Deutschlandradio: “Über die Strategien der Kommunikationsguerilla”
Anlässlich des Fakes der New York Times durch die Yes Men hat mich Deutschlandradio Kultur zum Thema Kommunikationsguerrilla interviewt.
Hier zum Nachhören (6:58 Minuten)
Anlässlich des Fakes der New York Times durch die Yes Men hat mich Deutschlandradio Kultur zum Thema Kommunikationsguerrilla interviewt.
Hier zum Nachhören (6:58 Minuten)
Michael Reitz vom Deutschlandfunk hat mich für ein Radiofeature über “Kommunikationsguerilla gegen Konsumkultur” interviewt (pdf-Transkript der Sendung).
Werbetafeln, beklebt mit: “Reklame verboten”. “Wir freuen uns auf Ihre nächsten Entlassungen und unsere Gehaltserhöhungen”, besagt die PR-Kampagne einer Bank. Amtliche Briefe fordern Notopfer für den Afghanistankrieg. Zeichen dafür, dass die Kommunikationsguerilla mal wieder zugeschlagen hat.
Ihr Ziel: die “subversive Kommunikation” über Konkurrenz, Leistungsdenken und Zeitgeist. Außerdem: den Konsum lächerlich zu machen, denn er bestimme nach ihrer Auffassung unser Leben.
Ihre Mittel: die spaßhafte Unterwanderung, Protest durch Chaos, “Fakes” von Werbebotschaften und politischen Verlautbarungen.
Die Guerilleros arbeiten im Verborgenen, überall in Europa. Der Autor hat sie bei Planung und Ausführung ihrer Aktionen beobachtet, beim Versuch, die Wahrheit über diejenigen zu sagen, deren Geschäft das Lügen ist.
Vor ein paar Wochen habe ich mich ja mit dem Namen Ikea Sucks als Ikea-Family-Mitglied registriert. Die Bloggerin Kirsten Brodde (danke Helge für den Hinweis) hatte eine besonders gute Idee: Sie bestellte im Online-Shop von Tchibo T-Shirts mit folgenden Aufdrucken und schaffte damit sogar eine Berichterstattung auf Spiegel online:
Danach stellte sie sich vor eine Tchibo-Filiale in Hamburg - mit ihrer Neuerwerbung und einem Schild: “Fragen Sie mich nach meinem T-Shirt!” Tchibo reagierte, so wie Nike bei einer ähnlichen Aktion, not amused. Der Fokus Kinderarbeit und der Ton der Aktivistin seien unfair, entscheidendere Missstände seien zu niedrige Löhne, die nicht zum Leben reichen oder die fehlende Gewerkschaftsfreiheit der Leute, die in Textilfabriken arbeiten. Ja, eh. Aber wieso profitiert Tchibo dann davon?
Das Interessante für mich ist, dass sich solche Aktionen mittlerweile per Weblogging wie ein Lauffeuer verbreiten. Das heißt: Mit einer guten Idee können auch Einzelpersonen und kleine Initiativen große Aufmerksamkeit für öffentliche Anliegen hervorrufen, ohne sich den Marktmechanismen klassischer Medien anzubiedern. Das stimmt eigentlich optimistisch.
Ich habe natürlich auch gleich versucht, mir bei Tchibo T-Shirts zu bestellen, doch die sind dort nun “leider bereits vergriffen”. Dafür habe ich jetzt beim Tchibo-Lieferanten Spreadshirt einen Testversuch gemacht und folgendes Motiv bestellt; mal sehen ob sie es liefern:
Update 27.6.: Spreadshirt hat mit das Teil tatsächlich geschickt. Nur: Was tu ich jetzt damit? Wenn niemand eine bessere Idee hat schenke ich es der ersten Person, die bereit ist, vor meinen Augen das Logo eines bekannten Markenartiklers aus ihrem Shirt rauszuschneiden…