Beiträge zum Stichwort ‘ Globalisierung ’

Zum Beispiel Globalisierung

jetztde Klaus Werner-Lobos Wirtschaftskolumne auf jetzt.de

Globalisierung bezeichnet die zunehmende weltweite Vernetzung in allen Bereichen wie Wirtschaft, Politik, Kultur und Kommunikation. Ich zum Beispiel habe Freunde und Freundinnen in Brasilien, im Kongo und Australien, mit denen ich in verschiedenen Sprachen fast gratis chatten, E-Mails verschicken und via Skype online telefonieren kann. Als Journalist kann ich im Internet auf die Archive der New York Times oder einer kleinen indischen Zeitung zugreifen, mir von Menschenrechtsgruppen in Hong Kong oder Nigeria Informationen schicken lassen und per Weblog mit Leuten auf der ganzen Welt kommunizieren. Ich lade mir die Musikfiles internationaler Bands und DJs herunter und sehe mir auf YouTube Filme aus aller Welt an. Außerdem genieße ich fair gehandelten Kaffee aus Bolivien, Schokolade aus Ghana und Bananen aus Costa Rica. Und hin und wieder steige ich in ein Flugzeug, um fremde Kulturen kennen zu lernen, obwohl ich weiß, dass das aus ökologischer Sicht gar nicht gut ist und es sich nur wenige Menschen leisten können. (weiterlesen…)



Public Eye People’s Award 2009

Die Public Eye Awards zeigen den Akteuren der Weltwirtschaft, dass menschen- und umweltverachtende Geschäftspraktiken Konsequenzen  haben - für die davon Betroffenen, aber auch für das Firmenimage. Die übelsten Unternehmen des Jahres erhalten Schmähpreise, die vorbildlichste Initiative wird mit dem Public Eye Positive Award geehrt.

Worum geht`s?

Durch die Liberalisierung der Märkte wächst der Spielraum der Konzerne rasant. Nationale Gesetze setzen keinen ausreichenden Rahmen mehr und das freiwillige Engagement der Unternehmen ist häufig reine Imagepolitur. Ob es um die Patentierung überlebenswichtiger Medikamente geht, um rücksichtslose Rohstoffgewinnung oder die Ausbeutung von Arbeiterinnen und Arbeitern: Die Raffgier der in Davos versammelten Global Player treibt stinkende Blüten. Deshalb ist es im Kriesenjahr wichtiger denn je, dass Unternehmen ihre soziale und ökologische Verantwortung weltweit wahrnehmen.

An dieser Stelle könnt ihr darüber abstimmen, welcher Konzern neu in die Hall of Pain einzieht und den Public Eye People’s Award erhält. Die Abstimmung läuft vom 15.- 27. Januar 2009.



Wie Hunger gemacht wird: “Halb Madagaskar zum Nulltarif!”

Hunger ist kein Schicksal, sondern täglicher Massenmord für die Profite multinationaler Konzerne. Hier ein aktuelles Beispiel aus der Presse von Reinhard Schanda:

Der Daewoo-Konzern sichert sich mehr als die Hälfte der anbaufähigen Fläche Madagaskars – ohne für die Pacht zu zahlen: Neues vom „freien“ Welthandel.

Der südkoreanische Konzern Daewoo Logistics pachtet 1,3 Millionen Hektar anbaufähiges Land auf Madagaskar für einen Zeitraum von 99 Jahren, um dort Mais und Palmöl anzubauen und die Ernte nach Südkorea zu verschiffen. Dadurch soll die Lebensmittelversorgung in Südkorea gesichert werden. Daewoo zahlt voraussichtlich nichts für diese Pacht; die Gegenleistung besteht allein darin, durch den Ackerbau neue Arbeitsplätze für Landarbeiter in Madagaskar zu schaffen. Madagaskar verfügt insgesamt über 2,5 Millionen Hektar anbaufähige Fläche. Daewoo sichert sich also mehr als die Hälfte der in Madagaskar verfügbaren anbaufähigen Fläche.

Madagaskar ist arm. Das World Food Programme muss schon jetzt 3,5 Prozent der Einwohner mit Lebensmitteln versorgen. Ungefähr 50 Prozent der Kinder unter drei Jahren leiden wegen unzureichender Ernährung an Entwicklungsverzögerungen. Etwa 70 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Das Durchschnittseinkommen liegt unter einem Dollar pro Tag.

Nach den Regeln der Marktwirtschaft macht es Sinn, die Produktionsmittel für Lebensmittel den Ärmsten wegzunehmen: In armen Ländern kann wegen niedrigerer Lohnkosten und niedrigerer Kosten für Grund und Boden billiger produziert werden. Am meisten Sinn macht es also, Lebensmittel in den ärmsten Ländern der Welt billig zu produzieren und in den reichsten Ländern der Welt zum dortigen Preisniveau, also viel teurer, zu verkaufen. So funktioniert Marktwirtschaft in einer Welt des liberalisierten Welthandels. Weiterlesen…



ORF Club 2: “Bildung, Bildung, Bildung, Bildung…”

Von der Finanzkrise zur Weltkrise? Hier ein paar Ausschnitte aus dem Club 2 zum Thema:

Hier die komplette Sendung in zehn Teilen: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10



Graz: Buchpräsentation “Uns gehört die Welt!”

