Gute Gründe gegen das iPhone

17. Juli 2008 | Von Klaus Werner-Lobo | Kategorie: Marken

Wie es Apple und den Handyprovidern unter tatkräftiger Mithilfe durch die Medien und leider auch vieler Weblogs gelungen ist, den konsumistischen Hype rund um das iPhone anzukurbeln, grenzt schon ans Absurde: Was an den realsozialistischen Ländern immer belächelt wurde, nämlich dass sich Menschen stundenlang anstellen mussten, um ein rares Konsumprodukt zu kaufen, gilt im Radikalkapitalismus nun plötzlich als cool. Haben die denn nichts besseres zu tun, als sich für ein rund 600 Euro teures Statussymbol zu Idioten zu machen?

Greenpeace kritisiert das iPhone für den nicht austauschbaren Akku, aber auch für die darin offenbar noch immer enthaltenen Giftstoffe. Auch in einer im Juni veröffentlichten Rangliste für Grüne Elektronik schneidet Apple schlecht ab: Abgeschlagen auf Platz 11 erhielt Apple gerade einmal 4,1 von möglichen 10 Punkten, die ein “grünes” Produkt erhalten würde. Bewertet wurden Inhaltsstoffe und Energieverbrauch der Geräte sowie die Recyclingpolitik von 18 Elektrofirmen. Über die Ausbeutung von Beschäftigten bei Apple-Lieferanten rede ich hier noch gar nicht, das lest ihr dann ab September in Uns gehört die Welt!.

Nun liefert auch die Free Software Foundation (FSF) gute Gründe gegen das iPhone (übersetzt von commonsblog):

  • Das iPhone blockiert komplett freie Software. Entwickler müssen an Apple eine Steuer zahlen, Apple herrscht dann darüber wer was mit seinem Gerät machen darf und was nicht.
  • Das iPhone befürwortet und unterstützt das so genannte Digital Restrictions Management (DRM) - also digitale Nutzungseinschränkungen (zugunsten der Inhaber der Monopolrechte, also Apple)
  • Das iPhone verrät wo Du bist und gibt Anderen ein Instrument in die Hand, Dir ohne Dein Wissen nachzuspüren.
  • Auf dem iPhone laufen keine patent- und DRM-freien Formate wie Ogg Vorbis und Theora.
  • Das iPhone ist nicht die einzige Option. Es zeichnen sich bessere ab, die Deine Freiheit respektieren, Dich nicht ausspionieren, freie Medienformate abspielen und Dich freie Software nutzen lassen wie FreeRunner.

Das iPhone sei “kaputt”, und zwar “absichtlich”, schreibt die FSF, denn “theoretisch könnte es viele verschiedene Programme laufen lassen”, was durch Apple aber verhindert werde. Und selbst ohne einen Gedanken an Umweltschutz und Freie Software zu verschwenden halten manche User das neue Spielzeug mittlerweile für “absoluten Dreck”.

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4 Kommentare
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  1. Der Text der FSF gegen das iPhone ist mehr als mässig übersetzt.
    “Entwickler müssen an Apple eine STEUER zahlen” —> sie zahlen Abwicklungsgebühren, für die sie zB das Hosting und die Zahlungsabwicklung von Apple durchgeführt bekommen.
    “digitale Nutzungseinschränkungen (zugunsten der Inhaber der Monopolrechte, also Apple)”
    —> Apple hat keine Rechte an Songs oder Filmen, sondern die entsprechenden Labels und Vertriebsfirmen.
    Und dass Software kopiergeschützt ist, ist nun auch relativ häufig … mit der Ausnahme von free / open software.

    Ein paar andere Formulierungen sind IMHO auch nicht wirklich geglückt.
    Und weist ruhig darauf hin, was die Alternativen sind … das fragt man sich ja nach dem Lesen des Artikels.

    Google’s Android? the next big brother is watching you …
    Oder doch ein HTC mit Windows Mobile? von Absturz zu Absturz?
    Es lebe der Mobilfunk-Markt!

  2. freerunner wurde ja von der fsf bereits als alternative genannt. und wie wär’s überhaupt damit, nicht jedem hype nachzulaufen und einfach das alte handy weiterverwenden?

  3. -also erstens kostet das iphone keine 500 euro sondern bei anmeldung nur mehr 120 euro und das ist für ein bussiness handy mit 3gb datentraffic ein schnäpchen.

    -giftstoffe sind in jedem elektronischen gerät enthalten, apple hat als einer der wenigen vorbilder sogar versprochen das zu bessern soweit als möglich und das wurde auch schon teilweise umgesetzt.

    -steve jobs hat sich lautstark gegen drm eingesetzt, hier ist nicht apple daran schuld sondern die alten mühlen der musikindustrie, es gibt seitdem auch drm freie musik in itunes, also wieder falsch dargestellt.

    -klar ist es keine open software dafür ist es auch für dich als nicht freak handhabbar. wer will kanns sich aber jederzeit sein iphone jailbreaken, also öffnen lassen sogar mit etwas google kentnisse von zu hause aus dann kann man jede menge fremde software installieren ohne den segen von apple.

    ihr müßt auch verstehen das es nicht nur eine limitierung von apple ist den iphonecomputer nicht ganz zu öffnen sondern auch ein schutz damit die stabilität des computers (ja es ist in erster linie ein computer und kein telefon) geschützt ist.

    “Das iPhone verrät wo Du bist und gibt Anderen ein Instrument in die Hand, Dir ohne Dein Wissen nachzuspüren.” = Auch ein kompletter blödsinn, die lokalisierung kann man aktivieren wenn man möchte in den settings ansonsten ist da gar nix mit nachspüren :)

    und warum stellen sich leute in einer schlange an, weil dieses telefon einfach eine revolution darstellt und da ist es nun mal klar, dass da ein paar leute schlange stehen.

    auf lange sicht wird sich das iphone schritt für schritt weiter öffnen da bin ich mir sicher.
    ihr solltet inzwischen auch weiter dazulernen und besser recherchieren und die artikel nicht so reißerisch einseitig schreiben sonst werdet ihr nie die aufmerksamkeit bekommen die ihr euch wünscht.

  4. [...] Klick Gibs weiter! Dieser Artikel wurde am 08.August 2008 von Sjörn Plitzko geschrieben und unter Randnotizen abgelegt. | Tags: Handy, iPhone, Müllproduktion, Nachhaltigkeit, Technik, Umweltbewußtsein     Vielleicht interessiert dich das hier auch?Der kugelsichere Weste für Handy, ähm strahlensichere… [...]

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