Beiträge zum Stichwort ‘ Konzerne ’

Vattenfall täuscht die Öffentlichkeit beim Klimaschutz

via Greenpeace:

Vattenfall zerstört das Klima, steht auf dem Schild eines grünen Männchens, das heute auf dem Berliner Alexanderplatz eine PR-Aktion von Vattenfall stört. Der Protest richtet sich gegen die Vattenfall-Kampagne unter dem irreführenden Titel Klimaunterschrift, mit der sich der Energieerzeuger derzeit ein grünes Mäntelchen umhängen will. In der Kampagne stellt er sich europaweit als besorgten Konzern dar, dem Klimaschutz wichtig ist. Er fordert Verbraucher zum Handeln auf, steckt aber Milliarden in den Bau klimaschädlicher Kohlekraftwerke. Daher stellt Greenpeace heute eine neue Internetseite ins Netz. Unter www.klimaunterschrift-vattenfall.de persifliert die Umweltschutzorganisation die Klimaunterschrift-Kampagne und entlarvt die Desinformation. Weiterlesen…



Ausbeutung für für Nokia, Samsung, Motorola, LG, Sony Ericsson und Apples iPhone

Berlin, 24. September 2008: Eine heute veröffentlichte Studie der europäischen makeITfair-Kampagne kratzt am glänzenden Image der Elektronikindustrie. Die Studie enthüllt erschreckende Arbeitsbedingungen in asiatischen Handyfabriken: Junge Arbeiter hantieren ohne Schutzkleidung mit Chemikalien, leisten exzessive Überstunden, um ihre Grundbedürfnisse zu decken, und werden für fehlerhafte Produktion bestraft. In den Exportproduktionszonen in einigen Ländern Asiens, wo die Firmen angesiedelt sind, werden Proteste oft brutal unterdrückt. Die untersuchten Firmen liefern ihre Produkte an alle großen Handy-Firmen.

“Die Fabrikarbeiter in China und den Philippinen müssen einen hohen Preis dafür zahlen, dass wir Handys immer billiger kaufen können. Den zumeist jungen Frauen in den asiatischen Fabriken werden ihre Grundrechte vorenthalten. Oft haben sie kaum eine Chance, ihre Situation zu verbessern, da unabhängige Gewerkschaften zumeist verboten sind”, sagt Cornelia Heydenreich von Germanwatch, einer der beiden deutschen Trägerorganisationen von makeITfair.

makeITfair hat Arbeitsbedingungen in sechs Zulieferfabriken in China und den Philippinen untersucht, die Bauteile für Nokia, Samsung, Motorola, LG, Sony Ericsson und Apples iPhone herstellen. Die Studie deckt auf, dass die vorgefundenen Arbeitsbedingungen nationale Gesetze sowie Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO/ILO) verletzen. Ebenso verstoßen sie gegen die eigenen Verhaltenskodizes der Elektronikunternehmen - zum Beispiel bei den Arbeitszeiten und dem Umgang mit gefährlichen Chemikalien. (more…)



Unternehmensteuersätze weiterhin im Sinkflug

via Glocalist:

Eine jährliche Studie vergleicht weltweit die Steuersätze. Während die Unternehmensteuersätze weiterhin sinken, gewinnt die Umsatzsteuer an Bedeutung. Das ist das Ergebnis des „KPMG’s Corporate and Indirect Tax Rate Survey 2008“.

Seit 16 Jahren vergleicht KPMG Steuersätze aus rund 100 Ländern, darunter 30 OECD-Mitgliedsstaaten und alle 27 EU-Länder. Erstmals seit 1994 hat keines der untersuchten Länder seine Unternehmensteuersätze erhöht.

