Presse

fluter.de: “Ich verstehe mich als Mensch und nicht als Verbraucher”

Klaus Werner-Lobo im Interview mit Mark Hammer für fluter.de:

Klaus Werner-Lobo, Jahrgang 1967, lebt in Wien. Seit er mit elf Jahren einen Schulaufsatz über Atomkraft geschrieben hat, engagiert er sich für die Umwelt und für Gerechtigkeit und Freiheit. Vor kurzem erschien mit “Uns gehört die Welt! Macht und Machenschaften der Multis” sein erstes globalisierungskritisches Buch für Jugendliche. Im Interview erzählt er von seiner Sicht der Welt und ihrer Mechanismen.

Mark Hammer: Herr Werner-Lobo, gibt es einen Konzern, den Sie gerne loben würden?

Klaus Werner-Lobo: Nein, es gibt keine multinationalen Unternehmen, die gut sind. Multinationale Unternehmen sind deswegen multinationale Unternehmen, weil sie von Ausbeutung profitieren. Ihr Zweck ist, von den Einkommensunterschieden in der Welt zu profitieren. Deswegen sind sie auch daran interessiert, diese Einkommensunterschiede aufrecht zu erhalten.

Sie meinen damit jedes international aufgestellte Unternehmen?

Es gibt schon internationalen Handel, der vergleichsweise gut ist. Kaffee, Kakao oder Bananen gibt es bei uns nun mal nicht. Produkte, die mit dem Fairtrade-Gütesiegel zertifiziert sind, werden so gehandelt, dass davon alle Beteiligten etwas haben. Eigentlich müssten 100 Prozent des Welthandels Fairtrade sein, so dass man nicht die Profite oder den Shareholder Value zum Ziel erhebt, sondern menschlichen Wohlstand und Gerechtigkeit unter Beachtung der ökologischen Grenzen dieses Planeten.

Konfliktkosten

Sie haben 2001 erstmals das “Schwarzbuch Markenfirmen“ veröffentlicht, in dem Sie auf die Machenschaften der großen Konzerne aufmerksam machen, auf menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, Umweltzerstörung etc. Haben die Firmen eigentlich auf Ihre Kritik reagiert, hat sich etwas verändert?

Das “Schwarzbuch Markenfirmen” hat wie jede Konzernkritik Konfliktkosten erzeugt. Wenn ich so ein Buch publiziere, dann entsteht einem Konzern ein Imageschaden. Der ist betriebswirtschaftlich messbar. Dieses Geld könnte der Konzern, um das in Zukunft zu vermeiden, in Verbesserungen investieren. Jetzt investieren sie aber nur einen kleinen Teil in Verbesserungen und einen großen Teil geben sie dafür aus, dass über die Verbesserungen geredet wird.

Das nennt sich dann “Corporate Social Responsibility” (CSR), also soziale Unternehmensverantwortung. Die Räuber geben aber nur einen winzigen Teil ihres Raubguts zurück. In den Zulieferbetrieben von Adidas oder Nike wird man heute vielleicht weniger Kinder finden als vor ein paar Jahren. Allerdings werden die erwachsenen Beschäftigten nach wie vor so schlecht bezahlt, dass sie ihre Familien nicht ernähren können. Deren Kinder müssen auf der Straße arbeiten, damit sie überleben können. Weiterlesen…



Público: “El sistema nos enseña a ser hijos de puta”

Bernardo Gutiérrez hat mich für die spanische Zeitung Público interviewt:

Entrevista a Klaus Wermer, autor de El libro de las marcas. Reclama una refundación del sistema financiero mundial y presenta su nuevo libro para ‘Público’: El sistema y su entramado

Madrid - 28/01/2009 08:00

Dice (en perfecto portuñol) verdades como puños. Desmonta riendo teorías neoliberales. Desenmascara los intereses del capital. Y, sin perder la ternura, pide un mundo con valores comunitarios. La bestia negra de las multinacionales publica en Alemania, Macht und Machenschaften der Multis (El sistema y su entramado).

¿Saldremos de esta crisis, Klaus?

Hace cinco años criticaba el capitalismo y me llamaban estalinista o comunista. Ahora, no ¡me toman en serio! El mundo está frustrado con el capitalismo salvaje.

¿Por qué se interesó en investigar el lado oscuro de las multinacionales?

Siempre me interesaron las relaciones de ecología, economía y explotación. La explotación es la base de las multinacionales. Apenas crean el 0,5% de los empleos del mundo.

¿El consumo selectivo puede parar sus abusos?

Eso creía. Pero el boicot individual no basta. El consumo responsable, tal vez…

¿Hay salida del túnel, entonces, formas de lucha?

La presión política. Los problemas tienen que ser resueltos a nivel político. El Estado tiene que actuar por la comunidad. Hacer cosas públicas.

