Beiträge zum Stichwort ‘ Interview ’

Deutschlandfunk: “Mensch, willst du ewig kaufen?”

Michael Reitz vom Deutschlandfunk hat mich für ein Radiofeature über “Kommunikationsguerilla gegen Konsumkultur” interviewt (pdf-Transkript der Sendung).

Werbetafeln, beklebt mit: “Reklame verboten”. “Wir freuen uns auf Ihre nächsten Entlassungen und unsere Gehaltserhöhungen”, besagt die PR-Kampagne einer Bank. Amtliche Briefe fordern Notopfer für den Afghanistankrieg. Zeichen dafür, dass die Kommunikationsguerilla mal wieder zugeschlagen hat.

Ihr Ziel: die “subversive Kommunikation” über Konkurrenz, Leistungsdenken und Zeitgeist. Außerdem: den Konsum lächerlich zu machen, denn er bestimme nach ihrer Auffassung unser Leben.

Ihre Mittel: die spaßhafte Unterwanderung, Protest durch Chaos, “Fakes” von Werbebotschaften und politischen Verlautbarungen.

Die Guerilleros arbeiten im Verborgenen, überall in Europa. Der Autor hat sie bei Planung und Ausführung ihrer Aktionen beobachtet, beim Versuch, die Wahrheit über diejenigen zu sagen, deren Geschäft das Lügen ist.



Radio Orange: Klaus Werner-Lobo auf Radio Insieme

3. Dezember 2008
12:00bis13:00

Radio Orange 94.0: Klaus Werner-Lobo auf Radio Insieme



Ö1: Klaus Werner-Lobo in “Von Tag zu Tag”

19. November 2008
14:05bis14:45

Radio Ö1: Klaus Werner-Lobo und Manfred Drennig in der Sendung “Von Tag zu Tag”



FM4: Interview mit Klaus Werner-Lobo

Mit Claus Pirschner von FM4 sprach Klaus Werner-Lobo über verhinderte Demokratien, Erfolg durch Spaß und warum Jugendliche rechts wählen.

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taz Bremen: “Solidarität und Luxus”

Anlässlich der Buchpräsentation in Bremen hat die Bremer tageszeitung ein Interview mit mir geführt:

taz: Wie kann jemandem die Welt gehören?

Klaus Werner-Lobo, Autor und freier Journalist: Der Titel spielt mit Sprache. Die Reichsten zwei Prozent der Weltbevölkerung besitzen 50 Prozent des Weltvermögens. Die Welt gehört also eigentlich einer kleinen Elite von Konzernen. Wir als Menschen müssen aber den Anspruch haben, dass sie uns allen gehört.

Fliegen alle, die in Markenkleidung zu ihrem Vortrag kommen, raus?

Nein, wir leben in einem System, in dem es schwierig ist, sein Konsumverhalten so zu steuern, dass man fair konsumiert. Das gilt insbesondere für ökonomisch schlecht aufgestellte Menschen. Bewusster Konsum ist zwar ganz nett, reduziert aber auf die Rolle des Konsumenten. Darauf sollten wir uns nicht beschränken, sondern uns als aktive Mitglieder an der Zivilgesellschaft beteiligen.

Was macht ihr Buch mit dem Leser?

Es macht wütend. Aber es macht auch Lust. Wenn wir in einer besseren, in einer solidarischen Gesellschaft leben wollen, brauchen wir einen langen Atem, aber auch Spaß. Ich halte nichts von frustrierten Gerechtigkeitsfanatikern. Nichts macht den Herrschenden mehr Angst, als wenn wir mit Spaß an die Sache herangehen.

Mit oder ohne Luxus?

Mit! Ich mag Luxus, wenn er darin besteht, es sich gut gehen zu lassen. Beispielsweise durch ein schönes Treffen mit Freunden. Es geht nicht um Verzicht, sondern um eine ausgewählte Steigerung der Lebensqualität.

Fragen: Ascan Dieffenbach



pte: “Autor entlarvt erneut Macht und Machenschaften der Multikonzerne”

Die Nachrichtenagentur pressetext.com hat eine Rezension geschrieben, die unter anderem auch ungekürzt von Microsofts Nachrichtendienst msn übernommen wurde. Subversion im Hause Microsoft?

