Schöne, neue Bananenrepublik

Der Bananenkonzern Chiquita will endlich von seiner dunklen Vergangenheit loskommen und bemüht um ein grünes Image, indem er seine Früchte mit dem Gütesiegel der industriefreundlichen “Rainforest Alliance” schmückt. In einem aktuellen Artikel der Süddeutschen Zeitung kommentiert ein Gewerkschafter aus Costa Rica, was davon zu halten ist:

Es habe sich nichts geändert auf den Plantagen, die Arbeitsbedingungen seien unmenschlich, die Umwelt sei verseucht, Gewerkschaftsarbeit werde behindert. “Und diese ganzen Zertifizierungen sind nichts anderes als ein Vollwaschgang fürs Firmenimage”, sagt er. Was man erwarte, wenn sich Organisationen wie Rainforest Alliance für ihre Dienste von den Konzernen entlohnen ließen? “Wer die Musik zahlt, bestimmt, was getanzt wird.” Wenn die Zertifizierer kämen, würden die Arbeiter “ausstaffiert wie Astronauten”. Das alles sei ein großes Geschäft, auch für die Zertifizierer.

Rainforest-Mitbegründer Chris Wille stellt dies zwar in Abrede, stellt aber klar:

Wie in Costa Rica Früchte angebaut würden, bestimme letztlich der Markt. Was Aldi zum Beispiel bezahlt, gilt in Deutschland für die meisten Supermarktketten als Maßstab.

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