Beiträge zum Stichwort ‘ Jugend ’

Junge Flüchtlinge kämpfen für Bleiberecht

via bleiberecht.at

Jugendliche ohne Grenzen organisiert Proteste gegen die Flüchtlingspolitik der BRD vom 19.-23. November 08 in Potsdam

Wenn Philipp Harpain in diesen Tagen etwas übernächtigt aussieht, dann ist er es aus einem guten Grund. Er organisiert zusammen mit Jugendliche ohne Grenzen die inzwischen sechste Gegenkonferenz zu der Konferenz der Innenminister. Die Veranstaltung mit 60 Flüchtlingen aus ganz Deutschland wird diesmal in Potsdam stattfinden.

Das diesjährige Motto ist “Bleiberecht für alle! Kinderrechte jetzt!” Zur Situation der jungen Konferenzteilnehmer erklärt Harpain: „Sie unterliegen der Residenzpflicht, d.h. sie dürfen sich im Bundesgebiet nicht frei bewegen, sondern brauchen eine Sondergenehmigung um beispielsweise von Berlin nach Potsdam zu dürfen. Sie haben ein Arbeits- und Ausbildungsverbot.“ Die UN-Kinderrechte gelten hier nur für deutsche Kinder – für Flüchtlingskinder nur eingeschränkt.

Im Jahr 2005 wandte sich der Flüchtlingsrat Berlin an das GRIPS Theater, bei dem Harpain als Theaterpädagoge arbeitet, und bat um Unterstützung in der Forderung nach einem Bleiberecht für Flüchtlinge. Das Aktionsbündnis Hier geblieben! formierte sich und das Theater brachte ein Stück über eine Klasse heraus, die sich erfolgreich gegen die Abschiebung einer Klassenkameradin gewehrt hatte. „Hier geblieben!“ tourte durch ganz Deutschland und wurde über 200 mal aufgeführt.

In der selben Zeit gründete der Jugendclub des Theaters, Banda Agita, und junge Flüchtlinge „Jugendliche Ohne Grenzen“ als eine Initiative jugendlicher Flüchtlinge verschiedener Herkunftsländer, die sich für die Rechte von Flüchtlingen einsetzen wollen. Etwa 100 Jugendliche im Alter von 15 bis 30 Jahren aus ganz Deutschland engagieren sich in diesem Verein. Die Mehrheit von ihnen ist geduldet, es gibt aber auch Jugendliche mit einem festen Aufenthaltsstatus. Den Jugendlichen ist es wichtig, sich für ihre Rechte als Geduldete einzusetzen und dafür zu kämpfen, dass sie in Deutschland bleiben können.

Mit dem Aktionsprogramm Hier geblieben! wurden bisher vom GRIPS Theater fünf bundesweite JOG-Konferenzen, sowie zahlreiche Vernetzungstreffen der Jugendlichen, zwölf bundesweite Demonstrationen, mehrere bundesweite Aktionstage und viele lokale Aktionen, darüber hinaus unzählige Diskussions- und Informationsveranstaltungen unterstützt und organisiert.

2006 waren in Nürnberg 100 JOG-AktivistInnen und tausende Demonstranten. JOG konnte im Anschluss ein Bleiberecht für einige wenige Geduldete erreichen. Noch immer aber sind viele von Abschiebung bedroht. Deshalb ist für die Jugendlichen die Arbeit noch nicht beendet.

Das Programm für Potsdam sieht ein fünftägiges Protest- und Kulturprogramm vor. Neben der Konferenz der Jugendlichen – viele davon verlassen zum ersten Mal ihr Bundesland – wird am 19.11.08 im Treffpunkt Freizeit in einer feierlichen Gala ab 19 Uhr der „Abschiebeminister 2008“ ausgezeichnet. Darüber hinaus erhält eine besondere Initiative zum Flüchtlingsschutz den Preis einer Jury, zu der der ehemalige Tatort-Kommissar und Autor Jochen Senf, sowie die bekannte Rapperin Sister Fa gehören. Verschiedene Kulturbeiträge runden den Abend ab.

Am Tag darauf folgt dann schon die Demonstration, die am Platz der Einheit um 17 Uhr ihren Anfang nehmen wird und dann den Protesten von über 100 Initiativen und Einzelpersonen, die den Aufruf unterzeichnet haben, lautstark Ausdruck geben wird.

Die JoG hofft auch dieses Jahr auf ein offenes Ohr seitens der Innenminister, um die Situation junger Flüchtlinge in Deutschland zu verbessern. Denn schon einmal ist es dem Aktionsbündnis gelungen, die Innenministerkonferenz im November 2006 in Nürnberg zu einem ersten Schritt zu bewegen. Nach den Protesten, an denen über 3000 Menschen teilnahmen, beschlossen die Innenminister eine Bleiberechtsregelung, die einigen tausend Flüchtlingen zu einer Aufenthaltsgenehmigung verhalf.



profil: “Jugend am rechten Rand”

Fast jeder zweite Österreicher unter 30 wählte FPÖ/BZÖ. Marianne Enigl und Edith Meinhart fragten mich für profil nach den Ursachen:

