Südwind: “Wut und Lust”

“Klaus Werner-Lobo besitzt genügend Einblick in die Mechanismen der globalisierten Weltwirtschaft, um die Schuld für die Auswüchse eines wild gewordenen Kapitalismus nicht bei einzelnen habgierigen Managern oder erbarmungslosen Investmentfonds zu suchen”, schreibt das Südwind-Magazin in seiner Oktober-Ausgabe:

Vom Autor des „Schwarzbuchs Markenfirmen“ erschien soeben ein neues Buch, in dem er ganz konkret die globale Machtfrage stellt. Die Macht der Mächtigen ist eigentlich nur eine Illusion, erläuterte Klaus Werner-Lobo Südwind-Redakteur Werner Hörtner.

“Das Ziel meines neuen Buches ist zu zeigen, dass diese Macht eine Illusion ist. Der Titel ‚Uns gehört die Welt’ spielt ein bisschen damit. Das könnten ja die Konzerne sagen, denn de facto gehört die Welt, ökonomisch gesehen, den Reichsten. Laut UNO besitzen 2% der Weltbevölkerung mehr als 50% des Weltvermögens und die reichsten 10% mehr als 85%. Doch ich meine mit dem ‚uns’ uns Menschen. Wir müssen den Machtanspruch stellen.”

In seinem neuen Buch geht es dem Erfolgsautor - vom “Schwarzbuch Markenfirmen” wurden allein von der deutschen Ausgabe 150.000 Exemplare verkauft, es wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, darunter auch Chinesisch und Koreanisch - nicht nur darum, die verbrecherischen Machenschaften der größten Konzerne aufzuzeigen. Es sind zwar wieder zwanzig Firmenporträts enthalten, die “die Macht und die Machenschaften” der Herren der Welt aufzeigen, doch ist der Großteil des Umfangs Informationen über verschiedene Lebensbereiche - und deren Missbrauch durch die nimmersatten Geschäftemacher - gewidmet: Gesundheit und Pharmakonzerne, Ernährung, Mode, Spielzeug, Lebensmittel, Elektronik …

Klaus Werner hat diesmal bewusst einen anderen Zugang gesucht. “Beim ‚Schwarzbuch Markenfirmen’ war mein Motto, die Leser und Leserinnen wütend zu machen, und das hat auch gut funktioniert. Bei einigen ist allerdings angesichts der Macht der Konzerne ein Ohnmachtsgefühl entstanden. Mit dem neuen Buch versuche ich, die Wut mit Lust zu verbinden, mit der Lust zu Handeln.” Dabei wendet sich der Autor im Besonderen an jugendliche LeserInnen, die noch zugänglicher sind für den Wunsch nach Veränderung. Er hat das Buch in einer leicht verständlichen Sprache geschrieben - und diesen Anspruch auf Verständlichkeit gleich im Schreibprozess mit einer Gruppe Jugendlicher getestet. Weiterlesen…

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