Wien (pte/11.10.2008/13:10) - Wem gehört eigentlich die Welt? Dieser Frage geht Autor Klaus Werner-Lobo in seinem neuen Buch “Uns gehört die Welt!”, erschienen im Hanser-Verlag, auf den Grund. “Das Buch soll in erster Linie Lust darauf machen, sich für die Belange der Welt einzusetzen”, meint der Autor im pressetext-Gespräch. Mit der Publikation knüpft der Autor an das erfolgreiche “Schwarzbuch Markenfirmen” an. Das “Schwarzbuch” wurde in zwölf Sprachen übersetzt und rangierte in Mexiko und Argentinien wochenlang in den Bestseller-Listen. Allein im deutschen Sprachraum wurden von dem Buch 150.000 Stück abgesetzt. “Das neue Buch verfolgt einen etwas anderen Ansatz. Es ist auch für Leser geeignet, die weniger über die Materie wissen und stellt die Zusammenhänge des globalen Handelns dar”, erklärt der Autor.

Das Thema ist im Prinzip gleichgeblieben: Die Globalisierung hat viele reich, manche superreich, doch die Mehrheit der Weltbevölkerung noch ärmer gemacht. Die 500 reichsten Menschen haben nach Angaben der UNO-Entwicklungsbehörde UNDP ein höheres Jahreseinkommen als die ärmsten 416 Mio. Erdenbürger zusammen. Allein Microsoft-Gründer Bill Gates besitzt mit seinem Vermögen von 58 Mrd. Dollar in etwa soviel, wie alle Einwohner der 50 ärmsten Länder zusammengerechnet in einem Jahr verdienen. “Armut ist die schlimmste Krankheit der Welt. Und obwohl es der Weltwirtschaft in den vergangenen Jahren so gut ging wie nie zuvor, sterben jedes Jahr fast elf Mio. Kinder vor ihrem fünften Geburtstag. Jede Stunde sterben 1.200 Kinder an Unterernährung oder an heilbaren Krankheiten, weil sie sich keine Medikamente leisten können”, schreibt der Autor.

Auf die Frage, wie diese bitteren Tatsachen dem Leser doch noch irgendwie Mut machen können, meint Werner, dass das Wissen über die Machenschaften von Konzernen und Großunternehmen ein neues Bewusstsein schaffe und dieses durchaus hilfreich sei. “Vor allem die jüngere, gut vernetzte Generation zwischen 18 und 25 Jahren ist in der Lage, sich auch multinationalen Unternehmen in den Weg zu stellen. Erfolgreich kann man das aber nur dann tun, wenn man die Zusammenhänge versteht”, meint Werner-Lobo. Es sei wirklich erschütternd, dass mit nur 350 Mrd. Dollar die schlimmsten Formen der Armut verhindert werden könnten. Die 946 Milliardäre besitzen insgesamt 3,5 Bio. Dollar.

Die Bill und Melinda Gates-Stiftung, die rund 37,6 Mrd. Dollar besitzt, kommt bei Werner-Lobo ebenfalls nicht nur positiv weg. So habe sich die Stiftung auf ihre Fahnen geheftet, den Ärmsten der Armen zu helfen. Tatsächlich würden allerdings nur fünf Prozent für gemeinnützige Projekte ausgegeben: “Während die Stiftung 1,5 Mrd. Dollar im Kampf gegen Aids ausgab, verdiente sie im Gegenzug ein Vermögen durch Aktien von Pharmafirmen wie Merck und Pfizer. Diese verkaufen ihre Aids-Medikamente so teuer, dass sie für Patienten in Afrika oder anderen armen Regionen der Welt unerschwinglich sind.” In Nigeria habe die Stiftung ein 167-Mio.-Euro Impfprogramm gegen Kinderlähmung und Masern gestartet. Ungefähr doppelt so viel habe die Stiftung allerdings in Ölkonzerne investiert, die dort die Umwelt zerstören und mit der Verbrennung von Öl hunderte giftige Substanzen freisetzen, so Werner-Lobo. Die Kinder, die vorher gegen Masern geimpft wurden, erlitten dadurch schwerste Atemwegserkrankungen, so die provokante Schlussfolgerung.