Unternehmensteuersatz im Sinkflug

Der durchschnittliche weltweite Unternehmensteuersatz 2008 liegt bei 25,9 Prozent und ist somit um ein knappes Prozent niedriger als im Vorjahr. Nach wie vor haben die EU-Mitgliedstaaten die niedrigste Unternehmensteuerbelastung aller Industriestaaten. Mit einem Rückgang von über 11 Prozentpunkten in den vergangenen neun Jahren sank die durchschnittliche Steuerbelastung für Kapitalgesellschaften in den EU-Mitgliedstaaten auf 23,2 Prozent. Weiterlesen…



Kinder als Versuchskaninchen

Bei Medikamententests in einer indischen Klinik kamen 49 Babys ums Leben. Nichtregierungsorganisation behaupten, dass dort neue Medikamente an Kindern aus armen und ungebildeten Familien getestet worden. Die Eltern seien gar nicht oder nur unzureichend über die Versuchsreihen informiert worden. Indien ist besonders beliebt für klinische Versuche, da die Kosten dort bis zu 60 Prozent billiger seien als in Europa. Die Auftraggeber der tödlichen Tests waren westliche Pharmafirmen, berichtet die Süddeutsche Zeitung - leider, ohne die Namen der Konzerne zu nennen. Zwei von ihnen - die Schweizer Firmen Novartis und Roche - findet man dafür in Berichten der französischen Presseagentur AFP und in der Zeitung Le Monde über den Fall.



Neue Schwarzbuch-Übersetzungen

Nach Holländisch, Spanisch, Ungarisch, Türkisch, Schwedisch, Japanisch, Bulgarisch, Russisch, Rumänisch und Koreanisch ist das Schwarzbuch Markenfirmen (von Klaus Werner & Hans Weiss) soeben auch auf Polnisch erschienen, und zwar im Verlag Wydawnictwo Hidari. Und das Schwarzbuch Öl (von Thomas Seifert und Klaus Werner) ist - nach Arabisch und Italienisch - nun auch auf Spanisch verfügbar (beim argentinischen Verlag Capital Intelecutal).



DVD Release: “China Blue”

Pünktlich zu den olympischen Spielen in Beijing veröffentlichen dieGesellschafter.de und INKOTA die DVD China Blue.

Wer stellt unsere Kleidung her? Wer trägt die Kosten für Discountkleidung zum kleinen Preis? Wie sieht eine Kleidungsfabrik von innen aus? Der Dokumentarfilm China Blue beantwortet all diese Fragen auf atemberaubende Weise.

Er porträtiert einen entscheidenden Lebensabschnitt der 17-jährigen Jasmin. Als sich Jasmins Eltern entscheiden, ihre Schwester auf ein Gymnasium zu schicken ist klar, dass Jasmin, die Protagonistin, fortan arbeiten muss. Es ist der Familie nicht möglich, beiden Kindern eine vollständige Schulbildung zu ermöglichen. Aufgrund dessen muss Jasmin von nun an ihre Familie finanziell unterstützen, um ihrer Schwester die Zukunft zu ermöglichen, von der sie selbst nur träumen darf. Die Jugendliche verlässt ihre Heimat, um in einem anderen Teil Chinas Arbeit zu finden. Schließlich findet sie Arbeit bei Lifeng, einer Jeansfabrik. Jasmin ist noch naiv und aufgeregt, als sie bei Lifeng anfängt. Mit der Zeit verliert sie jedoch aufgrund der miserablen Arbeitsverhältnisse all ihre Illusionen. Der Regisseur und Kameramann Micha X. Peled stellt sich selbst den Anspruch, der Welt das zu zeigen, was ihr von den großen Kleidungs- und Markenunternehmen vorenthalten wird. Dies sind die Arbeitsbedingungen derer, die unsere Kleidung produzieren.

Die DVD ist bei INKOTA für 7 Euro zzgl. Versandkosten erhältlich. Bestellen per Mail an cccprojekt@inkota.de oder telefonisch: +49 (30) 4289111



Bienensterben: Strafanzeige gegen BAYER-Vorstand

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) hat heute bei der Staatsanwaltschaft Freiburg Strafanzeige gegen den Vorstandsvorsitzenden der BAYER AG, Werner Wenning, eingereicht. Der Verband wirft dem BAYER-Konzern vor, über Jahre hinweg gefährliche Pestizide verkauft und dadurch verheerende Bienensterben in aller Welt in Kauf genommen zu haben. Die CBG kooperiert mit Imkern, deren Bienen im Frühjahr durch das BAYER-Pestizid Poncho vergiftet wurden.