(…) Vergangene Woche präsentierte Buchautor Klaus Werner (u. a. „Schwarzbuch Marken“) sein jüngstes, globalisierungskritisches Werk „Uns gehört die Welt“. Darin fasst er seine Erfahrungen aus über hundert Vorträgen an Schulen zusammen. Fast in jeder Klasse säßen „Türken, Rechte und dazwischen ein paar, die sich zerrieben fühlen“, sagt er. Die Lehrer stünden hilflos daneben und beschwichtigten: „Alles nicht so schlimm.“ Doch die Jugendlichen wollten streiten, es seien „nicht einfach rechte Arschlöcher, sondern Menschen auf der Suche nach Identität und sozialer Anerkennung“. Der Einzige, der ihnen dabei über den Weg laufe, sei FPÖ-Frontmann Strache: „Der lässt sie dann zwar im Regen stehen, aber die anderen Politiker versuchen nicht einmal, die Jugendlichen abzuholen.“ Weder Grüne noch Rote hätten den Mut, sich mit den Rechten, von denen es in jeder Klasse genug gäbe, auseinanderzusetzen. So bleibt links von der Jugend jede Menge ungenützter Raum für Protest; dafür ist rechts von der Jugend nur mehr die Wand. Weiterlesen…



Ausländische Jugendliche nicht gewalttätiger als deutsche

Eine Studie widerlegt die verbreitete, gerne auch von konservativen und rechten Politikern geäußerte Meinung, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund krimineller und vor allem gewalttätiger als deutsche seien, berichtet Telepolis. Bis zum Alter von 17 Jahren haben allerdings drei Fünftel der Jugendlichen mindestens einmal eine kriminelle Tat begangen, wobei es sich allerdings meist um leichte Straftaten handelt, immerhin werden aber noch von einem Drittel auch Gewaltdelikte wie Körperverletzungen und Raubdelikte genannt. Interessant ist, dass dieses Ausreizen der Spielräume schon nach einem steilen Anstieg am Ende des Kindesalters mit 15 Jahren schon wieder zurück. Weiterlesen…



Negative Spätfolgen autoritärer Erziehung

via Telepolis:

Die Neue Zürcher Zeitung berichtet über eine Studie, die unter dem Titel “Kindheit und Jugend in der Schweiz” die Ergebnisse von 29 Forschungsprojekten zusammenfasst. Deren Kernaussage: Autoritär erzogene Kinder hegten später im Leben mehr Suizidgedanken oder konsumierten häufiger Cannabis und Tabak. Vorteilhafter sei ein partizipativer Erziehungsstil, bei dem die Kinder eine enge emotionale Bindung zu den Eltern aufwiesen und unter der Führung der Eltern Entscheide mitgestalten könnten. Partizipativ erzogene Kinder zeigten in den Hauptfächern bessere Leistungen, seien sozial kompetenter und zudem aufmerksamer und weniger aggressiv.

In einem Radiointerview brachte Studienautorin Pasqalina Perrig-Chiello das bemerkenswerte Ergebnis auf den Punkt: “Je mehr Druck Eltern auf Kinder ausüben, desto weniger zeigen sich die Kinder bereit, Leistungen zu zeigen”. Das wird wohl nicht nur für die Schweiz gelten.



Kinderarmut in Deutschland

Eine neue UNICEF-Studie und das Dossier zu “Armutsrisiken von Kindern und Jugendlichen” warnen einmal mehr vor einem Scheitern der aktiven Sozial- und Familienpolitik, berichtet Telepolis:

Die Fakten sind seit langem bekannt, und so beweist ihre stets aktualisierte Präsentation in Form groß angelegter Studien vor allem eins: Die politischen Entscheidungsträger sind in Deutschland nicht willens oder nicht fähig, zeitnah auf offenkundige Fehlentwicklungen zu reagieren, auch wenn ihnen Experten entscheidende Daten und Szenarien an die Hand geben, andere Länder mit gutem Beispiel voran gehen und sie selbst über komfortable parlamentarische Mehrheiten verfügen, die eine schnelle Beschlussfassung möglich machen sollten. Weiterlesen…



REBEL ACADEMY - Weiterbildung für Revolutionäre

via Kommunikationsguerrilla: Nach einer Messe, nun auch noch Weiterbildung … so ganz besonders pfiffige Schlaumeier die die “Generation Praktikum” von der Seite anzuquatschen weiss: Ha, ha, sei der Revolutionär Deiner selbst. Aber wer cool sein will, muss sich auch ein bisschen verarschen lassen…

“Die Rebel Academy ein führendes Weiterbildungszentrum für Revolutionäre. Im Rahmen des Theaterspektakels „JUNG: REBELLION UND MELANCHOLIE“ des Maxim Gorki Theaters Berlin sucht das Berliner Designerkollektiv anschlaege.de schnellst möglich:

Rebellen
Die Rebel Academy ist ein Freiluft-Parcours aus 10 Spielstationen, ähnlich einer Kirmes. Alle Stationen beziehen sich auf Revolutionen. Es werden Fertigkeiten vermittelt, die es erlauben, eine Revolution anzuzetteln, z.B. Barrikaden bauen, Suppe kochen, Videobotschaften absetzen. Für das Absolvieren einer Station erhält man Punkte. Wer am Ende die höchste Punktzahl erreicht, gewinnt einen Preis! (weiterlesen…)