Alle Beiträge dieses Autors

Allerlei onlinernes

In den letzten Tagen ist es ein bisschen rundgegangen: Die beiden Diskussionen im ORF, meine Ebay-Versteigerung von “Kindern” und Helge’s Verlosung von fünf Exemplaren des Buches haben zahlreiche Reaktionen hervorgerufen - vor allem in der Blogosphäre. Da ich gestern und heute vor allem damit beschäftigt war, die vielen Anrufe und Emails zu beantworten, möchte ich hier einfach nurmal eine ungeordnete Auswahl jener Kommentare wiedergeben, die ich gefunden habe und mich herzlich für alle Feedbacks bedanken.

Zum ORF:

Hier und hier auf unsdiewelt.com
Hier auf Twitter
club-2.blog.de
thinkingplaces.blogspot.com
look.at/enlargeyourpen
be24.at

Zur Ebay-Aktion:

bioemma.de
aktiv-gegen-kinderarbeit.de
vital-genuss.de
landscaping.at
sebastianbackhaus.wordpress.com
blogpiloten.de

Zur Verlosung:

Stormgrass, Sebastian, Thomas, Stefan und Hadi (haben jeweils ein Buch gewonnen)
axel.blogr.com
aaronbruckmiller.wordpress.com
visualtainment.at
unet.univie.ac.at/~a0803666
sonjaschiff.twoday.net

Hab ich wen vergessen/übersehen?



ORF Club 2: “Von der Finanzkrise zur Weltkrise?”

Am 19.11. um 23h Uhr diskutiere ich mit Jean Ziegler und anderen netten Menschen im ORF Club 2 zum Thema “Von der Finanzkrise zur Weltkrise?” (Wiederholung auf 3sat in der Nacht von Donnerstag 20.11. auf Freitag um 4:45).

Welche Folgen kann eine anhaltende, weltweite Wirtschaftskrise für die soziale und politische Stabilität in den Wohlstandsländern haben? Was würde das für arme Staaten und Schwellen-Länder bedeuten? Welche Spannungen können sich geopolitisch und international daraus ergeben? Und was können und sollten die Regierungen und Staaten tun, um die drohende Krise wenigstens einzudämmen? Darüber diskutieren bei Renata Schmidtkunz:

Jean Ziegler
Mitglied des UN Human Rights Council’s Advisory Committee

Albrecht Müller
Nationalökonom und Autor, nachdenkseiten.de

Margit Appel
Politologin, Katholische Sozialakademie

Klaus Werner-Lobo
Buchautor, “Uns gehört die Welt!

Peter Altmiks
Ökonom, Friedrich-Naumann-Stiftung

Erhard Fürst
Industriellenvereingung



Ö1: “Kapitalismus als Sieg der Vernunft oder Herrschaft der Wölfe?”

Ö1 “Von Tag zu Tag”, 19.11. 14:05

Zwei entgegengesetzte Sichtweisen: Im Buch “Uns gehört die Welt” klagt der Journalist und Autor Klaus Werner-Lobo mehrere große internationale Firmen an, Menschenrechte zu verletzen und Wohlstand zu zerstören.

Anders Manfred Drennig, jahrzehntelang in leitender Position im Bankwesen und in der Industrie tätig: In seinem Buch “Tauschen und Täuschen” beschreibt er den heutigen Kapitalismus als notwendige Folge der Entwicklung menschlicher Vernunft im Lauf der Geschichte.

Beide sind sich in einem Punkt einig: Das Wachstum der letzten Jahre war ungleich verteilt, der Abstand zwischen Armen und Reichen ist auch in den Unternehmen selbst größer geworden. Aber welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen?

Darüber diskutieren Manfred Drennig und Klaus Werner-Lobo als Gäste von Johann Kneihs.



