Beiträge zum Stichwort ‘ Neoliberalismus ’

Zum Beispiel Freiheit

jetztde Klaus Werner-Lobos Wirtschaftskolumne auf jetzt.de

In meiner letzten Zum Beispiel-Kolumne habe ich über Globalisierung geschrieben. Genauer gesagt: Über die neoliberale Globalisierung der Marktwirtschaft. “Liberal” heißt frei, doch die neue Freiheit gilt de facto nur für den globalen Austausch von Kapital, Waren und Dienstleistungen für die Profite reicher Unternehmen.
Für Menschen allerdings gilt die Freiheit des Neoliberalismus nicht. Die meisten BewohnerInnen dieses Planeten sind den nationalen Grenzen, den nationalen Gesetzen und der Begrenztheit ihrer persönlichen Reichtümer unterworfen. Gerade diese Reichtümer aber werden einem großen Teil der Menschheit von multinationalen Konzernen weggenommen – etwa in Form von Rohstoffen, ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen, der Rückzahlung von Schulden, die korrupte Regierungen gemeinsam mit korrupten Banken angehäuft haben, oder dem Verlust ihrer Vermögen durch Finanz- und Währungskrisen. (weiterlesen…)



Zum Beispiel Globalisierung

jetztde Klaus Werner-Lobos Wirtschaftskolumne auf jetzt.de

Globalisierung bezeichnet die zunehmende weltweite Vernetzung in allen Bereichen wie Wirtschaft, Politik, Kultur und Kommunikation. Ich zum Beispiel habe Freunde und Freundinnen in Brasilien, im Kongo und Australien, mit denen ich in verschiedenen Sprachen fast gratis chatten, E-Mails verschicken und via Skype online telefonieren kann. Als Journalist kann ich im Internet auf die Archive der New York Times oder einer kleinen indischen Zeitung zugreifen, mir von Menschenrechtsgruppen in Hong Kong oder Nigeria Informationen schicken lassen und per Weblog mit Leuten auf der ganzen Welt kommunizieren. Ich lade mir die Musikfiles internationaler Bands und DJs herunter und sehe mir auf YouTube Filme aus aller Welt an. Außerdem genieße ich fair gehandelten Kaffee aus Bolivien, Schokolade aus Ghana und Bananen aus Costa Rica. Und hin und wieder steige ich in ein Flugzeug, um fremde Kulturen kennen zu lernen, obwohl ich weiß, dass das aus ökologischer Sicht gar nicht gut ist und es sich nur wenige Menschen leisten können. (weiterlesen…)



“Kernproblem” Irland: Eine historische Chance

Nach dem irischen Referendum gegen den EU-Vertrag offenbaren nun PolitikerInnen und KommentatorInnen aller möglichen Fraktionen ihren Mangel an Demokratieverständnis: Mit ihrem “Nein” habe sich die Insel mit ihren 4,3 Millionen Menschen gegen das Zukunftsprojekt einer halben Milliarde Kontinentaleuropäer gestellt, so der Tenor, und solle deshalb am besten aus der EU rausfliegen. Nicht dazugesagt wird, dass diese halbe Milliarde nie gefragt wurde, ob sie dem absichtlich unlesbaren (und von maßgeblichen EntscheidungsträgerInnen nach Eigenangaben nie gelesenen) Vertrag von Lissabon, der neoliberale und undemokratische Ziel quasi in den europäischen Verfassungsrang erhebt, zustimmen würden. Sollte man nicht gleich alle Menschen, die sich gegen die Interessen der Eliten stellen, aus der EU rauswerfen?

Mein Freund Christian Felber hat dazu im Standard einen lesenswerten Kommentar geschrieben:

Nach dem irischen „No“ zum Reformvertrag gefallen sich die EU-Granden in neoautoritären Posen und stempeln den Inselstaat zum Sündenbock. – Eine gleichermaßen symptomatische wie kurzsichtige Reaktion. (weiterlesen…)



Abstimmung über EU-Vertrag in Irland

Am 13. Dezember 2007 unterzeichneten die Regierungschefs der EU den “Vertrag von Lissabon”, der 2009 in Kraft treten soll. Dieser Vertrag soll zukünftig die Arbeit der Europäischen Union regeln. Wie auch schon die 2005 in Frankreich und den Niederlanden abgelehnte EU-Verfassung wird dieser Vertrag die aktuelle wirtschaftsliberale Ausprägung der Europäischen Union noch stärker verankern. Interessen für ein sozial ausgeglichenes Europa der Menschen fanden zu wenig oder keine Berücksichtigung. (weiterlesen…)