Beiträge zum Stichwort ‘ Microsoft ’

pte: “Autor entlarvt erneut Macht und Machenschaften der Multikonzerne”

Die Nachrichtenagentur pressetext.com hat eine Rezension geschrieben, die unter anderem auch ungekürzt von Microsofts Nachrichtendienst msn übernommen wurde. Subversion im Hause Microsoft?

Wien (pte/11.10.2008/13:10) - Wem gehört eigentlich die Welt? Dieser Frage geht Autor Klaus Werner-Lobo in seinem neuen Buch “Uns gehört die Welt!”, erschienen im Hanser-Verlag, auf den Grund. “Das Buch soll in erster Linie Lust darauf machen, sich für die Belange der Welt einzusetzen”, meint der Autor im pressetext-Gespräch. Mit der Publikation knüpft der Autor an das erfolgreiche “Schwarzbuch Markenfirmen” an. Das “Schwarzbuch” wurde in zwölf Sprachen übersetzt und rangierte in Mexiko und Argentinien wochenlang in den Bestseller-Listen. Allein im deutschen Sprachraum wurden von dem Buch 150.000 Stück abgesetzt. “Das neue Buch verfolgt einen etwas anderen Ansatz. Es ist auch für Leser geeignet, die weniger über die Materie wissen und stellt die Zusammenhänge des globalen Handelns dar”, erklärt der Autor.

Das Thema ist im Prinzip gleichgeblieben: Die Globalisierung hat viele reich, manche superreich, doch die Mehrheit der Weltbevölkerung noch ärmer gemacht. Die 500 reichsten Menschen haben nach Angaben der UNO-Entwicklungsbehörde UNDP ein höheres Jahreseinkommen als die ärmsten 416 Mio. Erdenbürger zusammen. Allein Microsoft-Gründer Bill Gates besitzt mit seinem Vermögen von 58 Mrd. Dollar in etwa soviel, wie alle Einwohner der 50 ärmsten Länder zusammengerechnet in einem Jahr verdienen. “Armut ist die schlimmste Krankheit der Welt. Und obwohl es der Weltwirtschaft in den vergangenen Jahren so gut ging wie nie zuvor, sterben jedes Jahr fast elf Mio. Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Jede Stunde sterben 1.200 Kinder an Unterernährung oder an heilbaren Krankheiten, weil sie sich keine Medikamente leisten können”, schreibt der Autor.

Auf die Frage, wie diese bitteren Tatsachen dem Leser doch noch irgendwie Mut machen können, meint Werner, dass das Wissen über die Machenschaften von Konzernen und Großunternehmen ein neues Bewusstsein schaffe und dieses durchaus hilfreich sei. “Vor allem die jüngere, gut vernetzte Generation zwischen 18 und 25 Jahren ist in der Lage, sich auch multinationalen Unternehmen in den Weg zu stellen. Erfolgreich kann man das aber nur dann tun, wenn man die Zusammenhänge versteht”, meint Werner-Lobo. Es sei wirklich erschütternd, dass mit nur 350 Mrd. Dollar die schlimmsten Formen der Armut verhindert werden könnten. Die 946 Milliardäre besitzen insgesamt 3,5 Bio. Dollar.

Die Bill und Melinda Gates-Stiftung, die rund 37,6 Mrd. Dollar besitzt, kommt bei Werner-Lobo ebenfalls nicht nur positiv weg. So habe sich die Stiftung auf ihre Fahnen geheftet, den Ärmsten der Armen zu helfen. Tatsächlich würden allerdings nur fünf Prozent für gemeinnützige Projekte ausgegeben: “Während die Stiftung 1,5 Mrd. Dollar im Kampf gegen Aids ausgab, verdiente sie im Gegenzug ein Vermögen durch Aktien von Pharmafirmen wie Merck und Pfizer. Diese verkaufen ihre Aids-Medikamente so teuer, dass sie für Patienten in Afrika oder anderen armen Regionen der Welt unerschwinglich sind.” In Nigeria habe die Stiftung ein 167-Mio.-Euro Impfprogramm gegen Kinderlähmung und Masern gestartet. Ungefähr doppelt so viel habe die Stiftung allerdings in Ölkonzerne investiert, die dort die Umwelt zerstören und mit der Verbrennung von Öl hunderte giftige Substanzen freisetzen, so Werner-Lobo. Die Kinder, die vorher gegen Masern geimpft wurden, erlitten dadurch schwerste Atemwegserkrankungen, so die provokante Schlussfolgerung.

“Ich habe versucht, das Buch mit Pepp zu schreiben”, so Werner-Lobo. “Die schwarzen Schafe werden beim Namen genannt und die Zusammenhänge dadurch offensichtlich und nachvollziehbar gemacht.” Die Zukunft sieht Werner-Lobo keineswegs nur hoffnungslos. “In kleinem Rahmen konnten wir bereits mit dem Schwarzbuch Markenfirmen etwas bewegen.” Und das empfindet der Autor, der vom Spiegel gemeinsam mit Noam Chomsky, Naomi Klein, Michael Moore und Jean Ziegler zu den “Stars der alternativen Globalisierung” genannt wird, als sehr befriedigend. (Ende)



Computer und Handys vergiften die Armen

via Greenpeace:

Kinder hocken vor offenem Feuer, umgeben von Müll und nehmen Computer, Handys und anderen aus Europa stammenden Elektroschrott auseinander. Oft schützen weder Handschuhe noch Atemmasken vor den Giften im Qualm, im Material und in der Erde. Greenpeace war vor Ort und hat zwei frei zugängliche Schrottplätze untersucht - einen in Ghanas Hauptstadt Accra und einen in Korforidua.