Aktiv gegen Kinderarbeit: “Sehr kurzweilig und gibt einen guten Überblick”

via Aktiv gegen Kinderarbeit:

Der Autor Klaus Werner-Lobo hat mit „dem Schwarzbuch Markenfirmen“ und „Dem neuen Schwarzbuch Markenfirmen“ schon in den vergangenen Jahren für Aufsehen gesorgt, indem er die Machenschaften der Großkonzerne schonungslos offen legte. Mit dem Buch „Uns gehört die Welt“ knüpft er daran an, geht aber viel mehr auf die Hintergründe und die Mechanismen in der Weltwirtschaft ein, die eben erst dazu führen, das die Ungleichverteilung in der Welt so groß ist und die Multis die Gelegenheit haben die Ärmsten noch weiter auszubeuten. Das Werk soll die breite Masse ansprechen, ist vom Schreibstil her leicht zu lesen und bringt die komplexen Zusammenhänge in der Weltwirtschaft sehr anschaulich rüber. Der Verfasser vermeidet zumeist trockene, theoretische Darstellung und fügt die einzelnen Kapitel zu einem flüssig lesbaren Text zusammen. Er bedient sich zuweilen selbst einer Sprache, die Großkonzerne für ihre Werbung benutzen und formt sie für seine Botschaften um („Geiz ist nicht geil“) und schreckt auch nicht vor Provokationen zurück. Durch diesen Schreibstil gelingt es ihm ein breites Publikum zu erreichen. Er beginnt die einzelnen Kapitel mit einem durchaus treffenden Zitat und bringt auch persönliche Erfahrungen und Meinungen in seine Berichte ein und wirkt so sehr authentisch und glaubwürdig. Seine Ausführungen sind mit Graphiken und Tabellen ergänzt und werden am Ende eines jeden Kapitels noch mal stichpunktartig zusammengefasst. Zudem gibt er nach jedem Kapitel weiterführende Informationen im Internet an und gibt so dem interessierten Leser eine Grundlage für weitere Recherche. Des weiteren gibt er dem Leser konkrete Handlungsvorschläge an die Hand, sei es der Boykott bestimmter Produkte, die Unterzeichnung von Petitionen oder der gewaltlose Widerstand. Für Leser, die einen schnellen Überblick über die Thematik haben wollen, ist das Buch durchweg empfehlenswert. Für bereits fachkundige wird allerdings wenig wirklich neues gesagt. Das Werk besticht durch das Konzept der kurzen Kapitel und der Firmenportraits am Ende. Insgesamt ist „Uns gehört die Welt“ sehr kurzweilig und gibt einen guten Überblick über die Machenschaften der Konzerne in der Welt.



Junge Flüchtlinge kämpfen für Bleiberecht

via bleiberecht.at

Jugendliche ohne Grenzen organisiert Proteste gegen die Flüchtlingspolitik der BRD vom 19.-23. November 08 in Potsdam

Wenn Philipp Harpain in diesen Tagen etwas übernächtigt aussieht, dann ist er es aus einem guten Grund. Er organisiert zusammen mit Jugendliche ohne Grenzen die inzwischen sechste Gegenkonferenz zu der Konferenz der Innenminister. Die Veranstaltung mit 60 Flüchtlingen aus ganz Deutschland wird diesmal in Potsdam stattfinden.

Das diesjährige Motto ist “Bleiberecht für alle! Kinderrechte jetzt!” Zur Situation der jungen Konferenzteilnehmer erklärt Harpain: „Sie unterliegen der Residenzpflicht, d.h. sie dürfen sich im Bundesgebiet nicht frei bewegen, sondern brauchen eine Sondergenehmigung um beispielsweise von Berlin nach Potsdam zu dürfen. Sie haben ein Arbeits- und Ausbildungsverbot.“ Die UN-Kinderrechte gelten hier nur für deutsche Kinder – für Flüchtlingskinder nur eingeschränkt.

Im Jahr 2005 wandte sich der Flüchtlingsrat Berlin an das GRIPS Theater, bei dem Harpain als Theaterpädagoge arbeitet, und bat um Unterstützung in der Forderung nach einem Bleiberecht für Flüchtlinge. Das Aktionsbündnis Hier geblieben! formierte sich und das Theater brachte ein Stück über eine Klasse heraus, die sich erfolgreich gegen die Abschiebung einer Klassenkameradin gewehrt hatte. „Hier geblieben!“ tourte durch ganz Deutschland und wurde über 200 mal aufgeführt.

