foodwatch-Report “Klimaretter Bio?”
Die Landwirtschaft ist für mehr als 13 Prozent der in Deutschland ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich. Trotzdem ignoriere die Politik diesen Bereich bisher, kritisiert die Verbraucherorganisation foodwatch. Sie hat wissenschaftlich untersuchen lassen, wo in der Landwirtschaft die meisten Treibhausgase entstehen und wie sie reduziert werden können. Und gefragt: Ist Bio-Essen besser für das Klima?
Wer Bioprodukte kauft, schützt auch das Klima - so denken vermutlich viele Verbraucher. Aber ist das wirklich richtig? Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) hat untersucht, was die herkömmliche und die ökologische Landwirtschaft jeweils zum Treibhauseffekt beitragen. Die Ergebnisse hat foodwatch in dem Report “Klimaretter Bio?” zusammengefasst.
Ergebnis der Studie: Die Landwirtschaft verursacht in Deutschland annähernd so viele klimaschädliche Gase wie der Straßenverkehr, nämlich 13 Prozent der Treibhausgase insgesamt. Sowohl konventionelle als auch ökologische Landwirtschaft tragen dabei erheblich zum Treibhauseffekt bei. Die ökologische Landwirtschaft verursacht zwar rund 15 bis 20 Prozent weniger Treibhausgase. In der Milch- und Rindfleischproduktion schneiden Bio-Bauern aber teilweise schlechter ab als konventionelle Tierhalter. Wer Bioprodukte kauft, ernährt sich deshalb nicht automatisch klimaschonend. Wichtiger für die persönliche Klimabilanz ist, wieviel Rindfleisch- und Milchprodukte ein Mensch isst.
Treibhausgase könnten um 60 Prozent gesenkt werden
Die Landwirtschaft bietet enorme Möglichkeiten für den Klimaschutz: Der Ausstoß an Treibhausgasen könnte um 60 Prozent gesenkt werden, das wären 80 Millionen Tonnen CO2 jährlich. Die einfachste Maßnahme wäre der Stopp der Nutzung von Moorböden. Schon allein dadurch ließen sich 30 Prozent der Treibhausgase einsparen. Weitere 20 Prozent würde die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft bringen. Um den Treibhausgas-Ausstoß aber langfristig zu senken, müsste die Produktion von Fleisch und Milch vermindert werden, denn vor allem die Rinderhaltung ist sehr klimaschädlich.
Um die enormen Einsparmöglichkeiten in der Landwirtschaft zu nutzen, reicht es nicht, wenn jeder persönlich Konsequenzen zieht und weniger Fleisch und Milchprodukte ist, betont foodwatch. Die Politik sei aufgefordert, die Regeln zu ändern: Agrarpolitik muss Teil der Klimapolitik werden.






