ORF Club 2: “Von der Finanzkrise zur Weltkrise?”

Am 19.11. um 23h Uhr diskutiere ich mit Jean Ziegler und anderen netten Menschen im ORF Club 2 zum Thema “Von der Finanzkrise zur Weltkrise?” (Wiederholung auf 3sat in der Nacht von Donnerstag 20.11. auf Freitag um 4:45).

Welche Folgen kann eine anhaltende, weltweite Wirtschaftskrise für die soziale und politische Stabilität in den Wohlstandsländern haben? Was würde das für arme Staaten und Schwellen-Länder bedeuten? Welche Spannungen können sich geopolitisch und international daraus ergeben? Und was können und sollten die Regierungen und Staaten tun, um die drohende Krise wenigstens einzudämmen? Darüber diskutieren bei Renata Schmidtkunz:

Jean Ziegler
Mitglied des UN Human Rights Council’s Advisory Committee

Albrecht Müller
Nationalökonom und Autor, nachdenkseiten.de

Margit Appel
Politologin, Katholische Sozialakademie

Klaus Werner-Lobo
Buchautor, “Uns gehört die Welt!

Peter Altmiks
Ökonom, Friedrich-Naumann-Stiftung

Erhard Fürst
Industriellenvereingung

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15 Kommentare
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  1. kieka,

    is das der deutsche ausstrahlungstermin?

    http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/26/0,1872,1404026_idDispatch:8159784,00.html
    Donnerstag, 27.11.2008 04:20 - 05:40 Uhr Nachtprogramm

    greetz
    pas

  2. wenn ich das richtig verstanden habe ist das am freitag um 4:45 auf 3sat, siehe http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/programm_titel.php3?url=http://pressetreff.3sat.de/pd/Sendung.asp?ID=%27C2629B51EFA142A3%27 (da steht donnerstag, weil freitag frühmorgens im fernsehen noch unter donnerstag läuft. wahrscheinlich für die, die um mitternacht die glotze noch immer nicht abdrehen.)

  3. ich hab jetzt grad auf ö1 zugehört und: sie machen das GANZ TOLL, ich glaub es muss für viele verständlich gewesen sein! für mich persönlich: aufbauend und ein lichtblick, weil ich grade beginne, mich zu engagieren, Sie haben mich sehr bestärkt und gestärkt - danke!

  4. Ich habe auch auf ö1 zugehört und war eigentlich erschüttert über diesen Unsinn, der noch über die Medien verbreitet wird. Klaus-Werner Lobo mag ein guter Rhetoriker sein, aber von wirtschaftlichen Zusammenhängen scheint er überhaupt keinen Ahnung zu haben. Sorry, aber das mußte ich loswerden.

  5. Klaus-Werner Lobo sagte in Ö1 heute sehr viel Richtiges, nämlich dass wir langfristig unser Wirtschaftssystem von einem auf Wachstum basierenden System in einen Gleichgewichtszustand bringen müssen. Dauerndes Wachstum kann es in einem endlichen System nicht geben.

    Was Herr Drenning dazu sagte, stimmt allerdings auch, nämlich dass es keine einfachen Lösungen gibt. Herr Lobo hat gemeint, dass man den 600.000 wohlhabendsten Österreichern, die insgesamt über ein Gesamtvermögen, bestehend aus Geldwerten, Immobilien und Firmen, von ca. 700 Milliarden Euro verfügen, nur ein Prozent p.a. wegnehmen müsse, um die Sozialsysteme zu finanzieren. Abgesehen davon, dass die Sozialausgaben in Österreich weit höher sind, sagt Herr Lobo nicht, dass dann jeder Häuslbauer, jeder Besitzer einer Eingentumswohnung, einer Lebensversicherung usw. einige Tausend Euro p.a. an Vermögenssteuer bezahlen müsste. Würde man nämlich angemessene Freibeträge vorsehen, so würden niemals die von ihm genannten 7 Milliarden Euro herauskommen.

    Die Dinge sind wahrlich nicht so einfach, wie der kleine Maxi glaubt.

