Beiträge zum Stichwort ‘ Rezension ’

FAZ: “Dieses Buch wird euch zornig machen”

Fridtjof Küchemann von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wirft dem Buch “agitatorischen Tiefschlag” und Ungenauigkeit vor, ohne allerdings selbst die Genauigkeit aufzubringen, dafür Belege anzuführen:

(…) Ganz anders geht Klaus Werner-Lobo die Sache an. Vor sieben Jahren hatte er zusammen mit Hans Weiss in einem „Schwarzbuch Markenfirmen“ internationale Konzerne mit Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung in Entwicklungsländern in Verbindung gebracht. Das angenehm sachlich gehaltene Buch erregte einiges Aufsehen. Und erstaunlicherweise hat bis heute keine der diskreditierten Firmen geklagt. Jetzt hat der Autor mit „Uns gehört die Welt!“ ein Buch veröffentlicht, um Jugendlichen Anlass und (über eine eigens eingerichtete Website) Gelegenheit zu bieten, gegen die dargestellten Missstände Stellung zu beziehen.

„Dieses Buch wird euch zornig machen“, verspricht Werner-Lobo. Und er hat recht. Als er nämlich auf der dritten Seite seines Vorworts beteuert, sein Ziel sei es, „dass ihr euch am Ende selbst eure Meinung bilden und danach handeln könnt“, ist es bereits zu spät. Gleich im ersten Absatz hat Werner-Lobo mit der schlichten Behauptung, Millionen Menschen stürben in Kriegen, „damit große Firmen Waffenhandel betreiben und an wertvolle Rohstoffe gelangen können“, einen agitatorischen Tiefschlag gelandet, von dem sich das Buch nicht mehr erholt. Zumal ihm noch ganz andere problematische Verkürzungen und Ungenauigkeiten folgen.

Gewissenlose Konzerne, korrupte Politiker, hemmungslose Superreiche: mit großer Geste führt Klaus Werner-Lobo durch das Gruselkabinett der Globalisierungskritik. Dabei ist immer noch beeindruckend, wenn der Autor schildert, wie er sogar Mitarbeiter des Bayer-Konzerns für fingierte Geschäfte mit Rohstoffen aus Afrika interessieren konnte, deren krimineller Hintergrund förmlich zu riechen war. Die juristisch offenbar stichfesten Formulierungen in kritischen Kurzporträts von zwanzig Firmen – darunter zielgruppenrelevante Konzerne wie Adidas oder H&M, Apple oder Nokia, Disney oder Mattel, Coca-Cola, McDonalds oder Nestlé – zeigen, dass Werner-Lobo durchaus mit der gebotenen Sorgfalt schreiben kann. Nur verzichtet er eben für den aktionistischen Effekt immer wieder auf Genauigkeit. Er schwächt damit sein Buch – und seine jungen Aktivisten, wenn sie sich, mit seinen Darstellungen gerüstet, im Detail widerlegen lassen müssen. Weiterlesen…



Falter: “Jenseits von Gut und Schlecht”

Robert Misik hat das Buch für die Wiener Stadtzeitung Falter rezensiert. Der kritisierte Vergleich BIP/Umsatz stammt übrigens ursprünglich vom angesehenen Washingtoner Institut für Politikstudien und wurde von mir nur aktualisiert.

Die Welt ist schlecht. Wir wussten das schon. Klaus Werner-Lobo, der Wiener Autor und Globalisierungskritiker, erinnert uns wieder einmal daran. Dabei erfahren wir viel Bekanntes, aber auch neue verstörende Details. So mokiert er sich darüber, dass Bill Gates, einer der reichsten Männer der Welt, und Warren Buffet, der reichste Mann der Welt, gefeiert werden, weil sie so viel Gutes tun. Schließlich haben sie ihr Vermögen in eine Stiftung eingebracht, die Hunger, Unterentwicklung und Massensterben in der Dritten Welt bekämpft.  Tatsächlich fließen nur die Gewinne der Stiftung in Hilfsprojekte. Diese Gewinne werden aber mit klassischen Investitionen erzielt. So ist das Stiftungskapital beispielsweise in Aktien von Pharmafirmen investiert, die ihre Patente aggressiv verteidigen – die Stiftungsgewinne werden für medizinische Projekte, etwa zur Aidsbekämpfung in Afrika, verwendet. Das Stiftungskapital ist also in „Konzerne investiert, die viele der Probleme, die die Stiftung lösen will, in Wahrheit verschlimmern“.