In der selben Zeit gründete der Jugendclub des Theaters, Banda Agita, und junge Flüchtlinge „Jugendliche Ohne Grenzen“ als eine Initiative jugendlicher Flüchtlinge verschiedener Herkunftsländer, die sich für die Rechte von Flüchtlingen einsetzen wollen. Etwa 100 Jugendliche im Alter von 15 bis 30 Jahren aus ganz Deutschland engagieren sich in diesem Verein. Die Mehrheit von ihnen ist geduldet, es gibt aber auch Jugendliche mit einem festen Aufenthaltsstatus. Den Jugendlichen ist es wichtig, sich für ihre Rechte als Geduldete einzusetzen und dafür zu kämpfen, dass sie in Deutschland bleiben können.

Mit dem Aktionsprogramm Hier geblieben! wurden bisher vom GRIPS Theater fünf bundesweite JOG-Konferenzen, sowie zahlreiche Vernetzungstreffen der Jugendlichen, zwölf bundesweite Demonstrationen, mehrere bundesweite Aktionstage und viele lokale Aktionen, darüber hinaus unzählige Diskussions- und Informationsveranstaltungen unterstützt und organisiert.

2006 waren in Nürnberg 100 JOG-AktivistInnen und tausende Demonstranten. JOG konnte im Anschluss ein Bleiberecht für einige wenige Geduldete erreichen. Noch immer aber sind viele von Abschiebung bedroht. Deshalb ist für die Jugendlichen die Arbeit noch nicht beendet.

Das Programm für Potsdam sieht ein fünftägiges Protest- und Kulturprogramm vor. Neben der Konferenz der Jugendlichen – viele davon verlassen zum ersten Mal ihr Bundesland – wird am 19.11.08 im Treffpunkt Freizeit in einer feierlichen Gala ab 19 Uhr der „Abschiebeminister 2008“ ausgezeichnet. Darüber hinaus erhält eine besondere Initiative zum Flüchtlingsschutz den Preis einer Jury, zu der der ehemalige Tatort-Kommissar und Autor Jochen Senf, sowie die bekannte Rapperin Sister Fa gehören. Verschiedene Kulturbeiträge runden den Abend ab.

Am Tag darauf folgt dann schon die Demonstration, die am Platz der Einheit um 17 Uhr ihren Anfang nehmen wird und dann den Protesten von über 100 Initiativen und Einzelpersonen, die den Aufruf unterzeichnet haben, lautstark Ausdruck geben wird.

Die JoG hofft auch dieses Jahr auf ein offenes Ohr seitens der Innenminister, um die Situation junger Flüchtlinge in Deutschland zu verbessern. Denn schon einmal ist es dem Aktionsbündnis gelungen, die Innenministerkonferenz im November 2006 in Nürnberg zu einem ersten Schritt zu bewegen. Nach den Protesten, an denen über 3000 Menschen teilnahmen, beschlossen die Innenminister eine Bleiberechtsregelung, die einigen tausend Flüchtlingen zu einer Aufenthaltsgenehmigung verhalf.



WDR 3 Resonanzen: “Eine kleine Einkaufsrevolution”

Klaus Werner Lobo ist ein österreichischer Journalist, Buchautor, Globalisierungskritiker und im Nebenberuf: Clown. Sein Buch “Schwarzbuch Markenfirmen. Die Machenschaften der Konzerne” von 2001 wurde ein Bestseller. Jetzt hat er mit “Uns gehört die Welt. Macht und Machenschaften der Multis” eine Art globalisierungskritisches Handbuch für junge Leser veröffentlicht. Es richtet sich speziell an junge Leser, weil nach Lobos Ansicht vor allem Kinder und Jugendliche nicht bereit sind, Ungerechtigkeiten hinzunehmen und viel weniger zynisch als Erwachsene reagieren. In den “Resonanzen” spricht er über sein Buch und seine clowneske Herangehensweise an globalpolitische Themen.



Deutschlandradio: “Über die Strategien der Kommunikationsguerilla”

Anlässlich des Fakes der New York Times durch die Yes Men hat mich Deutschlandradio Kultur zum Thema Kommunikationsguerrilla interviewt.

Hier zum Nachhören (6:58 Minuten)



Tagung „Konzernkritik – Bilanz und Perspektive“ der Coordination gegen BAYER-Gefahren

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren lädt anlässlich ihres 30. Geburtstages zur Tagung „Konzernkritik – Bilanz und Perspektive“.

