Beiträge zum Stichwort ‘ Globalisierung ’

Moment: “Migration ist die effizienteste Entwicklungshilfe”

Maria Sterkl hat mich für die Menschenrechtsgazette Moment von SOS Mitmensch zum Thema Wirtschaftsflucht interviewt. Das komplette Magazin steht hier zum Download bereit.

Herr Werner, es hat sich ein Bild der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Norden und dem Süden verfestigt, das von einer permanenten Hilfsleistung für den Süden ausgeht. Sie behaupten aber, es verhält sich genau umgekehrt. Inwiefern profitieren wir von der Armut des Südens?

Kapital, Rohstoffe und Dienstleistungen in Form von billiger Arbeitskraft gehen aus den ärmeren Ländern in die reicheren Länder. Das macht eine enorme Summe aus. Allein die Zinszahlungen für die so genannten Schulden betragen 370 Milliarden Dollar pro Jahr. Das heißt: Der Süden leistet massive Entwicklungshilfe an den Norden – vermutlich in der Höhe von mindestens 1500 Milliarden Dollar pro Jahr. Das ist das 15-fache der weltweiten staatlichen Entwicklungshilfe. Das Geld geht in den Norden – aber die Menschen sollen nicht kommen. (more…)



Ethiker: “CSR und Wirtschaftsethik im Gespräch”

Die Online-Tageszeitung Ethiker hat nicht nur ausführlich über meinen Vortrag in Görlitz berichtet, sondern dort auch ein umfangreiches Interview mit mir geführt, das nun online ist:

Ich möchte mit der Frage beginnen, ob sie die beschriebenen Praktiken genannter Firmen im Buch auch verstehen können als ein temporäres Phänomen bezüglich etablierten Wirtschaftsgebarens hinsichtlich des Übergangs von einzelwirtschaftlichem Handeln hin zu globalem Handeln. Etwas salopp: Glauben sie, dass die Globalisierungsbewegung erst noch erwachsen werden muss?

Nein, sie sprechen hier zwei verschiedene Sachen an. Das, was die Konzerne machen, ist einfach das, was immer schon gemacht wurde im Kapitalismus, nur der hat sich jetzt globalisiert und globalisiert heißt, es gibt keine Grenzen mehr – weder räumliche, noch zeitliche noch logistische - es ist alles schneller – und mit Hilfe des Internets- ist es anonymer geworden. Es gibt keine globalen Regeln. (more…)



„Globalisierung fair gestalten - Heiligendamm +1“ vom 6.-8. Juni 2008 in Rostock

Neues Deutschland, 31.5.08:

Ziemlich genau ein Jahr liegt der Gipfel der acht führenden Industriestaaten in Heiligendamm zurück. Zeitgleich fand in Rostock der Alternativgipfel statt mit zahlreichen Diskussionsforen für eine gerechte, friedliche und nachhaltige Globalisierung, der jedoch von den gewalttätigen Ausschreitungen in Rostock überschattet wurde.

Was ist aus den Forderungen der Globalisierungskritiker - verbindliche Klimaschutzziele, Entwicklung von Kontrollmechanismen für Hedge Fonds - geworden? Mehrere Organisationen wie das Eine-Welt-Landesnetzwerk M-V, das Ökohaus Rostock, Soziale Bildung e.V., der BUND Rostock, die Heinrich-Böll-Stiftung M-V, die Bündnisgrünen MV und attac wollen diesen Fragen vom 6. bis 8. Juni 2008 in Rostock unter dem Motto ”HEILIGENDAMM+1. Globalisierung fair gestalten” nachgehen.

Den Auftakt bestreiten die bekannten Journalisten Klaus Werner (Bestsellerautor „Schwarzbuch Markenfirmen”) und Toralf Staud (Autor „Wir Klimaretter“) am Freitag, dem 6. Juni 2008 ab 18 Uhr im MAU-Club im Rostocker Stadthafen. (more…)



“Entwicklungshilfe” an die Industrieländer

Weil es noch immer Menschen gibt, die glauben, die Industrieländer würden den Entwicklungsländern helfen, hier ein paar Zahlen, zusammengestellt von Attac Schweiz auf der Grundlage von Berechnungen von Raymond Baker, Richard Murphy, Alex Cobham und Matti Kohonen: (more…)



“Lasst uns in Ruhe!”