Klaus Werner-Lobo, der mit seinem „Schwarzbuch Markenfirmen“ bereits einen Bestseller landete, zeigt uns abermals: Wenn wir uns Klamotten kaufen, wenn wir unser Auto volltanken, uns ein neues Handy zulegen, unser Geld zur Bank tragen oder in eine Banane beißen – wir machen uns mitschuldig an Ausbeutung, Kinderarbeit, wir finanzieren Bürgerkriege.

Die Besprechung eines solchen Buches hat immer etwas leicht Unangemessenes. Was Klaus Werner-Lobo anklagt, ist tatsächlich skandalös. Andererseits: Das meiste hat man schon einmal gehört. Ein wenig vereinfacht ist seine Darstellung schon. Die lässt sich in etwa so zusammenfassen: Die großen Konzerne und Multis haben die Welt geklaut. Und das hat auf alle negative Auswirkungen. Die Globalisierung führt dazu, dass in der Ersten Welt die Jobs verlorengehen und in den Sweat-Shops der Dritten Welt die Menschen zu Hungerlöhnen arbeiten müssen.

Ganz so einfach ist die Sache natürlich nicht, aber Werner-Lobos’ Buch ist auch kein ökonomisches Sachbuch und der Autor auch kein Professor. Er ist ein Aktivist und ein Vortragskünstler. Der Hanser-Verlag hat sein Buch mit dem „Jugendbuch“-Mascherl versehen, was den Autor nicht freut, aber es ist schon recht so: Sollten Sie Kinder, Nichten oder Neffen haben, die so 13, 14 oder 15 Jahre alt sind: Kaufen Sie ihnen dieses Buch.

Natürlich könnte man gegen die empörenden Fakten, die Werner-Lobo präsentiert, den einen oder anderen Einwand formulieren. So zeigt auch er die erschütternde Rangliste der Top 100 der „größten Wirtschaftsmächte“, auf der sich beinahe so viele Staaten finden wie Konzerne. Die Botschaft: Wal-Mart kann Österreich an die Wand spielen. Freilich: Das Bruttoinlandsprodukt von Staaten ist eine völlig ­andere ­Referenzgröße als der Umsatz von Firmen. Das BIP misst alle Reichtümer, die ein Land produziert. Eine Firma dagegen, die Rohstoffe und Basisprodukte um 99 Dollar einkauft, sie weiterverarbeitet und um 100 Dollar weiterverkauft, hat einen hohen Umsatz, muss aber nicht sonderlich reich sein.

Genug der Mäkelei: Klaus Werner-Lobo referiert genügend empörende Ungerechtigkeiten, und er zeigt oft sehr anschaulich, wie sie zustandekommen. Weiterlesen…



pte: “Autor entlarvt erneut Macht und Machenschaften der Multikonzerne”

Die Nachrichtenagentur pressetext.com hat eine Rezension geschrieben, die unter anderem auch ungekürzt von Microsofts Nachrichtendienst msn übernommen wurde. Subversion im Hause Microsoft?

Wien (pte/11.10.2008/13:10) - Wem gehört eigentlich die Welt? Dieser Frage geht Autor Klaus Werner-Lobo in seinem neuen Buch “Uns gehört die Welt!”, erschienen im Hanser-Verlag, auf den Grund. “Das Buch soll in erster Linie Lust darauf machen, sich für die Belange der Welt einzusetzen”, meint der Autor im pressetext-Gespräch. Mit der Publikation knüpft der Autor an das erfolgreiche “Schwarzbuch Markenfirmen” an. Das “Schwarzbuch” wurde in zwölf Sprachen übersetzt und rangierte in Mexiko und Argentinien wochenlang in den Bestseller-Listen. Allein im deutschen Sprachraum wurden von dem Buch 150.000 Stück abgesetzt. “Das neue Buch verfolgt einen etwas anderen Ansatz. Es ist auch für Leser geeignet, die weniger über die Materie wissen und stellt die Zusammenhänge des globalen Handelns dar”, erklärt der Autor.

Das Thema ist im Prinzip gleichgeblieben: Die Globalisierung hat viele reich, manche superreich, doch die Mehrheit der Weltbevölkerung noch ärmer gemacht. Die 500 reichsten Menschen haben nach Angaben der UNO-Entwicklungsbehörde UNDP ein höheres Jahreseinkommen als die ärmsten 416 Mio. Erdenbürger zusammen. Allein Microsoft-Gründer Bill Gates besitzt mit seinem Vermögen von 58 Mrd. Dollar in etwa soviel, wie alle Einwohner der 50 ärmsten Länder zusammengerechnet in einem Jahr verdienen. “Armut ist die schlimmste Krankheit der Welt. Und obwohl es der Weltwirtschaft in den vergangenen Jahren so gut ging wie nie zuvor, sterben jedes Jahr fast elf Mio. Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Jede Stunde sterben 1.200 Kinder an Unterernährung oder an heilbaren Krankheiten, weil sie sich keine Medikamente leisten können”, schreibt der Autor.