TERMIN: Samstag, 6. Dezember
ORT: Umweltzentrum Düsseldorf
EINTRITT: frei (Spende erbeten)

Die Finanzkrise zeigt es einmal mehr: Banken und Konzerne dürfen sich nicht selbst regulieren. Ohne öffentliche Kontrolle der Unternehmen gerät das Allgemeinwohl unter die Räder.

Seit 1978 dokumentiert die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) die Schattenseiten der BAYER-Geschäftspolitik: Störfälle, Pestizidvergiftungen, gefährliche Pharmaprodukte, Lobbyismus, Emissionen – die CBG bringt Missstände in die Öffentlichkeit und organisiert öffentlichen Protest.

Zu ihrem 30. Geburtstag will die Coordination gegen BAYER-Gefahren mit Freunden und Kooperationspartnern Bilanz ziehen und Perspektiven entwickeln. Dabei sollen unterschiedliche konzernkritische Initiativen zu Wort kommen.

ReferentInnen:
Jürgen Grässlin, Kritischer Daimler-Aktionär, Biograph  von Jürgen Schrempp
Sabine Zimpel, Koordinierungskreis attac  Deutschland
Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands der  Kritischen Aktionäre
Axel Köhler-Schnura, Gründungsmitglied der  CBG
Philipp Mimkes, Geschäftsführer Coordination gegen  BAYER-Gefahren

Diskutieren und feiern Sie mit! Bitte senden Sie Ihre Anmeldung an: CBGnetwork@aol.com

Das vollständige Programm finden Sie hier



Format: “Bücher zum Thema Ökologie und soziale Verantwortung”

Aus Format 46/2008



Kinder auf Ebay versteigert

Bis zum 20. November, dem Internationalen Tag der Kinderrechte, läuft auf Ebay ein auf den ersten Blick unmoralisches Angebot: Ich versteigere dort “süße kinder”.  Natürlich verkaufe ich nicht wirklich Kindersklaven. Wer bei Ebay auf “Bieten” klickt, kann nur einen Schokoriegel – wahlweise von Ferrero, Nestlé oder Kraft Foods - erstehen.

An einem solchen könnte aber das Blut von Kindersklaven kleben, wie es im Angebotstext heißt:

An der Elfenbeinküste kann man übrigens nicht nur “kinder”- oder “Milka”-Schokolade kaufen, sondern auch wirkliche Kinder. Viele von ihnen um den Preis von nur 25 Euro pro “Stück”. Dort und in Ghana, Nigeria und Kamerun arbeiten nach Schätzungen des International Institute of Tropical Agriculture rund 284.000 Kinder auf Kakaoplantagen. Zwischen zehn- und zwanzigtausend von ihnen wurden zuvor als Sklaven an die Plantagenbesitzer verkauft. Von Hunden bewacht und gehetzt, oft auch mit Peitsche oder Machete bedroht, schuften sogar Sechsjährige schon in der glühenden Hitze. Viele von ihnen sterben bald. Dann wirft man sie weg wie eine Maschine, die nicht mehr funktioniert.

Hauptverantwortlich für diese Situation sind die niedrigen Weltmarktpreise, die es westafrikanischen Farmern nicht erlauben, für menschliche Arbeitsbedingungen und angemessene Löhne zu sorgen. Diktiert werden diese Weltmarktpreise von den großen Genussmittelkonzernen wie Nestlé, Kraft Foods und Ferrero. Als die Schokoladenindustrie deswegen bereits 2001 in Verruf geriet, kündigte man den Kampf gegen die Kindersklaverei an. Doch noch immer seien die Hersteller laut einem Bericht des International Labor Rights Forum vom Juni 2008 nicht in der Lage, die Beseitigung der Kinderarbeit in der Kakaoproduktion nachzuweisen.

Deswegen versteigere ich hier anlässlich des ‘Internationalen Tags der Kinderrechte’ am 20.11.2008 100g süße ‘kinder’. Bis zu diesem Tag können Sie noch mitbieten! Gratis dazu gibt es ein handsigniertes Exemplar des neuen Buches ‘Uns gehört die Welt! Macht und Machenschaften der Multis’.