Der Beginn der Vermarktung der BAYER-Pestizide Gaucho (Wirkstoff Imidacloprid) und Poncho (Wirkstoff Clothianidin) fällt mit dem Auftreten großer Bienensterben u.a. in Italien, der Schweiz, Deutschland, Österreich, England, Slowenien und den USA zusammen. Allein in Frankreich starben innerhalb von zehn Jahren rund 90 Milliarden Bienen, die Honigproduktion sank um bis zu 60%. Da Honigbienen außerdem den größten Teil der Blütenbestäubungen erbringen, gingen auch die Erträge von Äpfeln, Birnen und Raps zurück.

Harro Schultze, Rechtsanwalt der CBG: „Die Staatsanwaltschaft muss dringend klären, welche Bemühungen der BAYER-Konzern unternommen hat, um ein drohendes Verbot der von ihm produzierten Pflanzenschutzmittel auf dem deutschen Markt zu verhindern, nachdem in Frankreich der Verkauf längst gestoppt worden war. Es ist davon auszugehen, dass die von BAYER bei den Zulassungsbehörden eingereichten Studien derart angelegt wurden, dass die Bienengefährlichkeit der Wirkstoffe möglichst gering erschien und Pestizid-Rückstände in behandelten Pflanzen verharmlost wurden.“ Wegen der Gefährlichkeit für den Bienenbestand hatte die französische Regierung schon 1999 den Einsatz von Imidacloprid zur Saatgutbeizung von Sonnenblumen verboten. Die Zulassung des Wirkstoffs als Beizmittel von Mais wurde 2004 aufgehoben. Auch das Nachfolgeprodukt Clothianidin erhielt in Frankreich keine Zulassung.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Der Vorstandsvorsitzende von BAYER trägt persönlich eine Mit-Verantwortung für die Bienensterben in aller Welt, da die Risiken der Wirkstoffe seit mindestens zehn Jahren bekannt sind. Weitere Bienensterben können nur verhindert werden, wenn der Verkauf gefährlicher Pestizide wie Gaucho und Poncho gestoppt wird.“ BAYER hat im vergangenen Jahr mit Imidacloprid und Clothianidin fast 800 Millionen Euro umgesetzt. „In den hohen Umsatzzahlen ist der Grund zu sehen, weswegen sich das Unternehmen trotz der gravierenden Umweltschäden mit aller Macht gegen Anwendungsverbote wehrt“, so Mimkes weiter.

Die CBG stellt die Strafanzeige gemeinsam mit dem Imker Fritz Hug, dessen Bienen im Frühjahr durch Clothianidin getötet wurden. Weitere Infos…



Konzerne mit Feigenblatt

Das Online-Portal utopia.de hat eine Liste der Top Ten der  Greenwasher erstellt. So nennt man Unternehmen, die sich ein grünes Image erkaufen, um damit die graue Realität der eigenen Umweltsünden zu kaschieren. Mit gekauften Experten und Studien, ausgestattet mit Geld, Medienmacht und Beziehungen erschaffen sie die Illusion der eigenen Nachhaltigkeit.

Die ersten Plätze gingen an BP und das Deutsche Atomforum, dahinter folgen BMW, Bayer, der Deutsche Braunkohle-Industrieverein, Vattenfall, BAE Systems, Airbus & Lufthansa, Burson-Marsteller und - für viele vielleicht überraschend - die Öko-Zertifizierung. Letzere schließee nämlich weit reichende umweltschädliche Produktionsfolgen nicht aus - so trägt zum Beispiel die Urananreicherungsanlage Urenco das Emas-Zertifikat, und auch das französische Atomkraftwerk Fessenheim ist mit dem Gütesiegel ISO 14001 ausgezeichnet.



Gute Gründe gegen das iPhone

Wie es Apple und den Handyprovidern unter tatkräftiger Mithilfe durch die Medien und leider auch vieler Weblogs gelungen ist, den konsumistischen Hype rund um das iPhone anzukurbeln, grenzt schon ans Absurde: Was an den realsozialistischen Ländern immer belächelt wurde, nämlich dass sich Menschen stundenlang anstellen mussten, um ein rares Konsumprodukt zu kaufen, gilt im Radikalkapitalismus nun plötzlich als cool. Haben die denn nichts besseres zu tun, als sich für ein rund 600 Euro teures Statussymbol zu Idioten zu machen?