Auf die Frage, wie diese bitteren Tatsachen dem Leser doch noch irgendwie Mut machen können, meint Werner, dass das Wissen über die Machenschaften von Konzernen und Großunternehmen ein neues Bewusstsein schaffe und dieses durchaus hilfreich sei. “Vor allem die jüngere, gut vernetzte Generation zwischen 18 und 25 Jahren ist in der Lage, sich auch multinationalen Unternehmen in den Weg zu stellen. Erfolgreich kann man das aber nur dann tun, wenn man die Zusammenhänge versteht”, meint Werner-Lobo. Es sei wirklich erschütternd, dass mit nur 350 Mrd. Dollar die schlimmsten Formen der Armut verhindert werden könnten. Die 946 Milliardäre besitzen insgesamt 3,5 Bio. Dollar.

Die Bill und Melinda Gates-Stiftung, die rund 37,6 Mrd. Dollar besitzt, kommt bei Werner-Lobo ebenfalls nicht nur positiv weg. So habe sich die Stiftung auf ihre Fahnen geheftet, den Ärmsten der Armen zu helfen. Tatsächlich würden allerdings nur fünf Prozent für gemeinnützige Projekte ausgegeben: “Während die Stiftung 1,5 Mrd. Dollar im Kampf gegen Aids ausgab, verdiente sie im Gegenzug ein Vermögen durch Aktien von Pharmafirmen wie Merck und Pfizer. Diese verkaufen ihre Aids-Medikamente so teuer, dass sie für Patienten in Afrika oder anderen armen Regionen der Welt unerschwinglich sind.” In Nigeria habe die Stiftung ein 167-Mio.-Euro Impfprogramm gegen Kinderlähmung und Masern gestartet. Ungefähr doppelt so viel habe die Stiftung allerdings in Ölkonzerne investiert, die dort die Umwelt zerstören und mit der Verbrennung von Öl hunderte giftige Substanzen freisetzen, so Werner-Lobo. Die Kinder, die vorher gegen Masern geimpft wurden, erlitten dadurch schwerste Atemwegserkrankungen, so die provokante Schlussfolgerung.

“Ich habe versucht, das Buch mit Pepp zu schreiben”, so Werner-Lobo. “Die schwarzen Schafe werden beim Namen genannt und die Zusammenhänge dadurch offensichtlich und nachvollziehbar gemacht.” Die Zukunft sieht Werner-Lobo keineswegs nur hoffnungslos. “In kleinem Rahmen konnten wir bereits mit dem Schwarzbuch Markenfirmen etwas bewegen.” Und das empfindet der Autor, der vom Spiegel gemeinsam mit Noam Chomsky, Naomi Klein, Michael Moore und Jean Ziegler zu den “Stars der alternativen Globalisierung” genannt wird, als sehr befriedigend. (Ende)



Moment: “Kann man nichts machen!”

Ob und wie wir mit partizipativer Demokratie wieder zu mehr Identifikation mit der Politik kommen, darüber berichtet die aktuelle Zeitschrift Moment der österreichischen Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch, die übrigens für den 10. Oktober zum Tag des Bleiberechts aufruft.

Moment (pdf) über “Uns gehört die Welt!”:



NDR-Zwischenruf: “Uns gehört die Welt!”

Von Andreas Brauns:

This text will be replaced



Südwind: “Wut und Lust”

“Klaus Werner-Lobo besitzt genügend Einblick in die Mechanismen der globalisierten Weltwirtschaft, um die Schuld für die Auswüchse eines wild gewordenen Kapitalismus nicht bei einzelnen habgierigen Managern oder erbarmungslosen Investmentfonds zu suchen”, schreibt das Südwind-Magazin in seiner Oktober-Ausgabe:

Vom Autor des „Schwarzbuchs Markenfirmen“ erschien soeben ein neues Buch, in dem er ganz konkret die globale Machtfrage stellt. Die Macht der Mächtigen ist eigentlich nur eine Illusion, erläuterte Klaus Werner-Lobo Südwind-Redakteur Werner Hörtner.

