Gute Gründe gegen das iPhone
Wie es Apple und den Handyprovidern unter tatkräftiger Mithilfe durch die Medien und leider auch vieler Weblogs gelungen ist, den konsumistischen Hype rund um das iPhone anzukurbeln, grenzt schon ans Absurde: Was an den realsozialistischen Ländern immer belächelt wurde, nämlich dass sich Menschen stundenlang anstellen mussten, um ein rares Konsumprodukt zu kaufen, gilt im Radikalkapitalismus nun plötzlich als cool. Haben die denn nichts besseres zu tun, als sich für ein rund 600 Euro teures Statussymbol zu Idioten zu machen?
Greenpeace kritisiert das iPhone für den nicht austauschbaren Akku, aber auch für die darin offenbar noch immer enthaltenen Giftstoffe. Auch in einer im Juni veröffentlichten Rangliste für Grüne Elektronik schneidet Apple schlecht ab: Abgeschlagen auf Platz 11 erhielt Apple gerade einmal 4,1 von möglichen 10 Punkten, die ein “grünes” Produkt erhalten würde. Bewertet wurden Inhaltsstoffe und Energieverbrauch der Geräte sowie die Recyclingpolitik von 18 Elektrofirmen. Über die Ausbeutung von Beschäftigten bei Apple-Lieferanten rede ich hier noch gar nicht, das lest ihr dann ab September in Uns gehört die Welt!.
Nun liefert auch die Free Software Foundation (FSF) gute Gründe gegen das iPhone (übersetzt von commonsblog):
- Das iPhone blockiert komplett freie Software. Entwickler müssen an Apple eine Steuer zahlen, Apple herrscht dann darüber wer was mit seinem Gerät machen darf und was nicht.
- Das iPhone befürwortet und unterstützt das so genannte Digital Restrictions Management (DRM) - also digitale Nutzungseinschränkungen (zugunsten der Inhaber der Monopolrechte, also Apple)
- Das iPhone verrät wo Du bist und gibt Anderen ein Instrument in die Hand, Dir ohne Dein Wissen nachzuspüren.
- Auf dem iPhone laufen keine patent- und DRM-freien Formate wie Ogg Vorbis und Theora.
- Das iPhone ist nicht die einzige Option. Es zeichnen sich bessere ab, die Deine Freiheit respektieren, Dich nicht ausspionieren, freie Medienformate abspielen und Dich freie Software nutzen lassen wie FreeRunner.
Das iPhone sei “kaputt”, und zwar “absichtlich”, schreibt die FSF, denn “theoretisch könnte es viele verschiedene Programme laufen lassen”, was durch Apple aber verhindert werde. Und selbst ohne einen Gedanken an Umweltschutz und Freie Software zu verschwenden halten manche User das neue Spielzeug mittlerweile für “absoluten Dreck”.




Berlin (19.6.08): Die Aktion „Catch the Flame“ vom Bündnis Play Fair 2008 übergab dem IOC 12.000 digitale Unterschriften - ein Zeichen gegen die Rechtlosigkeit von ArbeiterInnen bei der Herstellung von Produkten für die Olympischen Spiele.
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