    Heinz Uray

  6. @hermann möchtest du vielleicht eine begründung für deine erschütterung auch loswerden oder uns zumindest eine ahnung davon verschaffen?
    @heinz ich habe auch nicht gesagt, dass mit den 7mrd. alle sozialausgaben finanziert wären, sondern dass wir uns, hätten wir diese 7 milliarden mehr, keine sorgen mehr um die angebliche unfinanzierbarkeit der sozialsysteme machen müssten. bin aber durchaus dafür, die steuersysteme so progressiv zu gestalten, sodass es die kleinen häuslbauer weniger trifft.
    @ute danke ebenfalls, freut mich!

  7. Lieber Werner!

    Ich sitz hier nun vorm Gerät und bin begeistert und erschüttert zu gleich.
    Ich bin ganz deiner und Jean Zieglers Meinung - nur bin ich mittlerweile soweit, dass ich nicht mehr glaube, dass Argumente was ändern können. Der Kampf - im wahrsten Sinne des Wortes - ist nun gefragt und kann was ändern an Ansichten wie die von diesem Herrn Fürst.
    In diesem Sinne:
    Wir werden Siegen!!!
    Clownpower!!!

    With Smiles and Laughter
    Jürgen

  8. Ich kann Jürgen nur Recht geben. Erschütterung über die Ignoranz derer, die “vordergründig legal” mit “in Ordnung” gleichsetzen. So wie mich selbst gibt es Millionen Leute, die keine Aktien haben, daher keine Zocker sind. Die kleinen Sparer sind es nicht ..und Behauptungen werden durch Wiederholung nicht richtig, wenn sie schlicht erlogen sind. Es geht hier nicht um “Wirtschaftskompetenz” im Sinne der mittlerweile viel zu lange amtierenden Ärsche, die in immer unverschämterer Form öffentliche Gelder einsacken um sie zu verzocken, nachdem sie es auch nicht mehr essen können, und dann, wenn sich ihre moralisch völlig illegal vermehrten Milliarden halbieren, staatliche Unterstützung verlangen und bekommen.
    Es wird Zeit, dass sich die Hungernden mit letzten Kräften bewaffnen, weil es keine Argumente gibt, die an ein Gewissen dieser Ärsche herankommen können, weil es dieses Gewissen nicht gibt. Wer Ärsche unterstützt trägt die Kapazität zum Selbst- Arschsein in sich.
    Ich stimme mit dem Begriff “Demokratiekrise” teilweise überein.
    Wir befinden uns in einer Refeudalisierungsphase, das heißt moralisch de facto schon lange wieder im Mittelalter. “Landesfürsten” machen was sie wollen, Oligarchen (auch bei Raiffeisen) kontrollieren die Wirtschaft und erklären, was “gerechter” Lohn ist. Alle Regierungen auch der “westlich zivilisierten” Demokratien sind völlig korrupt, weil sie völlig losgelöst von realer Existenz sich nur selbst an der “Macht” halten und den Ärschen den Rücken freihalten, die im Gegenzug die Medien kontrolliern, damit die “Regierenden” an der “Macht bleiben können. Albrecht Müller sagt das gerade ganz richtig.
    Man sollte das noch weiter ausführen …. aber der “ökosoziale” Arsch soll an seinem Kuchen ersticken, aus moralischen Gründen- er lebt bereits in einem “Staat” der sich mit Zäunen schützt, oder hat er nicht für die EU gestimmt…?
    Grüße an alle, die guten Willens sind
    erich

  9. Direkt zur Kanzlerin
    In Deutschland gibt es eine Plattform
    Direkt zur Kanzlerin
    http://www.direktzurkanzlerin.de/

    http://www.dotsub.wikispaces.com
    Videoplattform mit Untertitelmöglichkeit.
    Jeder kann Video übersetzen.
    Das Videos des alternativen Nobelpreisträgers Mohammed Yunus wurde innerhalb von drei Wochen in 76 Sprachen übersetzt. Dotsub.com eignet sich sehr gut für die Verbreitung von Videobotschaften in verschiedenen Sprachen.

