Fairständnis für McDonald’s?

Auf der Online-Plattform Aktiv gegen Kinderarbeit findet man immer wieder interessante Berichte über globale Ausbeutung durch multinationale Unternehmen. Manchmal allerdings werden auch Meldungen über angebliche Aktivitäten der Konzerne im Rahmen ihrer “Corporate Social Responsibility” (CSR) relativ unkritisch übernommen, wie jüngst im Fall von McDonald’s: McDonald’s hat fairstanden – zertifizierter Kaffee im Schnellrestaurant, berichtet die vom Netzwerk EarthLink betriebene Seite da: Der mit dem Gütesiegel der Rainforest Alliance versehene Kaffee garantiere die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards, welche u.a. auch das Verbot von Kinderarbeit einschließen.

Ich habe dazu folgenden Kommentar gepostet, den ich - zusammen mit den Reaktionen der Betreiber - hier leicht gekürzt wiedergeben möchte, weil die darin enthaltenen Argumente immer wieder auftauchen:

Die Rainforest Alliance ist eine konzernfreundliche Institution, die relativ billig ihr Gütesiegel an Firmen wie Chiquita oder Kraft (Milka, Jacobs etc.) hergibt. Mit Fairem Handel und Nachhaltigkeit (ein rechtlich ungeschützter Begriff) hat das gar nichts zu tun. Der Kaffee von McDonald’s wird ebenso wie andere McDonald’s-Produkte nach wie vor unter extrem ausbeuterischen Verhältnissen hergestellt, von biologischer Produktion oder sozialen Standards wie gerechten Mindestlöhnen oder ausreichenden Gewerkschaftsrechten keine Spur.

Hier die Antwort von Earthlink:

Dass das Rainforest-Alliance-Siegel noch lange kein Fair-Handels-Siegel ist, wissen wir und wird nicht behauptet. Wir verlinken deshalb auch auf unsere Website, wo wie ausdrücklich schreiben: “Es wurde immer wieder Kritik geäußert, das Siegel der Rainforest Alliance sei wenig aussagekräftig oder ‘Fairtrade light’. In der Tat entsprechen die Standards nicht denen anderer Siegel, dies wurde von der Rainforest Alliance jedoch auch nie behauptet. Die Vorwürfe beziehen sich meist auf die Nichteinhaltung der Kann-Bestimmungen in den Standards.”

Wir halten es aber sehr wohl für einen Schritt in die richtige Richtung, wenn McDonald sich Gedanken um ökologische und soziale Aspekte in seinem Geschäft macht. Natürlich kann man als Fair-Handels-Begeisterter dann finden, dass das nur “Trippelschritte” sind.

Unstrittig ist aber auch, dass McDonald eine Zielgruppe anspricht, die der Faire Handel zum allergrößten Teil überhaupt nicht erreicht. Diese Leute werden nun plötzlich mit Nachhaltigkeitsthemen “konfrontiert” und ich weiß aus dem eigenen Bekanntenkreis, dass diese Werbung tatsächlich zum bewussteren Konsum anregen kann.

Wir sehen McDonald und Kraft aber überhaupt nicht durch eine “rosarote Brille”, im Gegenteil berichten wir auch immer wieder über ausbeuterische Arbeitsbedingungen (vor allem mit dem Schwerpunkt Kinderarbeit), wenn uns Konkretes bekannt wird.

Mein Kommentar dazu:

was diese “schritte in die richtige richtung” betrifft halte ich es mit einem vertreter von unicef, der mir einmal gesagt hat: ” ich bedanke mich doch auch nicht bei einem dieb dafür, dass er mir diesmal um ein paar euro weniger gestohlen hat.” diese art “corporate social responsibility” verfolgt vor allem zwei ziele: das geschäft durch gewissensberuhigung noch weiter anzukurbeln - also wie der genannte dieb dafür zu sorgen, dass man die kundschaft für die gehehlte ware nicht verliert, indem man den diebstahl beschönigt. und zweitens verpflichtende gesetzliche regelungen zum schutz globaler sozialer und ökologischer mindeststandards zu verhindern. das ist, wie wenn der dieb sagen würde “wir brauchen keine gesetze gegen diebstahl, weil ich ohnehin in zukunft freiwillig weniger stehlen werde”. leider sind die konzerne damit auf politischer ebene erfolgreich, und sie kriegen - in diesem fall sogar von ansonsten kritischen organisationen - auch noch öffentlichen beifall dafür.

