Wegen Monsanto verboten, für Coca-Cola erlaubt?
Wenn ich meinen Kaffee süße, mache ich jeden Tag etwas Illegales. Ich verwende dafür nämlich ein Pulver, das ich illegal aus Brasilien importiert habe, weil dessen Verwendung in der EU als Lebensmittelzusatz verboten ist: Stevia. Der aus einer Pflanze gewonnene Süßstoff wird von indigenen Völkern seit Jahrhunderten verwendet: er ist 30mal süßer als Zucker, macht nicht dick, provoziert keine Karies und ist auch für DiabetikerInnen verträglich. Warum er dennoch verboten ist? Weil der US-Konzern Monsanto darin Konkurrenz für seinen - mutmaßlich sehr gesundheitsschädlichen - Süßstoff Aspartam witterte und die amerikanische Lebensmittelbehörde FDA mit einer zweifelhaften Studie überzeugen konnte, das Mittel zu verbieten. Obwohl die Ergebnisse der Studie längst widerlegt sind, übernahm auch die Europäische Union das Stevia-Verbot - vermutlich auch auf Druck der hiesigen Zuckerrübenindustrie.
Nun berichtet Telepolis, dass das Stevia-Verbot aufgehoben werden soll. Nein, nicht für uns KonsumentInnen oder zum Wohle brasilianischer Kleinbauern. Sondern lediglich für den Konzern Coca-Cola: “Während Stevia selbst nicht patentierbar und damit nur sehr bedingt zur Erzielung von Monopolrenditen geeignet ist, wurde im letzten Jahr bekannt, dass Coca Cola und Cargill insgesamt 24 Patentanträge für “Rebiana” stellten – einem chemisch veränderten und damit “schützbaren” Süßstoff auf Stevia-Grundlage. Den Plänen des Getränkekonzerns zufolge soll Rebiana 2009 sowohl in den USA als auch in der EU als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen werden.”