“Ich habe versucht, das Buch mit Pepp zu schreiben”, so Werner-Lobo. “Die schwarzen Schafe werden beim Namen genannt und die Zusammenhänge dadurch offensichtlich und nachvollziehbar gemacht.” Die Zukunft sieht Werner-Lobo keineswegs nur hoffnungslos. “In kleinem Rahmen konnten wir bereits mit dem Schwarzbuch Markenfirmen etwas bewegen.” Und das empfindet der Autor, der vom Spiegel gemeinsam mit Noam Chomsky, Naomi Klein, Michael Moore und Jean Ziegler zu den “Stars der alternativen Globalisierung” genannt wird, als sehr befriedigend. (Ende)



Telepolis: “Wie soll ein Hartz IV-Empfänger Fairtrade-Schokolade kaufen?”

von Reinhard Jellen, Telepolis 07.10.2008

Interview mit Klaus Werner-Lobo

Der Journalist Klaus Werner-Lobo landete mit dem Schwarzbuch Markenfirmen vor einiger Zeit einen globalisierungskritischen Bestseller und widmet sich mit seiner neuesten Publikation “Uns gehört die Welt! Macht und Machenschaften der Multis” sehr anschaulich den Auswirkungen der weltweiten neoliberalen Wirtschaftspolitik auf unser Alltagsleben. Dabei hat er auf die illegalen Verstrickungen der Multinationalen Konzerne sein besonderes Augenmerk gerichtet. Weiterlesen…



OÖN: “Nehmt die Welt den Multis wieder weg”

Klaus Werner-Lobo legt sich gerne mit Mächtigen an. Der Buchautor („Schwarzbuch Markenfirmen“, „Uns gehört die Welt!“) nimmt es mit milliardenschweren mulitnationalen Konzernen auf und versucht, Auswege aus der Kapitalismuskrise zu zeigen. Ein Gespräch über Geld, Gier und gesellschaftliche Gestaltung.

Von Klaus Buttinger, Oberösterreichische Nachrichten

OÖN: Konjunkturabschwung, Globalisierungsängste, Finanzkrise…. Da fühlt man sich als Einzelner oft ohnmächtig, weil alles so kompliziert ist. Ist es das denn wirklich?

Werner-Lobo: Die Dinge sind kompliziert, weil sie so vernetzt sind. Wobei die Leute, die in dieser Komplexität entscheiden, davon oft nicht mehr verstehen als wir alle. In diesem Netz gibt es Leute, die egoistische Machtinteressen vertreten. In Wahrheit ist das nicht kompliziert. Bill Clinton hätte gesagt: „It’s the economy, stupid!“ Wenn wir uns die Finanzkrise oder die Probleme in Zusammenhang mit Migration, Rassismus, Umweltzerstörung oder Arbeitsplatzverlust anschauen, stehen ökonomische Interessen dahinter, was nicht sehr kompliziert ist.

OÖN: Ökonomische Interessen, das heißt schlicht Profit?

Werner-Lobo: Ja, in den meisten Fällen, aber auch Macht und Einfluss.

OÖN: Und wer sind nun die Bösen im System der Ökonomie?

Werner-Lobo: Man kann nicht sagen: die bösen Reichen und die guten Armen. Aber man kann sagen: Das System, in dem wir leben, ist so gestaltet, dass es nicht mehr den Interessen der Menschen dient, nicht einmal mehr den der Reichen. Es gibt Studien, wonach ab einem gewissen Reichtum das selbst empfundene Unglück der Reichen steigt und psychopathologische Krankheiten bei Managern oder Superreichen gehäuft auftreten. Böse ist eine Ideologie, die sich heute mit dem Spruch von Saturn „Geiz ist geil“ benennen lässt. (weiterlesen…)



Die Furche: “Es geht mir nicht um Schuldige”

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© Furche Nr. 40/2. Oktober 2008