3Sat Kulturzeit: Charlotte Roche über “Uns gehört die Welt!”
3Sat Kulturzeit wählte Charlotte Roche wegen ihres Bestsellers “Feuchtgebiete” zur “Frau des Jahres 2008″. Mit Katrin Bauerfeind spricht sie über ihr persönliches Lieblingsbuch.
Hier das komplette Interview.






also mal abgesehen davon, dass ich dieser person nicht wirklich viel abgewinnen kann, erzählt sie doch auch falsche tatsachen, das buch ist doch nicht generell gegen globalisierung sondern globalisierungskritisch, für mich ein ziemlich entscheidender unterschied
Hallo!
Charlotte Roche hat einen kleinen Teil der Zusammenhänge erkannt, die über ihre Person hinaus gehen! Applaus!
Dank der total einfachen Erklärungen für Jugendliche wissen wir:
Der imperialistische Westen beutet Afrika aus! Endlich ist es raus! Nach Jahrunderten der Kolonialisierung und Jahrzehnten der modernen kapitalistischen Ausbeutung!
Umweltschutz ist ja gar nicht blöd! Und einfach alles kaufen, was bunt und toll aussieht, ist evtl. auch zweifelhaft?
Charlotte Roche: Ein Genie. Auch wenn sie die Kritik an der real ablaufenden (also nach elitenkompatiblen turbokapitalistischen Maximen) Globalisierung mit der Ablehnung der Globalisierung an sich verwechselt.
Aber das machen die ja im Fernsehen und der sogenannten bürgerlichen Presse auch immer vor.
Da kann es passieren, dass man das einfach unreflektiert übernimmt. Wenn die gebildeten Journalisten der Elitenmedien das sagen, stimmt das ja auch. Denen kann man generell auch glauben, denn die sind ja welche von “uns”.
Und darüber hinaus? Werden evtl. auch sogar in Deutschland Leute ausgebeutet? Gibt es sowas wie einen von Eliten forcierten Niedriglohnsektor? Wer hat eigentlich die Agenda 2010 und Hartz 4 designed? Bestimmt keine Eliten aus der Wirtschaft. Wahrscheinlich Arbeitslosenverbände und Betrofene. Erwirtschaften Angestellte und Arbeiter nicht in der Regel mehr als sie ausgezahlt bekommen, nötiges Kapital für Neuinvestitionen mit bedacht?
Ist aber auch alles nicht so wichtig, sind ja keine systemischen, also tiefliegenden Probleme.. Könnte ja auch am von den Eliten verteidigten Kapitalismus an sich liegen, der nunmal als unumwindbare Maxime das Profitstreben in sich trägt.
Hm, aber nein, alle Probleme werden nur von ein paar bösen schwarzen Schafen verursacht (die kommen auch übrigens in der Regel nur aus den bösen USA). Ein paar Stellschräubchen ändern, gut ist.
Und sonst? Charlotte Roche? Ich bin beeindruckt. Sie ist ja auch jetzt kritisch gegenüber der Bildzeitung! Jedenfalls ein bisschen. Seit dem ihr persönlich übel mitgespielt wurde.
Den Zusammenhang, dass diese Zeitung ein Sprachrohr der konservativen Eliten ist und eben NICHT ein primitives Arbeiterblatt oder Zeitung der “einfachen Leute”, hat sie. glaube ich, auch nicht verstanden. Die recherchieren ja nur ein bisschen zweifelhaft, manipulieren Fotos und vertippen sich usw. das war es, nee? Ala dem lächerlichen Bildblog.de
Aber naja, das ginge ja auch wieder über ihre Person hinaus…
Insgesamt bleibt festzuhalten: Krass wie naiv und mainstreamig Charlotte Roche eigentlich ist, wenn man bedenkt, dass ihr ein gewisses rebellisches Image anhaftet.
Umso höher ist es zu werten, dass Ihr Buch diese Person angeblich verändert hat (wenn ja, wie lange hält bei ihr an?).
Das einzige, was ich von Charlotte Roche gelesen habe und ernsthaft respektiere, ist ihre Loslösung von,- und der Kritik an der dogmatischen Alice Schwarzer bezüglich Feminismus.