Beiträge zum Stichwort ‘ Arbeitsrecht ’

Schwere Vorwürfe gegen Ikea - Take Action!

via Clean Clothes Kampagne:

IKEA lässt Bettwäsche in der Türkei produzieren. Vier Menschen sind bereits bei arbeitsbedingten Unfällen im türkischen Zulieferbetrieb ums Leben gekommen. Gewerkschaftsaktivitäten werden unterbunden.
NA DANN GUTE NACHT!

“Wie man sich bettet, so schläft man.” heißt ein Sprichwort. Sagen Sie IKEA, dass IKEA-Bettwäsche unter fairen Bedingungen produziert werden soll.

Billig, praktisch, modern!
Wer von uns hat nicht schon einen Samstagnachmittag bei IKEA verbracht. Junges Design zu günstigen Preisen. Hier sind alle gleich, hier dutzen wir uns. Und nach dem Billig-Shopping-Vergnügen noch ein Paar Frankfurter.
Am anderen Ende der Produktionskette von IKEA bleibt die Idylle jedoch nicht bestehen. In den letzten Jahren starben vier ArbeiterInnen bei arbeitsbedingten Unfällen in der Menderes-Fabrik in der Südost-Türkei. Hier lässt IKEA Bettwäsche produzieren. Na dann Gute Nacht!

Am 20. November 2008 verunglückte ein Arbeiter tödlich, als er in den Lüftungsschacht eines Kohleheizers fiel. ArbeitskollegInnen berichten: „Der Unfall hätte verhindert werden können – wenn die vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten worden wären.“ Doch damit nicht genug: Die Geschäftsführung von Menderes Tekstil wies drei Arbeitskollegen daraufhin an, den Körper des Unfallopfers aus dem Schacht zu holen - ohne jegliche Sicherheitsvorkehrungen. Die drei erlitten Vergiftungen und mussten sofort ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Bereits im März 2008 schlossen sich ArbeiterInnen der türkischen Textilgewerkschaft TEKSIF an: sie wollten sich gegen die schlechten Arbeitsbedingungen wehren. Die Menderes-Geschäftsführung griff jedoch zu – leider üblichen - Methoden: sie drohte den GewerkschafterInnen mit Versetzungen und Entlassungen. Nicht nur moralisch, sondern auch juristisch gesehen kriminell: in der Türkei ist gewerkschaftliches Organisieren erlaubt und Drohungen gegen Gewerkschaftsmitglieder strafbar. Doch der IKEA-Zulieferbetrieb ließ weitere Taten sprechen. Zahlreiche Gewerkschaftsmitglieder, die der Gewerkschaft treu blieben, verloren ihre Arbeit. Sie legten Beschwerden beim türkischen Arbeitsgericht ein – daraufhin entließ die Menderes-Geschäftsführung deren Familienangehörigen.

190 Tage Demonstration
In Österreich gilt es bereits als Erfolg, wenn an einem Tag im Mai Menschen für ihre Arbeitsrechte auf die Straße gehen. In der Türkei demonstrierten die ArbeiterInnen der Menderes-Textil-Fabrik ganze 190 Tage lang vor ihrem (teils ehemaligen) Arbeitsplatz: in der brütenden August-Sonne letzten Jahres. Sie forderten die Anerkennung der Gewerkschaft und Verhandlungen mit der Fabriksleitung. Die Geschäftsführung von Menderes-Tekstil weigerte sich. Ihre Taktik setzt weiterhin auf Diskriminierung der GewerkschafterInnen.

“Wie man sich bettet, so schläft man.” heißt ein Sprichwort. Sagen Sie IKEA, dass IKEA-Bettwäsche unter fairen Bedingungen produziert werden soll.

Die Fabrik, die in Denzil im Südosten des Landes liegt, stellt Bettwäsche für den heimischen Markt und den Export her. Neben IKEA kaufen auch deutsche Firmen wie das Versandhaus Otto, die Textilunternehmen Ibena und Horizonte Textil ein. Internationale „Global Players“ wie die französische Kette Carrefour sowie die amerikanischen Unternehmen Wal-Mart, Target und Kohls tätigen dort genauso Textileinkäufe.

Katz und Maus-Spiel
Acht illegal entlassene ArbeiterInnen haben Ihren Fall bereits vor das türkische Arbeitsgericht gebracht. Ergebnisse können sich jedoch über Jahre hinauszögern. Die Mühlen der Justiz mahlen langsam.

Vogel Strauss-Taktik
IKEA weiß von den Vorfällen seit Monaten, steckt seinen Kopf jedoch in den Sand und verleugnet die Probleme. Eine Untersuchung, die IKEA in Auftrag gegeben hat, ergab, dass bei Menderes keine systematischen Arbeitsrechtverletzungen vorliegen; allerdings hat IKEA den Bericht bisher nicht veröffentlicht. Die Clean Clotheas Kampagne zweifelt an der Glaubwürdigkeit dieser Untersuchung und fordert IKEA auf, gegen die Gewerkschaftsdiskriminierung vorzugehen. Die Situation bei Menderes verstößt eindeutig gegen IWAY, den Verhaltenskodex von IKEA. Die Clean Clothes Kampagne und internationale Gewerkschaften haben sich viele Male mit IKEA an einen Tisch gesetzt, um eine Lösung unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu finden. Bisher jedoch hat IKEA nicht angemessen reagiert.