  10. Zur heutigen (19.11.) Club 2 Diskussion: Nieman hat das Zinseszinssystem angesprochen, das die
    eigentliche Ursache der Krise ist, da der arme Teil der Welt bei immer größeren Vermögen der
    Reichen einfach die Zinsen nicht mehr erwirtschaften kann, sodaß diverse Finanzblasen gemacht
    werden (müssen), um weiter an den Kapitalismus (zumindest in den nicht mehr der Realität entsprechenden Bilanzen der Banken) glauben zu können.
    Daß das Kapital die Staaten beherrscht (zumindest Österreich) ist offensichtlich, sonst müßte man
    nicht für erarbeitetes Einkommen höhere Steuern bezahlen als für Zinseinkünfte.
    Da wie in der Diskussion angesprochen sich die meisten Leute nicht auskennen, wird es eher
    zum totalen Rechtsruck kommen, als daß demokratisch dem Kapitalismus R E C H T Z E I T I G
    Einhalt geboten wird (dazu wäre notwendig: bevor die Banken Geld bekommen, sollten deren Bilanzen
    auf meines Erachtens noch in beträchtlichen Umfang vorhandenen faulen Bilanzpositionen geprüft
    werden; dann Rettung nur mehr der (wahrscheinlich) wenigen wirklich rettbaren Banken; Weiters
    Aufhebung des Bankgeheimnisses, damit alle Schmiergelder, Schwarzgelder etc. konfisziert
    werden können; Einführung einer durchgehenden Vermögensbesteuerung etc).
    Da das aber ein EU-Land nicht alleine durchführen kann, die EU aber sich nicht rasch genug ändern
    wird, sehe ich schwarz.
    Bemerken möchte ich, daß zum Beispiel in Österreich das staatliche Pensionssystem in der
    Vergangenheit so mißbraucht wurde (Frühpensionierungen und Privilegien bei staatsnahen Betrieben
    wie frühere Verstaatlichte Industrie, ÖBB, Post, Telekom, Banken), daß der Slogan der besseren
    privaten Pensionsvorsorge möglich wurde (mit privater Zusatzpension wäre angeblich dann auch
    so eine hohe Pension wie bei den Beamten möglich).

  11. Dank Dir Klaus-Werner und Jean Ziegler für eure klaren Worte im ORF. War schön zu sehen, dass die Nebelkerzenwerfer endlich einmal in der Minderheit waren.

    Meine klaren Worte lauten so:
    Kapitalismus und Markwirtschaft sind zwei verschiedene Systeme mit ganz klar unterschiedlichen
    Zielsetzungen.

    Im Kaptialismus gilt als oberstes Prinzip die Geldvermehrung. Geld fließt dorthin, wo die Renditen
    am Höchsten sind. Gibt es keine zu erwartende Rendite, gibt es auch keine Produktion.
    So ist es möglich, dass absurder Reichtum gleichzeitig neben himmelschreiender Armut existieren kann.

    Erzwungen wird das durch ein (Schuld)Geldsystem, bei dem Geld nur über Kredite in die Welt kommt
    für die aber permanent Zinsen miterwirtschaftet werden müssen, die dann an die eh schon alles Habenden
    umverteilt werden.
    Sieger sind ganz klar die Besitzenden bzw diejenigen, die die Ressourcen kontrollieren und den Rest der
    Menschheit in Abhängikeit halten und mehr und mehr ausbeuten können.
    Ein Irrweg mit jetzt schon abzusehenden katastrophalen Folgen für 95% der Weltbevölkerung.

    In der Marktwirtschaft geht es meiner Definition nach einzig und allein um Güter- und Dienstleistungs-
    produktion. Geld hat dabei nur die Rolle des Dieners. Mit Hilfe des Geldes wird der produzierte
    gesellschaftliche Reichtum in alle Zellen der Gesellschaft getragen. Ist genügend Wohlstand erwirtschaftet
    worden, dann kann auch die Produktion gedrosselt werden bzw. kann die gesteigerte Produktivität sich
    in Arbeitszeitverkürzung niederschlagen. Permanentes Wirtschaftswachstum braucht es nicht.