“Das Ziel meines neuen Buches ist zu zeigen, dass diese Macht eine Illusion ist. Der Titel ‚Uns gehört die Welt’ spielt ein bisschen damit. Das könnten ja die Konzerne sagen, denn de facto gehört die Welt, ökonomisch gesehen, den Reichsten. Laut UNO besitzen 2% der Weltbevölkerung mehr als 50% des Weltvermögens und die reichsten 10% mehr als 85%. Doch ich meine mit dem ‚uns’ uns Menschen. Wir müssen den Machtanspruch stellen.”

In seinem neuen Buch geht es dem Erfolgsautor - vom “Schwarzbuch Markenfirmen” wurden allein von der deutschen Ausgabe 150.000 Exemplare verkauft, es wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, darunter auch Chinesisch und Koreanisch - nicht nur darum, die verbrecherischen Machenschaften der größten Konzerne aufzuzeigen. Es sind zwar wieder zwanzig Firmenporträts enthalten, die “die Macht und die Machenschaften” der Herren der Welt aufzeigen, doch ist der Großteil des Umfangs Informationen über verschiedene Lebensbereiche - und deren Missbrauch durch die nimmersatten Geschäftemacher - gewidmet: Gesundheit und Pharmakonzerne, Ernährung, Mode, Spielzeug, Lebensmittel, Elektronik …

Klaus Werner hat diesmal bewusst einen anderen Zugang gesucht. “Beim ‚Schwarzbuch Markenfirmen’ war mein Motto, die Leser und Leserinnen wütend zu machen, und das hat auch gut funktioniert. Bei einigen ist allerdings angesichts der Macht der Konzerne ein Ohnmachtsgefühl entstanden. Mit dem neuen Buch versuche ich, die Wut mit Lust zu verbinden, mit der Lust zu Handeln.” Dabei wendet sich der Autor im Besonderen an jugendliche LeserInnen, die noch zugänglicher sind für den Wunsch nach Veränderung. Er hat das Buch in einer leicht verständlichen Sprache geschrieben - und diesen Anspruch auf Verständlichkeit gleich im Schreibprozess mit einer Gruppe Jugendlicher getestet. Weiterlesen…



APA: “‘Uns gehört die Welt’ - Anti-Globalisierung für Einsteiger”

Ratschläge zur Weltbesserung vom “Schwarzbuch Markenfirmen”-Autor Klaus Werner (Von Michael Anheier/APA)

Wien (APA) - “Dieses Buch wird euch zornig machen”, verspricht der Autor. Das kommt bekannt daher: 2001 hieß es im Vorwort noch “Dieses Buch wird Sie wütend machen”, als Klaus Werner und Hans Weiss ihr “Schwarzbuch Markenfirmen” herausbrachten. Es prangerte die Praktiken multinationaler Konzerne an, die - obschon meist indirekt - Kinder für sich schuften lassen und im Dienst der Profitmaximierung Umweltzerstörungen und Menschenrechtsverletzungen hinnehmen. Nun lässt Werner im Alleingang eine Art Spin-Off folgen: “Uns gehört die Welt” richtet sich - die sprachliche Adaption ließ es ahnen - primär an jugendliche Leser. Aber auch die Botschaft ist eine erweiterte: Die Multis sind nicht allein für alles Böse auf der Welt zuständig - da gibt es noch die Weltbank, den Währungsfonds und die Welthandelsorganisation. Aber wir können das ändern, denn: siehe Buchtitel. (weiterlesen…)



Sandammeer: “Pflichtlektüre für junge Menschen in den Schulen”

“‘Uns gehört die Welt!’ als Pflichtlektüre für junge Menschen in den Schulen einzuführen, könnte eine Revolution herbeiführen. Machen Sie den ersten Schritt und lesen Sie dieses Buch nicht nur selbst, sondern empfehlen es jungen Menschen weiter” schreibt das Online-Literaturmagazin Sanddammeer.



Greenpeace Magazin: “Wem gehört die Welt?”

greenpeace magazin 5.08:

Adidas, Daimler, Coca-Cola, Apple, H&M – beinahe alle namhaften Marken sind in unsaubere Geschäfte verwickelt. Der Autor stellt die Machenschaften der Multis bloß und fordert die Verbraucher in den reichen Ländern auf, sich für Menschenrechte und gegen Ungleichheit stark zu machen. Denn: „Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.“ Gut recherchiert, verständlich geschrieben, dazu kommen als Service viele Links und Aktionstipps.