Onlineplattform zum Buch Uns gehört die Welt! Macht und Machenschaften der Multis von Klaus Werner-Lobo. Die Welt wird von multinationalen Konzernen und Multimillionären als Ware betrachtet, mit der sie Profite machen. Demokratie, Menschenrechte, Umwelt und Wohlstand bleiben dabei auf der Strecke. Doch es ist unsere Welt, wir lassen uns nicht verkaufen! Und schon gar nicht lassen wir uns für dumm verkaufen! Weiterlesen...

Video: Charlotte Roche über "Uns gehört die Welt!"



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Terra: Un mondo senza consumismo è possibile

Die italienische Tageszeitung Terra schreibt heute:

In seinem Buch beschränkt sich der österreichische Journalist nicht auf eine lucide Abbildung der realen Konsequenzen einer auf ungezügeltem Konsumismus basierenden Welt. Auch wenn die Übermacht des Geldes und der Erfolgshunger unseren Lebensstil bestimmen, zeigt uns Klaus Werner-Lobo, dass eine Alternative gibt.

terra



Il libro che le multinazionali non ti farebbero mai leggere

Am 2. Juli erscheint “Uns gehört die Welt!” im Verlag Newton Comton Editori auf Italienisch:

Sfruttamento del lavoro, esaurimento delle risorse. Come la dittatura dei grandi marchi condiziona le nostre vite

Nokia, McDonald’s, Coca Cola, Adidas: nei centri commerciali troviamo scintillanti marche a prezzi competitivi. E il nostro sabato pomeriggio di shopping ci fa sentire realizzati, alla moda, perfettamente inseriti nella società. Peccato però che quel telefonino e quel paio di scarpe acquistati con tanta leggerezza siano il frutto del lavoro duro e sottopagato di donne e bambini del Terzo Mondo al servizio delle ricche multinazionali. Ma davvero è tutto così “normale”? Non c’è alcuna possibilità di riscatto per chi ha avuto la sfortuna di nascere in un Paese povero? Esiste un modo per dire basta alle multinazionali che ignorano i diritti umani e distruggono l’ambiente nella corsa inarrestabile verso il profitto? Questo libro dimostra che un’alternativa è possibile. E indagando crimini e colpe dei grandi gruppi industriali, ci indica una strada che anche noi nel nostro piccolo, con poche accortezze, possiamo percorrere per realizzare finalmente un mondo più equo e umano.

Alcuni dei temi affrontati:

- La globalizzazione e le sue conseguenze
- Lo strapotere dei grandi gruppi industriali
- Organizzazioni mondiali al servizio delle multinazionali
- Guerra per i nostri cellulari
- Kalashnikov e bambini-soldato
- Sfruttamento e lavoro minorile
- Le multinazionali del settore alimentare
- Schiavitù e lavoro coatto
- La dipendenza dal petrolio
- I misfatti dell’industria farmaceutica
- Le speculazioni finanziarie
- Il mondo appartiene a noi: come reagire
- La globalizzazione dei diritti umani



WDR: “Raus aus der Krise”

Sonntag, 28. Juni 2009, 11.00 - 12.25 Uhr WDR Fernsehen: Klaus Werner-Lobo in der Sendung west.art am sonntag

Blaue Einbahnstraßenschilder mit weißem Pfeil zeigen nach rechts und links.; Rechte dpa/Picture-Alliance, Wolfram Steinberg

Wie müssen wir unser Leben ändern?

