Wallraff beim Brötchenlieferanten von Lidl
Bereits Anfang Mai erschien in der Zeit ein sehr lesenswerter Artikel des Undercover-Journalisten Günter Wallraff, der der Frage nachging, warum der Discounter Lidl seine Brötchen so billig verkaufen kann:
Unser täglich Brötchen
Schöne neue Arbeitswelt: Brandblasen an Armen und Händen, der ständige Kampf gegen den Schimmel und ein Chef, der seine Arbeiter wie Sklaven behandelt. ZEITmagazin-Reporter Günter Wallraff war wieder undercover unterwegs. Diesmal als Niedriglöhner in einer Fabrik, die Brötchen für Lidl backt.
Ich hätte diesem Brief, der keinen Absender und keinen Namen trug, kaum Beachtung geschenkt, wenn ich nicht schon wenige Tage nach seinem Eintreffen einen Anruf erhalten hätte, der mir von dem gleichen Umstand berichtete: dass die Arbeiter einer Backfabrik im Hunsrück unter unwürdigen Bedingungen schufteten und dass dringend Hilfe geboten sei, dies aufzudecken. Ich bat den Anrufer, mir Details und seinen Namen zu nennen, aber er sagte nur: »Wenn herauskommt, dass ich mit Ihnen gesprochen habe, werde ich fristlos entlassen. Ich wäre nicht der Erste, dem das passiert. Hier geht die Angst um.« Dann legte der Anrufer auf. Weiterlesen…