Greenpeace kritisiert das iPhone für den nicht austauschbaren Akku, aber auch für die darin offenbar noch immer enthaltenen Giftstoffe. Auch in einer im Juni veröffentlichten Rangliste für Grüne Elektronik schneidet Apple schlecht ab: Abgeschlagen auf Platz 11 erhielt Apple gerade einmal 4,1 von möglichen 10 Punkten, die ein “grünes” Produkt erhalten würde. Bewertet wurden Inhaltsstoffe und Energieverbrauch der Geräte sowie die Recyclingpolitik von 18 Elektrofirmen. Über die Ausbeutung von Beschäftigten bei Apple-Lieferanten rede ich hier noch gar nicht, das lest ihr dann ab September in Uns gehört die Welt!.

Nun liefert auch die Free Software Foundation (FSF) gute Gründe gegen das iPhone (übersetzt von commonsblog):

  • Das iPhone blockiert komplett freie Software. Entwickler müssen an Apple eine Steuer zahlen, Apple herrscht dann darüber wer was mit seinem Gerät machen darf und was nicht.
  • Das iPhone befürwortet und unterstützt das so genannte Digital Restrictions Management (DRM) - also digitale Nutzungseinschränkungen (zugunsten der Inhaber der Monopolrechte, also Apple)
  • Das iPhone verrät wo Du bist und gibt Anderen ein Instrument in die Hand, Dir ohne Dein Wissen nachzuspüren.
  • Auf dem iPhone laufen keine patent- und DRM-freien Formate wie Ogg Vorbis und Theora.
  • Das iPhone ist nicht die einzige Option. Es zeichnen sich bessere ab, die Deine Freiheit respektieren, Dich nicht ausspionieren, freie Medienformate abspielen und Dich freie Software nutzen lassen wie FreeRunner.

Das iPhone sei “kaputt”, und zwar “absichtlich”, schreibt die FSF, denn “theoretisch könnte es viele verschiedene Programme laufen lassen”, was durch Apple aber verhindert werde. Und selbst ohne einen Gedanken an Umweltschutz und Freie Software zu verschwenden halten manche User das neue Spielzeug mittlerweile für “absoluten Dreck”.



airberlin-Bordservice mit Wixvorlage

Von Wien nach Berlin zu fliegen ist natürlich ökologischer Wahnsinn. Dass es auch noch um ein Vielfaches billiger ist, als mit dem Zug zu fahren, ist politisch gewollte Idiotie. Doch solche Bedenken sollen zumindest heterosexuelle männliche Fluggäste der Billigfluglinie airberlin nicht plagen.

Wer sich an der Jubelmeldung über den trüblichen Gesundheitszustand des máximo lider (“Kuba libre ohne Fidel”) im airberlin-Magazin nicht genug aufgegeilt hat, kann dort auch zum Herrenmagazin Playboy greifen.

Was ich natürlich tat und eilfertig auch gleich die Playmate des Monats der allgemeinen Erbauung zuführte, indem ich sie bestimmungsgemäß an die Boardwand gepostert habe.

Die etwas ausführlicher bekleideten Stewardessen reagierten zunächst mit irritiertem Wegschauen. Erst gegen Ende des Fluges kam die Chefstewardess auf mich zu und bat mich, das Poster wieder abzunehmen: “Hier reisen immerhin auch Angehörige von Kulturen, die sich durch solche Abbildungen gestört fühlen könnten.”

Der Meinung bin ich auch.

Ganz abgesehen davon, dass weiblichen oder schwulen Fluggästen von airberlin keine entsprechenden männlichen Anschauungsobjekte angeboten werden: Wie fühlen sich wohl alleinreisende Frauen, wenn sich männliche Sitznachbarn bei airberlin-Flügen an Sexmagazinen ergötzen? Das möchte ich airberlin fragen. Und hier über allfällige Reaktionen berichten.

Update 25.8.: siehe hier.