29. Oktober 2008
19:30bis22:00

Buchpräsentation “Uns gehört die Welt!” für ISOP

Ort: ISOP, Dreihackengasse 2, 8020 Graz



Moment: “Migration ist die effizienteste Entwicklungshilfe”

Maria Sterkl hat mich für die Menschenrechtsgazette Moment von SOS Mitmensch zum Thema Wirtschaftsflucht interviewt. Das komplette Magazin steht hier zum Download bereit.

Herr Werner, es hat sich ein Bild der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Norden und dem Süden verfestigt, das von einer permanenten Hilfsleistung für den Süden ausgeht. Sie behaupten aber, es verhält sich genau umgekehrt. Inwiefern profitieren wir von der Armut des Südens?

Kapital, Rohstoffe und Dienstleistungen in Form von billiger Arbeitskraft gehen aus den ärmeren Ländern in die reicheren Länder. Das macht eine enorme Summe aus. Allein die Zinszahlungen für die so genannten Schulden betragen 370 Milliarden Dollar pro Jahr. Das heißt: Der Süden leistet massive Entwicklungshilfe an den Norden – vermutlich in der Höhe von mindestens 1500 Milliarden Dollar pro Jahr. Das ist das 15-fache der weltweiten staatlichen Entwicklungshilfe. Das Geld geht in den Norden – aber die Menschen sollen nicht kommen. (weiterlesen…)



Ethiker: “CSR und Wirtschaftsethik im Gespräch”

Die Online-Tageszeitung Ethiker hat nicht nur ausführlich über meinen Vortrag in Görlitz berichtet, sondern dort auch ein umfangreiches Interview mit mir geführt, das nun online ist:

Ich möchte mit der Frage beginnen, ob sie die beschriebenen Praktiken genannter Firmen im Buch auch verstehen können als ein temporäres Phänomen bezüglich etablierten Wirtschaftsgebarens hinsichtlich des Übergangs von einzelwirtschaftlichem Handeln hin zu globalem Handeln. Etwas salopp: Glauben sie, dass die Globalisierungsbewegung erst noch erwachsen werden muss?

Nein, sie sprechen hier zwei verschiedene Sachen an. Das, was die Konzerne machen, ist einfach das, was immer schon gemacht wurde im Kapitalismus, nur der hat sich jetzt globalisiert und globalisiert heißt, es gibt keine Grenzen mehr – weder räumliche, noch zeitliche noch logistische - es ist alles schneller – und mit Hilfe des Internets- ist es anonymer geworden. Es gibt keine globalen Regeln. (weiterlesen…)



„Globalisierung fair gestalten - Heiligendamm +1“ vom 6.-8. Juni 2008 in Rostock

Neues Deutschland, 31.5.08:

Ziemlich genau ein Jahr liegt der Gipfel der acht führenden Industriestaaten in Heiligendamm zurück. Zeitgleich fand in Rostock der Alternativgipfel statt mit zahlreichen Diskussionsforen für eine gerechte, friedliche und nachhaltige Globalisierung, der jedoch von den gewalttätigen Ausschreitungen in Rostock überschattet wurde.

Was ist aus den Forderungen der Globalisierungskritiker - verbindliche Klimaschutzziele, Entwicklung von Kontrollmechanismen für Hedge Fonds - geworden? Mehrere Organisationen wie das Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V, das Ökohaus Rostock, Soziale Bildung e.V., der BUND Rostock, die Heinrich-Böll-Stiftung M-V, die Bündnisgrünen MV und attac wollen diesen Fragen vom 6. bis 8. Juni 2008 in Rostock unter dem Motto ”HEILIGENDAMM+1. Globalisierung fair gestalten” nachgehen.

Den Auftakt bestreiten die bekannten Journalisten Klaus Werner (Bestsellerautor „Schwarzbuch Markenfirmen”) und Toralf Staud (Autor „Wir Klimaretter“) am Freitag, dem 6. Juni 2008 ab 18 Uhr im MAU-Club im Rostocker Stadthafen. (weiterlesen…)



“Entwicklungshilfe” an die Industrieländer

Weil es noch immer Menschen gibt, die glauben, die Industrieländer würden den Entwicklungsländern helfen, hier ein paar Zahlen, zusammengestellt von Attac Schweiz auf der Grundlage von Berechnungen von Raymond Baker, Richard Murphy, Alex Cobham und Matti Kohonen: (weiterlesen…)



“Lasst uns in Ruhe!”

Eine Milliarde Menschen hungert, während die fruchtbaren Flächen ihrer Heimatländer für Biosprit und die Produktion von Futtermitteln für die Fleischindustrie verwendet werden. Telepolis bringt heute eine zutreffende Analyse der aktuellen Nahrungsmittelkrise und erklärt auch die geschichtlichen Hintergründe des Hungers in ärmeren Ländern: Zuerst ging es um den Export von “Kolonialwaren”, dann kam die ebenfalls auf Export ausgerichtete Industrialisierung der Landwirtschaft auf Druck der internationalen Handels- und Finanzinstitutionen, die die Bauern in die Abhängigkeit von multinationalen Lebensmittel-, Chemie- und Gentechkonzernen trieb. (weiterlesen…)