Prozess gegen Clownrebellen
Nicht nur in Wien hat man viel Spaß mit Polizei und Rechtsstaat, wenn man sich illegal versammelt.
Indymedia veröffentlicht einen sehr sehr ernsten und lesenswerten Bericht über einen Prozess gegen die Kölner Clownsarmee. Die Angeklagten wurden des Hausfriedensbruchs im Zusammenhang mit einer antimilitaristischen Demonstration für schuldig befunden. Als Beweisstück legte die Polizei unter anderem eine Übersetzung der Website der britischen Rebel Clown Army vor: “Wir sind circa, weil wir ungefähr und, weder hier noch dort ambivalent sind, aber im leistungsfähigsten aller Plätze, der durchschnittliche Auftrag des Platzes und Chaos.” (Prozessakte, Blatt 38)
“Das Verhältnis zwischen Clownsarmee und Polizei ist seit jeher angespannt”, heißt es in der Verteidigungsschrift. “Ursache hierfür dürfte der latente Neid der Polizisten auf die gut ausgebildeten, gut genährten und vor allem gut aussehenden Einheiten der Clownsarmee sein.” Auch bei der Polizei selbst werde dieses Problem gesehen: “Die Aktivisten sind stets sehr gut vorbereitet, aufeinander abgestimmt (Strategie!) und im Handeln als Gruppe sehr ‘effektiv’. Die einzelnen Aktionsformen sind wandelbar, die Möglichkeiten unbegrenzt.” (Prozessakte, Blatt 34).
Obwohl der offenbar übelgelaunte Staatsanwalt “bemüht war, mit seinen Mundwinkeln die Schulterblätter zu berühren”, zeigten die Clowns Einsicht: “Die von der Staatsanwaltschaft angeführten Beweise sind so überzeugend, dass auch wir selbst nun an unsere Schuld glauben. In unserem gescheiterten Versuch die herrschende Ordnung gegen Kritik und Veränderung zu verteidigen haben wir uns selbst gegen diese Ordnung gestellt und so die freiheitlich demokratische Grundordnung unseres geliebten Vaterlandes in ihren Grundfesten erschüttert.”