Su nuevo libro habla sobre el poder. ¿Más detalles?

Hablo del planeta interrelacionado. Muchos inmigrantes a los que tratamos a patadas son refugiados de la pobreza. Y llegan de países más ricos en recursos. Pero se los robamos.

¿Un círculo vicioso?

La industria agrícola hace que ellos no puedan vivir allí. Es como si yo voy a tu casa, te robo todo. Hago una gran fiesta en mi casa, con tu cerveza, y luego llamas a la puerta y te digo que no estás invitado. ¡Estamos haciendo una fiesta con los recursos de otros!

¿Existen recetas para la crisis desde el altermundismo?

En mi libro, hablo de cuatro puntos. Primero: aprendemos en el sistema a ser competitivos, a tener éxito. El sistema nos enseña a ser hijos de puta. Pero no aprendemos a vivir los sueños, lo que tiene un valor político. Crea autoestima. Y no necesitaríamos vestir Nike.

El segundo punto..

Informar y ser informado. El Foro de Belem es fundamental. Una minoría muy informada (OMC, FMI) convencieron a los Estados de no tener corazón. Pero redes como Attack informaron del engaño.

Nos quedan dos puntos y poco tiempo…

No podemos luchar solos. Nos tenemos que unir. Y luchar con alegría. Que el enemigo vea que nos divertimos. Cuarto, reivindico el humor. Los rebel clowns ayudaron mucho en las protestas masivas contra el G-8, la OMC… El bufón es el único que puede decirle al capitalismo que está desnudo.

Ahora es cuando le llamarán antiglobalizador…

¡Pero si yo lo que soy es globalizador, quiero globalizar la democracia, los derechos sociales! La derecha nacionalista, que impone barreras, es antiglobalizadora. Son antiplaneta, antitodo.

¿La crisis tendrá consecuencias políticas?

Ya está teniendo. Está reforzando las fuerzas populistas, el racismo, el nacionalismo. Y habrá gobiernos que caigan. Tenemos que democratizar las instituciones internacionales y luchar por el internacionalismo que ahora se forja en el foro de Belem.



Phoenix: Klaus Werner-Lobo in der PHOENIX Runde

Phoenix Runde “Politik ohne Volk - Gefahr für unsere Demokratie?”

Laut Meinungsumfragen ist rund die Hälfte der Bundesbürger mit unserer Demokratie unzufrieden. Das Bedürfnis nach Veränderung wird vom Sozialabbau, dem Klimawandel und nicht zuletzt von der Wirtschaftskrise angetrieben. Von der Politik fühlen sich viele nicht mehr vertreten. Die sinkenden Wahlbeteiligungen zeigen deutlich den Verdruss an den “Oberen”. Entfernen sich die Politiker von ihren Wählern und können die Wähler ihrerseits an den Verhältnissen überhaupt etwas ändern?

Politik ohne Volk - Gefahr für unsere Demokratie? Anke Plättner diskutiert in der PHOENIX Runde mit Jobst Fiedler (Hertie School of Governance), Klaus Werner Lobo (Autor), Robin Mishra (Publizist) und Gerald Häfner (Sprecher von “Mehr Demokratie e.V.”).

Videosstream



ORF “Winterzeit”: Interview mit Klaus Werner-Lobo

ORF “Winterzeit”, 15.1.09:



Zündfunk: Interview mit Klaus Werner-Lobo

Zündfunk Studio 12, 7.1.09 um 19h auf Bayern 2

Klaus Werner-Lobo präsentiert sein neues Buch: “Uns gehört die Welt”. Es ist eine angenehm verständlich verfasste Abhandlung über den globalen Handel und die Macht der Konzerne.

Zum Interview (mp3, 10min.)



Stern: “Von Muschis und Multis” - Interview Charlotte Roche mit Klaus Werner-Lobo

Charlotte Roche; Foto: ddpSie schreibt über Muschi und Pipikaka, er über “Macht und Machenschaften der Multis”. Auf den ersten Blick haben Charlotte Roche und Klaus Werner-Lobo wenig gemein - außer den Hang zur Provokation. Für den stern sprach Roche mit dem Autor über sein Buch “Uns gehört die Welt!”.

Ich wurde vom stern gebeten, zu schildern, wie es für mich war, das Buch des Jahres 2008 geschrieben zu haben. Aber ich finde, darüber wurde bereits genug geschrieben. Deshalb möchte ich viel lieber etwas über MEIN persönliches Buch des Jahres sagen: “Uns gehört die Welt! Macht und Machenschaften der Multis” von Klaus Werner-Lobo, ein Buch über die systematische Ausbeutung der ärmsten Länder der Welt durch Multis und Markenfirmen. Ich wünsche mir, dass dieses Buch von sehr vielen Menschen gelesen wird. Und deswegen habe ich einen Kontakt zu dem Autor hergestellt und mit ihm über sein Buch gesprochen.

