro-Wiwa prüfen. Egal wie der Prozess ausgeht: Er ist eine Gelegenheit, alle Welt an die schmutzigen Geschäfte mit korrupten Diktatoren zu erinnern. Auch Adidas trug diese Woche ein paar Imagekratzer davon. Das deutsche Unternehmen kam nicht nur wieder mal wegen ausbeuterischer Arbeitsverhältnisse in asiatischen Zulieferbetrieben ins Gerede, sondern ausgerechnet wegen einer Party in einer Nazi-Villa in Rio de Janeiro. Schön blöd.

Und auch IKEA kriegte dieser Tage ein Imageproblem. Deren Österreich-Sprecherin Barbara Riedl hat die Mailbox gestrichen voll. Und die Schnauze offenbar auch. „Ich kann mich vor E-Mails kaum erwehren. Wir kommen da völlig unschuldig zum Handkuss“, beschwert sie sich mir gegenüber am Telefon. Hunderte Protestmails haben ihr Postfach zum Überlaufen gebracht. Beschert haben ihr das die AktivistInnen der „Clean Clothes Kampagne“, die dann zu allem Überfluss noch bemängelten, dass Ikea nicht auf die Proteste reagiere – dabei hatten die doch selbst das Mailsystem lahmgelegt. (weiterlesen…)



Menschenrechts-Prozess gegen Shell

via Der Standard, 6.4.2009:

Bestochene Zeugen und Geld für mörderische Sicherheitskräfte in Nigeria - Öl-Gigant Shell drohen hunderte Millionen Euro Strafe

Der Öl-Gigant Shell steht im Mai wegen der Verletzung von Menschenrechten in Nigeria vor Gericht. Hunderte Millionen Euro Strafe drohen - Von Michael Möseneder

New York / Abuja - “Shell Nigeria legt größten Wert darauf … ein guter Nachbar zu sein und zu Nachhaltigkeitsinitiativen beizutragen” verkündet die nigerianische Niederlassung des Erdölkonzerns auf ihrer Homepage. Vor einem Gericht in New York muss das Unternehmen bald beweisen, dass diese hehren Ziele schon vor 14 Jahren gegolten haben - und man damals nichts mit der Hinrichtung einer Gruppe von Bürgerrechtlern um Ken Saro-Wiwa zu tun hatte.

Wie der britische Observer am Sonntag berichtete, stehen der britisch-niederländische Konzern sowie ein einzelner Manager im Mai vor einem US-Bundesgericht. Der Vorwurf: Shell soll in den 90er-Jahren Einsätze von Sicherheitskräften gegen die Einwohner des Niger-Deltas finanziert haben und beim Prozess gegen die “Ogoni 9″ Zeugen bestochen haben. (weiterlesen…)



Public Eye People’s Award 2009

Die Public Eye Awards zeigen den Akteuren der Weltwirtschaft, dass menschen- und umweltverachtende Geschäftspraktiken Konsequenzen  haben - für die davon Betroffenen, aber auch für das Firmenimage. Die übelsten Unternehmen des Jahres erhalten Schmähpreise, die vorbildlichste Initiative wird mit dem Public Eye Positive Award geehrt.

Worum geht`s?

Durch die Liberalisierung der Märkte wächst der Spielraum der Konzerne rasant. Nationale Gesetze setzen keinen ausreichenden Rahmen mehr und das freiwillige Engagement der Unternehmen ist häufig reine Imagepolitur. Ob es um die Patentierung überlebenswichtiger Medikamente geht, um rücksichtslose Rohstoffgewinnung oder die Ausbeutung von Arbeiterinnen und Arbeitern: Die Raffgier der in Davos versammelten Global Player treibt stinkende Blüten. Deshalb ist es im Kriesenjahr wichtiger denn je, dass Unternehmen ihre soziale und ökologische Verantwortung weltweit wahrnehmen.

An dieser Stelle könnt ihr darüber abstimmen, welcher Konzern neu in die Hall of Pain einzieht und den Public Eye People’s Award erhält. Die Abstimmung läuft vom 15.- 27. Januar 2009.



Moment: “Migration ist die effizienteste Entwicklungshilfe”

Maria Sterkl hat mich für die Menschenrechtsgazette Moment von SOS Mitmensch zum Thema Wirtschaftsflucht interviewt. Das komplette Magazin steht hier zum Download bereit.

Herr Werner, es hat sich ein Bild der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Norden und dem Süden verfestigt, das von einer permanenten Hilfsleistung für den Süden ausgeht. Sie behaupten aber, es verhält sich genau umgekehrt. Inwiefern profitieren wir von der Armut des Südens?

Kapital, Rohstoffe und Dienstleistungen in Form von billiger Arbeitskraft gehen aus den ärmeren Ländern in die reicheren Länder. Das macht eine enorme Summe aus. Allein die Zinszahlungen für die so genannten Schulden betragen 370 Milliarden Dollar pro Jahr. Das heißt: Der Süden leistet massive Entwicklungshilfe an den Norden – vermutlich in der Höhe von mindestens 1500 Milliarden Dollar pro Jahr. Das ist das 15-fache der weltweiten staatlichen Entwicklungshilfe. Das Geld geht in den Norden – aber die Menschen sollen nicht kommen. (weiterlesen…)