Börsenblatt: Köln im Literaturwahn – Nach zehn Tagen geht die Lit.COLOGNE zu Ende
Über die „’Lesung’ des Österreichers Klaus Werner-Lobo, die einen Sonderfall in der Verbindung von Autor und Promi darstellt”, schreibt das Buchhandelsmagazin Börsenblatt:
Den Moderator Frank Plasberg („Hart aber fair“) ließ er am Freitag in der Kulturkirche im Kölner Stadtteil Nippes ziemlich dumm dastehen: „Ich weiß nicht, ob der Autor schon da ist, und ich kann ihnen auch nicht sagen, was er vorhat“, so die knappe Ankündigung. Werner-Lobo wollte seine eigene Show, sie gehört zu seiner Stilisierung als Outlaw, der gegen die Macht der großen Konzerne kämpft, als Clown, der der Gesellschaft den Spiegel vorhält. Wie so oft auf der Lit.COLOGNE wurde damit der Grenzbereich dessen ausgelotet, was man als Literaturveranstaltung bezeichnet: Mit spitzem Salzburger Akzent veranstaltete Werner-Lobo eine Polit-Show, ein soziales Experiment, eine Performance, die mit ätzendem Zynismus und Angst arbeitete. Unvermittelt verschüttete er vermeintlich einen Kanister Benzin im gesamten Kirchenraum und hantierte mit einem Feuerzeug. Um die Angst vor der Macht der großen Weltkonzerne zu verdeutlichen. Am Ende war es doch nur Wasser: „Sehr ihr, diese Macht hat keine Grundlage.“