    Wer die zweite Lösung bevorzugt, der muss klar erkennen, dass das mit unserem heutigen Geldsystem nicht möglich sein wird. Weil das Geld heute noch Herr ist und nicht Diener der Menschen.
    Mit Geld darf sich kein Geld verdienen lassen, sondern nur durch Arbeit.

    Und außerdem braucht es eine neue Diskussion über das Bodenrecht. Denn das ist die zweite
    Umverteilungssäule, die es den (wenigen) Besitzenden ermöglicht ohne eigene Arbeit ihren Besitz und
    ihr Vermögen laufend zu vermehren. Erarbeitet von denen, die wenig bis gar nichts besitzen.

    so sehe ich das

    Wolfgang Krenn

  12. Hi;
    die Club2 Runde war ganz nett, aber leider etwas lasch und unvorbereitet. Wie kann es sein das die geladenen Experten und Mitgestalter der Diskussionsrunde auf die Ursachen der Hunger- bzw. Existenzkrise in Afrika nur mit “Koruption” antworten konnten? Die Weltbank wurde nur am Rande erwähnt, der IWF und HIPC gar nicht, Hedge-Strategien wie die Geierfonds total ausgelassen sowie der G8- Gipfel von Heiligendamm(2007), das ausschließlich fast alle HIPC-Länder ihre Schulden in US-Dollar zurückzahlen müssen,ect.
    Da sind viele Auslöser und Gründe warum es in diesen Kontinent zu wirtschaftlichen, politischen und ethischen Konflikten kommt, und das an diesem Elend und Leid die EU und die USA nicht unbeteiligt sind wird oft gerne verschwiegen.
    Was die Weltwirtschaftskrise anbelangt, kann man die Economisten nicht verurteilen nur wenn sie fachspezifisch genial arbeiten, das sich dies nicht ethisch aber moralisch anscheinend gut verträgt hat uns ja die Realität gezeigt. Wenn das Land bzw. eine Gemeinschaft wie die EU keine Einwände bezüglich der wirtschaftlichen Machenschaften hat, kann man davon ausgehen das gewisse Economisten also von einer höheren Ebene unterstützt bzw. ihre Vorgehensweisen toleriert und akzeptiert werden.
    Die jetzige Wirtschaftskriese ist ja weder unerwartet noch plötzlich auf uns zugekommen, sehr interessant wird es im ersten Quartal 2009 werden. Wenn ich mir manche fachspezifische Aussagen von div. Experten anhöre, bewundere ich ihren Optimismus, denn keiner ist bis jetzt mit einer Lösungsstrategie aufgetreten, Optimismus alleine ist zu wenig und für das Verurteilen der Zocker in der Casinorunde, ist die Zeit zu kostbar. Laut der Weltbhank werden sich die Kredite für die Entwicklungsländer nächstes Jahr verdreifachen (100 Milliarden Dollar), und was ist mit den Nahrungsmittelpreise, Biotreibstoff und den Rohstoffen?
    Es tut mir leid aber einiges davon hat mir in der Club2 Diskussion gefehlt!
    Lieber Werner deine letzten Sätze hätten mich auch ohne Marketting (Buch in die Kamera gehalten) erreicht.
    Herzliche Grüße Silvia

  13. Ich habe den Club2 gesehen… und es war herrlich!
    Die Erklärungs-und Beschwichtungsversuche des Herrn Fürst brachten mich in eine Situation wo ich nicht
    wusste.. soll ich jetzt lachen oder weinen?!
    Das Gespräch hat mich inspiriert und ich möchte Ihnen/dir danken.

  14. Gratulation an Herrn Klaus Werner-Lobe. Endlich hat einmal jemand Klartext gesprochen. Sie haben neben Albrecht Müller und Jean Ziegler geglänzt und die Verteidiger der Bankmafiosi alt aussehen lassen!

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