Was tun? Das fragen sich viele, seit der weltweite Bankencrash jahrzehntelang gültige Überzeugungen in Frage gestellt hat. Noch ist nicht abzusehen, wie sehr sich unser Alltag in Zukunft verändern wird. Schon jetzt aber steht fest, dass die Wirtschaftskrise Auswirkungen auf das gesamte gesellschaftliche Leben hat. Mit welchen Konsequenzen müssen wir rechnen? Gibt es Grund zur Panik angesichts steigender Arbeitslosenzahlen und des Bankrotts großer Konzerne? Oder finden wir einen Weg, aus dem Kollaps zu lernen? [mehr]


Gertrud Höhler ist Publizistin und Management-Beraterin. Sie plädiert dafür, den Alltagstugenden wieder zu ihrem Recht zu verhelfen. [mehr]


Matthias Horx, Trend- und Zukunftsforscher, betrachtet den Crash der Finanzmärkte nicht als Katastrophe, sondern als Beschleuniger für dringend notwendige Veränderungen. [mehr]


Der Theaterintendant Ulrich Khuon warnt davon, an der Kultur zu sparen. „Theater kann solidarisierend wirken.“ [mehr]


Rebekka Reinhard ist philosophische Beraterin. Sie rät zum Abschied vom Perfektionismus und zu einer maßvollen Lebensgestaltung. [mehr]


Klaus Werner-Lobo gilt als „Star der alternativen Globalisierung, Er kritisiert Macht und Machenschaften der Großkonzerne. [mehr]



Das Interview: “Geld hat keinen Geschlechtsverkehr”

„Das Interview“,  Österreichs erstes Interview-Magazin, ist ein Projekt des Journalismus-Instituts der Fachhochschule Wien. Für die Juliausgabe hat Peter Babutzky hat mit Klaus Werner-Lobo gesprochen:

Sind Sie eigentlich froh, dass diese Wirtschaftskrise ausgebrochen ist?

Froh kann man nicht sein. Denn die Verlierer sind wieder die Armen. Die Finanzkrise ist ja nicht das eigentliche Problem, sondern die Antwort auf die Krise ist die Katastrophe.

Warum?

Der Turbokapitalismus geht weiter. Es werden jetzt Milliarden in die Banken und in die Autoindustrie gesteckt, ohne dass die Verursacher der Krise dafür geradestehen. Im Gegenteil: Sie profitieren sogar davon.

Wenn man den Banken nicht die Milliarden geben würde, dann würde doch das ganze Wirtschaftssystem zusammenbrechen.

Klar, die Gesellschaft muss die Banken retten. Dann gehören die Banken aber auch uns und nicht ein paar Wunderheinis.

Das bedeutet verstaatlichen?

Ja. Aber nicht im Stil der 1970er Jahre. Die Banken müssen demokratisiert werden.

Was bedeutet „demokratisieren“?

Die Bevölkerung soll die wirtschaftlichen Ziele der Banken bestimmen. Banken sollen wieder ihre ursprünglichen Funktionen einnehmen: Risiken finanzieren, Investitionen machen, mit Geld aushelfen. Die wirtschaftlichen Ziele sollen demokratisch bestimmt werden.

Wollen Sie eine gerechte Welt im kapitalistischen System? Ist das überhaupt möglich?

Nein. Kapitalismus verspricht uns, dass sich Geld quasi von selber vermehrt. Geld hat aber keinen Geschlechtsverkehr, und ich habe auch noch nie einen Geldschein arbeiten gesehen. Reichtum vermehrt sich nur, wenn jemand dafür arbeitet. Wenn man das nicht selbst tut, müssen andere oder die Umwelt ausgebeutet werden.

Viele Ökonomen sagen aber, dass die Globalisierung eine Win-Win-Situation ist und vom Kapitalismus alle profitieren.

Das stimmt nicht. Die Erde hat nur begrenzte Ressourcen. Wenn einige diese Ressourcen im Übermaß
nutzen, dann verlieren andere. Wenn alle so leben würden wie die Durchschnittseuropäer, dann bräuchten wir zweieinhalb Erden, um alle Menschen zu ernähren.

Sogar Alexander Van der Bellen hat in einem Interview gesagt, dass der Kapitalismus das effizienteste System sei, das je erfunden wurde.

Ja, schon. Aber die Tötungsmaschinerie der Nationalsozialisten war auch effizient. Effizienz ist kein Kriterium für Menschlichkeit. Der Kapitalismus ist effizient in der Steigerung von Egoismus und Konkurrenzdenken. Menschlichkeit zählt in diesem Wirtschaftssystem nicht.