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Ein Kommentar
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  1. Auch heute und die nächstn Tage geht es wieder auf die Strasse zur Kundgebung gegen Mc Donald..s in der Schanze! Lasst uns zu einer großen Bewegung werden… Laut, kraftvoll und kreativ.

    Also alle jeden Tag: HIN DA! Wie immer ab 18 Uhr!

    Hier nochmal der Aufruf:

    Wir können nicht soviel essen wie wir kotzen wollen!!!

    Bis vor einigen Jahren konnte man noch durch das Schanzenviertel gehen ohne von überflüssigen Produkten und übertriebenen Preisen erschlagen zu werden. Mensch konnte auch mit wenig oder keinem Geld am kulturellen Leben teilnehmen. Die Schanze war ein Ort der Alternativen zur kapitalistischen Restwelt bot. Mittlerweile beobachten und die Schergen mit Überwachungskameras zum Teil aus Privatwohnungen, Geschäften und auf allen öffentlichen Plätzen, denn Ihre neu gebaute Welt soll nicht gestört werden. Szenelounges und Labels Verdrängen Läden, die von Nutzen für Anwohner und deren alltägliches Leben sind.
    Wer hat von unserem Tellerchen gegessen?

    Wie viel soll im Schanzenviertel eigentlich noch konsumiert werden?
    Menschen die seit Jahren hier wohnen, werden durch Mietpreiserhöhungen aus Ihren Wohnungen und ihrem Lebensraum vertrieben. Dafür sollen junge Menschen mit entsprechendem „Kleingeld“ einziehen, die jeden Abend für 50 € Essen gehen und mindestens drei Mal pro Woche neue Klamotten kaufen. Dementsprechend soll es auch aussehen, Graffitis und Straßenkunst werden entfernt und zerstört, zum Teil verkauft und die sogenannte „Aufwertung und Verschönerung“ der Gebäude wird vorangetrieben.
    Wo die Reichen sich dann im Konsum ungestört baden sollen…

    Die Kirsche auf Eurem Sahnetörtchen…
    …ein Mc Donald..s am S-Bahnhof Sternschanze. Auch das noch…
    Nicht das wir schon genug Lokale zum vollstopfen hätten. Jetzt auch noch eins, was seine Arbeitnehmer ausbeutet, die Gentechnik und Massentierhaltung vorantreibt und sich einen Scheißdreck um Umwelt und Klima kümmert.
    Ein Vorzeigekonzern der nur am Kapital und nicht an den Menschen interessiert ist.

    Weder an denen, die in unmenschlichen Verhältnissen für Mc Dreck arbeiten, noch denen deren Existenzen durch diese Filiale in der Schanze bedroht werden. Noch ein Imbiss an diesem Standort ist total überflüssig und wird früher oder später diejenigen, die dem Preiskampf nicht standhalten können, verdrängen.

    Wir sind das Haar in der Suppe…

    ..da wir und kreativ und emanzipatorisch gegen Kapitalismus und
    Gentrifikation wehren werden.

    Wir wollen kein Mc Donald..s in der Schanze und nirgendwo…

    Denn wir sind längst satt.

    WIR werden das nicht einfach hinnehmen…

    Lasst und die Schanze zusammen gestalten, so wie WIR es wollen!

    Volxküchen statt Mc Donald..s!

    Kundgebung jeden Tag ab 18 Uhr Bahnhof Sternschanze

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