Beiträge zum Stichwort ‘ CSR ’

H&M: UNICEF soll´s richten

via Aktiv gegen Kinderarbeit:

„No To Child Labour“, „Green Is The New Black“, „Affordable Not Disposable“, „Respect for the Individual“ – diese Slogans prangen auf dem Deckblatt des Social Corporate Responsibility-Reports 2007, den das Textilunternehmen H&M kürzlich veröffentlichte.Doch bereits in der Einleitung erhalten diese hochtrabenden Ansprüche einen Dämpfer. „[...]we have little scope to directly influence conditions that far back in the extented supply chain“ steht da geschrieben. Und weiter: „However we do recognize the importance of the issue an address it through the BCI an by supporting UNICEF’s work in cotton producing areas in India. We feel that they can achieve results where we as a buyer of the end product cannot.“

Damit bezieht sich H&M auf die Anschuldigungen im letzten Jahr. Im November 2007 war bekannt geworden, dass H&M Baumwolle von Feldern in Usbekistan bezieht, auf denen auch Kinder arbeiteten.

Doch mit dieser Aussage ist niemandem geholfen. Der Textilriese stiehlt sich aus der Verantwortung und degradiert gemeinnützige Organisationen wie die Unicef zum Ausputzer in der weltumspannenden Produktionskette.

Wer den 30-seitigen Bericht dennoch lesen will, kann dies hier tun.



Olympiareife CSR

Die Olympischen Spiele in China bringen wenigstens ein bisschen mediale Aufmerksamkeit für ein paar Menschenrechts-Facts, die sonst gerne ignoriert werden, weil man mit der kommukapitalistischen Diktatur so gut Geschäfte machen kann.

Human Rights Watch hat einen Bericht über die 12 Hauptsponsoren der Spiele veröffentlicht. Darunter Coca-Cola, Johnson & Johnson, Kodak, Lenovo, McDonald’s, Panasonic, Samsung und Visa. Kernaussage: Deren Bekenntnisse zur Sozialen Unternehmensverantwortung (CSR) seien nichts als heiße Luft: (weiterlesen…)



CSR-Lüge revisited

Das Feigenblatt beginnt zu rutschen. Wollen wir wirklich wissen, was dahinter steckt? Nicht nur KonsumentInnen, sondern auch Medien fragen sich endlich, was denn dran sei an der “Sozialen Unternehmensverantwortung”. Nach trend (s.u.) und Kölner Stadtanzeiger hat mich nun auch das feurige Jugend-Onlinemagazin chilli.cc gefragt, was wir den CSR-Predigern glauben sollen.

„CSR fördert einen langfristigen Vertrauensaufbau zwischen Unternehmen und Zielgruppen und sichert die Akzeptanz der marktwirtschaftlich-liberalen Wirtschaft“, sagt da einer von ihnen. Damit sagt er zumindest, worum’s geht. Im Winde wiegt sich das Feigenblatt.



Trend: “Das böse Geschäft mit dem guten Gewissen”

Das österreichische Wirtschaftsmagazin trend hat mich interviewt und eine kritische und gut recherchierte Titelgeschichte zum Thema “Corporate Social Responsibility” verfasst (Anm. die Printversion geht weit über die online-Version hinaus).

Das Schöne daran: Anders als die meisten Publikationen der letzten Zeit kommt der Artikel ohne den krampfhaften Versuch aus, an der Selbstbeweihräucherung der Konzerne auf Teufel komm raus (und an der Realität vorbei) was Gutes zu finden. Keine Hybridauto-Hymnen und keine LOHAS-Euphorie. Auch Labels wie das der Rainforest-Alliance, die Chiquita, Kraft Foods & Co. als “fair” zertifiziert (ich nenne das Fairtrash) werden als “billiger Ausweg” erkannt. Bravo!