Lieber Herr Werner-Lobo, herzlichen Glückwunsch. Sie haben MEIN Buch des Jahres geschrieben. Können Sie bitte ganz kurz und ohne die Leser zu verschrecken erklären, worum es in dem Buch geht?
Eigentlich habe ich ja genau wie Sie, Frau Roche, kein Problem damit, Leute zu erschrecken. Ich bin sogar froh, wenn wir noch darüber erschrecken, wie Menschen und Umwelt für die Profite von einigen wenigen ausgebeutet werden. Mein Buch richtet sich gegen den Zynismus jener, die es normal finden, dass große und bekannte Firmen von Kinderarbeit, Sklaverei, Krieg, Umweltzerstörung und der Demontage von Demokratie und Sozialstaat profitieren. Es soll aber nicht nur wütend machen. Sondern vor allem Lust auf Veränderung, auf demokratische Mitbestimmung, Solidarität und Zivilcourage wecken. Weiterlesen…

Foto: Jens Schlüter/DDP



Der Standard: “Der Clown und die Globalisierung”

Von Werner Hörtner, Standard Album 3./4.1.09:

Auch die Machtlosen können etwas bewirken: Das neue Buch von Klaus Werner-Lobo

„Uns gehört die Welt!” - Niemand würde sich wundern, wenn manch Konzerngewaltiger dies so unverblümt ausspräche. Wir haben uns daran gewöhnt, dass die Wirtschaft die Politik dominiert, dass Unternehmen Regierungen unter Druck setzen, Preise manipulieren, ihre Gewinne ins Astronomische steigern. So ist das eben, „da kann man nichts machen”, ist die resignierte Reaktion vieler Menschen. Aber nicht aller. Dass die Zahl der Nichtkonformisten zunimmt, die den Schattenseiten der Globalisierung kritisch begegnen, zeigte der Sensationserfolg von Schwarzbuch Markenfirmen von Klaus Werner-Lobo, von dem bisher 150.000 Exemplare verkauft wurden. (weiterlesen…)



Süddeutsche Zeitung: “Wir brauchen eine radikale Demokratie-Reform”

Von Peter Wagner, jetzt.de, 30.12.2008:

Der Autor Klaus Werner-Lobo erklärt, was man aus der Wirtschaftskrise lernen sollte – und warum Lachen das beste Mittel gegen die Angst ist.

Vor sieben Jahren schrieb der Österreicher Klaus Werner-Lobo, 41, den Bestseller Schwarzbuch Markenfirmen, in dem er zeigte, dass große Konzerne häufig nicht wirtschaften können, ohne Menschen zu schaden. Jetzt ist der Nachfolger da: “Uns gehört die Welt!” (Hanser) ist eine angenehm verständlich verfasste Abhandlung über den globalen Handel und die Macht der Konzerne sowie die Forderung an uns, an diesem Leben mehr Anteil zu nehmen. Charlotte Roche bezeichnet den Band als ihr „Buch des Jahres“. jetzt.de spricht mit Werner-Lobo über den Zustand der Welt und über Clowns.

jetzt.de: Herr Werner-Lobo, eigentlich will ich mit Ihnen über Wirtschaft reden, aber eben lese ich, dass Sie im Nebenberuf Clown sind. Warum?
Werner-Lobo: Ich habe fast vier Jahre in Brasilien gelebt. In Rio de Janeiro habe ich einen Clown gesehen und gemerkt, dass Clownerei politische Komponenten hat. Ein Clown hat die Angst vor der eigenen Lächerlichkeit verloren und wird dadurch gefährlich für Mächtige. Lachen ist das beste Mittel gegen die Angst, auch die Angst vor Autoritäten. Weiterlesen…



Stuttgarter Nachrichten: “Davon kann man nicht leben”

Aus den Stuttgarter Nachrichten vom 27.12.08:

Stuttgarter Nachrichten



Charlotte Roche: “Uns gehört die Welt!” ist mein Buch des Jahres

Die Moderatorin, Schauspielerin und Autorin Charlotte Roche hat “Uns gehört die Welt!” zu ihrem persönlichen Lieblingsbuch erklärt. “Das Buch hat mein Leben völlig umgekrempelt, mich radikalisiert und wütend gemacht”, erzählt sie: “Ich möchte, dass es so viele Menschen wie möglich lesen.”

Ein erster Schritt dazu ist ein Link von ihrer Homepage auf unsdiewelt.com. Anfang 2009 wird ein ausführliches Interview mit Klaus Werner-Lobo für den Stern folgen.