We want You!
Nun sind KonsumentInnen sowie KritikerInnen von IKEA gefragt!
Fordern Sie zusammen mit der Clean Clothes Kampagne IKEA auf, die Missstände in seinem Zulieferbetrieb Menderes zu bereinigen. Dafür sind Gespräche mit der Gewerkschaft der erste Schritt.

“Wie man sich bettet, so schläft man.” heißt ein Sprichwort. Sagen Sie IKEA, dass IKEA-Bettwäsche unter fairen Bedingungen produziert werden soll.

Schreiben Sie heute an IKEA, um die Anerkennung der Gewerkschaft und die Wiedereinstellung der GewerkschafterInnen bei ihrem Zulieferbetrieb zu fordern.

Die Clean Clothes Kampagne und die türkische Gewerkschaft TEKSIF fordern die Menderes Tekstil Geschäftsführung sowie IKEA auf,

•    die GewerkschafterInnen mit angemessenen Entschädigungszahlungen wiedereinzustellen, die aufgrund ihrer Gewerkschaftsaktivitäten entlassen worden waren und bei Gericht Beschwerden eingereicht haben;
•    TEKSIF als Gewerkschaft und als Vertretung ihrer Mitglieder in allen Fabriksangelegenheiten anzuerkennen sowie allen ArbeiterInnen das Recht zuzusichern, sich gewerkschaftlich zu organisieren und Tarifverträge auszuhandeln;
•    TEKSIF als ArbeitnehmerInnenvertretung in die Umstrukturierungspläne des Unternehmens und bei der Festlegung von Kriterien für betriebsbedingte Kündigungen einzubeziehen;
•    die Gesundheits- und Sicherheitsstandards in den Fabriken sowie Beschwerdeverfahren zu überprüfen.

“Wie man sich bettet, so schläft man.” heißt ein Sprichwort. Sagen Sie IKEA, dass IKEA-Bettwäsche unter fairen Bedingungen produziert werden soll.



Royal-Fruit – Arbeitsbedingungen in Andalusien

Tito B. hat für die Wiener Straßenzeitung Augustin einen Artikel geschrieben, den er freundlicherweise auch unsdiewelt.com zur Verfügung stellt:

Sevilla, Freitag der 28.11.08, 11 Uhr: Wir besetzen mit ca. 100 LandarbeiterInnen das Hauptbüro der landwirtschaftlichen Exportfirma „asociafruit“. Ich sitze an einem Schreibtisch im Empfangsraum und hab mir einen Bleistift aus der Lade geklaut um das hier niederzuschreiben. Die Stimmung ist gut, die BesetzerInnen machen es sich bequem und bereiten sich darauf vor, dass sie zumindest einige Stunden hier bleiben werden. Alle anwesenden ArbeiterInnen sind bei dem Agrarkonzern beschäftigt – oder zumindest waren sie das bis letzte Woche; denn das Unternehmen droht nun damit, all diejenigen zu entlassen, die sich in der unabhängigen Basisgewerkschaft SOC (syndicato de obrer@s del campo – auf deutsch LandarbeiterInnen-gewerkschaft) organisieren.

Mit dem Vorwand, dass es nicht genug Arbeit gäbe, sind sie vor die Tür gesetzt worden. „Dabei gibt es genauso viel Arbeit wie letztes Jahr! Der Grund war offensichtlich, dass wir dem Unternehmen mit unseren Forderungen unangenehm geworden sind“, empört sich Antoine, ein Arbeiter um die 50, mit dem wir gleich ins Gespräch gekommen sind. Wir erklären, dass wir aus Frankreich und Österreich kommen und dass wir über die Besetzung im Radio und in unseren Zeitungen berichten können. Dass die europäische Öffentlichkeit informiert wird, tut tatsächlich Not. Antoine erklärt uns, warum: „Asocia-Fruit ist eine sehr mächtige Export-Firma. Sie verkaufen Obst und Gemüse mit der Marke ‘Royal-Fruit’ in vielen europäischen Ländern! Wir wollen, dass die KonsumentInnen wissen, was hier läuft!“ Wir erfahren, dass der Konzern eine Vielzahl an Ländereien besitzt, nicht nur in Andalusien, sondern auch in der Nähe von Barcelona und sogar in Algerien. Auf der Plantage, auf der die hier versammelten ArbeiterInnen beschäftigt sind, werden Pfirsiche und Marillen kultiviert. (weiterlesen…)



Stasi-Methoden bei Lidl

Die Discounterkette Lidl ist ja bekannt für systematischen Arbeitsdruck, unbezahlte Mehrarbeit, ungerechtfertigte Entlassungen, Kreuzverhöre, Mobbing und gewerkschaftsfeindliches Verhalten. In welch absurdem Ausmaß das Unternehmen seine Angestellten durch Privatdetektive bespitzeln ließ, wird nun durch einen Bericht des Stern offenbar.