Tchibo T-Shirts mit Hinweis auf Kinderarbeit
Vor ein paar Wochen habe ich mich ja mit dem Namen Ikea Sucks als Ikea-Family-Mitglied registriert. Die Bloggerin Kirsten Brodde (danke Helge für den Hinweis) hatte eine besonders gute Idee: Sie bestellte im Online-Shop von Tchibo T-Shirts mit folgenden Aufdrucken und schaffte damit sogar eine Berichterstattung auf Spiegel online:
Danach stellte sie sich vor eine Tchibo-Filiale in Hamburg - mit ihrer Neuerwerbung und einem Schild: “Fragen Sie mich nach meinem T-Shirt!” Tchibo reagierte, so wie Nike bei einer ähnlichen Aktion, not amused. Der Fokus Kinderarbeit und der Ton der Aktivistin seien unfair, entscheidendere Missstände seien zu niedrige Löhne, die nicht zum Leben reichen oder die fehlende Gewerkschaftsfreiheit der Leute, die in Textilfabriken arbeiten. Ja, eh. Aber wieso profitiert Tchibo dann davon?
Das Interessante für mich ist, dass sich solche Aktionen mittlerweile per Weblogging wie ein Lauffeuer verbreiten. Das heißt: Mit einer guten Idee können auch Einzelpersonen und kleine Initiativen große Aufmerksamkeit für öffentliche Anliegen hervorrufen, ohne sich den Marktmechanismen klassischer Medien anzubiedern. Das stimmt eigentlich optimistisch.
Ich habe natürlich auch gleich versucht, mir bei Tchibo T-Shirts zu bestellen, doch die sind dort nun “leider bereits vergriffen”. Dafür habe ich jetzt beim Tchibo-Lieferanten Spreadshirt einen Testversuch gemacht und folgendes Motiv bestellt; mal sehen ob sie es liefern:
Update 27.6.: Spreadshirt hat mit das Teil tatsächlich geschickt. Nur: Was tu ich jetzt damit? Wenn niemand eine bessere Idee hat schenke ich es der ersten Person, die bereit ist, vor meinen Augen das Logo eines bekannten Markenartiklers aus ihrem Shirt rauszuschneiden…








Die werden wohl ein paar Leutchen zum nachgucken angestellt haben welche die Aufträge nach solchen Bestellungen wie Deine eine ist durchforsten.
Für Fragen über Ablauf, Internas, etc. bei Spreadshirt & Co stehe ich gerne jederzeit zur Verfügung.
Amnesty vertreibt schon seit einer Weile T-Shirt über Spreadshirt:
http://amnesty.spreadshirt.net/de/DE/Shop/
Mit dem Verweis:
“Die Hersteller der Bekleidung haben sich dazu verpflichtet, die ILO-Konventionen, die Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die UN-Konventionen über die Rechte des Kindes, sowie die Beseitigung jeder Form der Diskriminierung von Frauen einzuhalten.”
Was bringt eine solche “Verpflichtung”, ohne Siegel?
@veganer: mir scheint das auch recht fadenscheinig…schonmal bei amnesty dazu nachgefragt?