Fotos und Filmmaterial dokumentieren die unhaltbaren Zustände auf den Elektroschrottplätzen. Das von einem Wissenschaftler begleitete Greenpeace-Team hat auch Erd- sowie Sedimentproben genommen, auf Gifte untersucht und die Ergebnisse in einer Studie veröffentlicht.

Es ist vieles dabei: unter anderem Blei - der Gehalt ist zum Teil 100 mal höher als in nicht kontaminierter Erde -, Kadmium oder Phtalate. Alle bekannt für ihre gefährlichen Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit. Ähnliche Giftmischungen hat Greenpeace bereits auf Plätzen in China und Indien nachgewiesen.

“Viele der gefundenen Chemikalien sind hochgiftig. Einige können die Entwicklung des Fortpflanzungssystems bei Kindern beeinflussen, während andere die Entwicklung des Gehirns oder des Nervensystems beeinträchtigen können”, erklärt Dr. Kevin Brigden von Greenpeace International.

Wie kommt der Schrott nach Ghana?

Ausgegeben als Secondhand-Ware werden zum Beispiel Tausende Tonnen Elektroschrott aus Europa in Länder wie Ghana verfrachtet. Skrupellos umgehen Händler so die EU-Gesetzgebung, die zwar den Export von gefährlichem Elektroschrott verbietet - nicht aber die Ausfuhr von wieder verwertbarer Secondhand-Ware. Die meisten Geräte, die Markennamen wie Philips, Sony, Microsoft, Nokia, Dell, Canon oder Siemens tragen, sind allerdings kaputt.

“Der Großteil der Computer, die alten, überholten, Secondhand-Computer sind defekt. Warum gibt man uns Computer, die nicht funktionieren? Das ist Müllentsorgung und nichts anderes”, sagt Mike Anane, Umweltkampaigner in Ghana.

Die Computer, Fernseher und Handys werden von Arbeitern - oftmals Kindern - auf den Mülldeponien auseinandergenommen. Sie sind auf der Suche nach Wertstoffen wie Aluminium und Kupfer - fünf Kilogramm können sie für circa zwei US-Dollar verkaufen.

“Solange Elektro-Firmen giftige Substanzen nicht aus der Produktion verbannen und nicht bereit sind, Verantwortung von der Produktion bis zum Recycling zu übernehmen, wird es diese Giftdeponien weiterhin geben”, sagt Martin Hojsik, Chemieexperte von Greenpeace-International. Greenpeace fordert seit Jahren, dass die Elektrobranche Altgeräte kostenlos zurücknimmt und Recyclingprogramme entwickelt, damit unsere ausgedienten Geräte nicht die Armen dieser Welt vergiften.

Was können Verbaucher tun?

Fordern Sie Elektrogeräte-Hersteller auf, Verantwortung für ihre Geräte zu übernehmen - von der Produktion bis zum Recycling, das heißt:

  • Die Geräte müssen länger halten, leichter zu reparieren und nachzurüsten sein.
  • Giftige Chemikalien müssen für die Produktion ausgeschlossen werden.
  • Altgeräte müssen kostenlos zurückgenommen sowie funktionierende Recyclingsysteme eingerichtet werden.

Und Sie können an der Mitmachaktion von Greenpeace-International teilnehmen und Elektrofirmen auffordern, grüne Geräte zu produzieren.



EU-Parlament kritisiert europäische Menschenrechtspolitik

via netzpolitik.org: Das Europäischen Parlament hat am 8. Mai 2008 einen Entschließungs-Antrag zu dem Jahresbericht 2007 zur Menschenrechtslage in der Welt und zur Menschenrechtspolitik der Europäischen Union verabschiedet.

Das Parlament fordert dort z.B “die Kommission nachdrücklich auf, (…) dafür zu sorgen, dass die wirtschaftlichen Tätigkeiten privater EU-Unternehmen in Drittländern internationalen Menschenrechtsstandards entsprechen, insbesondere hinsichtlich der Ausbeutung natürlicher Ressourcen und der internationalen Verpflichtung, von den betroffenen örtlichen Gemeinschaften und der betroffenen indigenen Bevölkerung vorab eine Zustimmung in voller Sachkenntnis einzuholen. (more…)



Microsoft will SchülerInnen “geistiges Eigentum” beibringen

Nachdem Microsoft in der EU einige Rücklagen einstecken musste, will der Konzern jungen Deutschen nun mithilfe von Unterrichtsmaterialien sein Weltbild erklären, wie das iRights-Blog berichtet: Microsoft will Schülern “geistiges Eigentum” beibringen (und braucht selbst Nachhilfe). (more…)