Eine Milliarde Menschen hungert, während die fruchtbaren Flächen ihrer Heimatländer für Biosprit und die Produktion von Futtermitteln für die Fleischindustrie verwendet werden. Telepolis bringt heute eine zutreffende Analyse der aktuellen Nahrungsmittelkrise und erklärt auch die geschichtlichen Hintergründe des Hungers in ärmeren Ländern: Zuerst ging es um den Export von “Kolonialwaren”, dann kam die ebenfalls auf Export ausgerichtete Industrialisierung der Landwirtschaft auf Druck der internationalen Handels- und Finanzinstitutionen, die die Bauern in die Abhängigkeit von multinationalen Lebensmittel-, Chemie- und Gentechkonzernen trieb. (more…)



Olympiareife CSR

Die Olympischen Spiele in China bringen wenigstens ein bisschen mediale Aufmerksamkeit für ein paar Menschenrechts-Facts, die sonst gerne ignoriert werden, weil man mit der kommukapitalistischen Diktatur so gut Geschäfte machen kann.

Human Rights Watch hat einen Bericht über die 12 Hauptsponsoren der Spiele veröffentlicht. Darunter Coca-Cola, Johnson & Johnson, Kodak, Lenovo, McDonald’s, Panasonic, Samsung und Visa. Kernaussage: Deren Bekenntnisse zur Sozialen Unternehmensverantwortung (CSR) seien nichts als heiße Luft: (more…)



Über diese Seite

Willkommen auf der Vernetzungsplattform zum Buch Uns gehört die Welt! Macht und Machenschaften der Multis von Klaus Werner-Lobo, das im September 2008 im Carl Hanser Verlag erscheint. Die Welt wird von multinationalen Konzernen und Multimillionären als Ware betrachtet, mit der man Profite machen kann. Menschenrechte, Demokratie, Wohlstand und eine gesunde Umwelt bleiben dabei auf der Strecke. Jetzt geht es darum, dass wir aufstehen und sagen: Das ist unsere Welt, wir lassen uns nicht verkaufen! Und schon gar nicht lassen wir uns für dumm verkaufen! (more…)



Buchempfehlung: Neue Werte

Christian Felber: Neue Werte für die Wirtschaft. Eine Alternative zu Kommunismus und Kapitalismus. Deuticke 2008

Christian Felber hat soeben sein opus magnum veröffentlicht, in dem er nichts weniger als ein neues Wirtschaftssystem jenseits von Kommunismus und Kapitalismus ausrufen möchte. Sein Ziel: Dass in der Wirtschaft dieselben humanen Werte gelten mögen wie in zwischenmenschlichen Beziehungen. Das ist nicht alles neu und findet sich zum Beispiel bereits in anarchistischen Theorien, auch wenn diese im Buch (warum eigentlich nicht?) keine Erwähnung finden.

Minutiös und mit einer fast unpackbaren Fülle an Beispielen und Zitaten belegt Christian, dass der Kapitalismus seine eigenen Versprechen wie Freiheit und Wohlstand nicht einlöst und dass seine Grundpfeiler wie Wettbewerb und Gewinnstreben konsequenterweise menschliches Leid und die Zerstörung des Planeten verursachen. Stattdessen fordert der Autor politische und gesetzliche Rahmenbedingungen, die das Gemeinwohl anstelle des Profitdenkens als oberstes Ziel des Wirtschaftens (”Werte schaffens”) setzen sollen.

Das Buch ist schon wegen seiner überaus klaren Argumentation lesenswert, und ebenso weil es dankenswerterweise auch “soziale Marktwirtschaft” und “Corporate Social Responsibility” als das entlarvt, was sie sind: halbschwanger. Keine Antwort wird man auf die Frage finden, auf welche Weise das herrschende System das Feld räumen soll, um den Vorschlägen des Autors Platz zu machen. Gutes Zureden allein wird wohl nicht reichen.



Immer mehr Superreiche

Der Aktienbesitzer Warren Buffett ist also nun - vor dem Vorjahrssieger Carlos Slim Helú und dem langjährigen Listenersten Bill Gates - der reichste Mann der Welt. 62 Milliarden US-Dollar nennt der 77jährige laut der neuesten Forbes-Liste der Milliardäre sein eigen. Das ist in etwa so viel (oder wenig), wie alle Staaten der Welt gemeinsam jährlich für Entwicklungshilfe ausgeben. Beziehungsweise soviel (oder wenig), wie alle EinwohnerInnen der ärmsten 50 Länder der Erde gemeinsam pro Jahr verdienen. (more…)



The story of stuff

Hier die Vollwersion: www.storyofstuff.com