Möglicherweise neigt der Mensch eher zu Konkurrenz als zu Kooperation…

Nein, das ist falsch. Hirnforscher und Psychologen wie Arno Gruen oder Horst Eberhard Richter bestätigen, dasss wir Menschen alle Anlagen in uns tragen - von extrem grausam bis zu extrem liebevoll. Aber: Wenn unser Wirtschaftssystem Arschlochqualitäten belohnt, dann dürfen wir uns nicht wundern, dass Menschen Arschlöcher werden.

Schließt Reichtum Anstand aus?

Der absurde Reichtum der Multimillionäre ist unanständig, weil in einem begrenzten System wie der Erde übermäßiger Reichtum nur auf Kosten Ärmerer möglich ist – das ist Diebstahl.

Sind wirklich alle so schlecht? McDonald’s unterstützt zum Beispiel mit seinen Ronald McDonald Häusern kranke Kinder.

Also Ronald McDonald ist wirklich mein Feind.

Warum?

McDonald’s hat sein Geld durch schlimmste Formen von Ausbeutung gewonnen. Das ist so, als ob ein Schwerverbrecher jede Menge Leute umlegt. Und um seinen Ruf wieder zu verbessern, spendet er fünf Euro an den Opferfonds. Das ist das, was Ronald McDonald macht.

Wird die Wirtschaftskrise eine Trendumkehr weg vom Kapitalismus bewirken?

Heute kann man wieder Kapitalismuskritik anbringen, weil jeder kapiert hat, dass etwas an diesem System nicht stimmt. Bis vor kurzem konnte man das Wort Kapitalismus gar nicht in den Mund nehmen, ohne gleich als Stalinist bezeichnet zu werden.

Muss etwa die Marktwirtschaft abgeschafft werden?

Marktwirtschaft kann in kleinen Bereichen vernünftig sein. Aber sie kann nicht das einzige Wirtschaftsmodell sein. Es muss die Möglichkeit bestehen, dass Menschen nicht nach den Regeln von Profitmaximierung leben.

Wie soll dann aber eine alternative Wirtschaftsordnung aussehen?

Die wichtigste politische Forderung ist die Umverteilung. In den letzten Jahrhunderten ist das Vermögen immer von unten nach oben gewandert. Diese Entwicklung muss wieder umgekehrt werden. Zum Beispiel durch Vermögens- und Erbschaftssteuern. Das oberste Ziel von Wirtschaft sollte aber Glück sein und nicht Profit.

Aber wie können ohne das Gesetz von Angebot und Nachfrage etwa Preise entstehen?

Diese Frage sollte von der Gesellschaft demokratisch beantwortet werden. Die Preise für Luxusgüter können meinetwegen marktwirtschaftlich entstehen, allerdings müssen sie die ökologischen und sozialen Folgekosten beinhalten. Lebenswichtige Güter wie Wohnen oder Grundnahrungsmittel dürfen dem Profit-Prinzip aber nicht unterworfen werden. In diesen Bereichen muss reguliert werden.

Also Planwirtschaft?

Nein, es geht nicht um einen autoritären Top-Down-Ansatz, sondern um demokratisch vereinbarte Spielregeln. Gesetze und Steuersysteme sollten nicht den Shareholder-Value belohnen, sondern den Nutzen für die Gesellschaft. Dafür brauchen wir eine Demokratisierung auf allen Ebenen: auf lokaler, globaler, aber auch auf betrieblicher Ebene.

Sie wollen, dass die Mitarbeiter eines Betriebs über die Unternehmensziele abstimmen?

Durchaus. In Argentinien haben die Belegschaften Unternehmen übernommen, die von ihren Eigentümern in der Wirtschaftskrise fallengelassen wurden – seither arbeiten sie viel effizienter und produktiver.

Ihr neues Buch hat den Titel „Uns gehört die Welt“. Gehört sie wirklich uns?

Ökonomisch gesehen gehört sie den Reichen und Konzernen. Doch es ist immer noch unsere Welt. Und jeder sollte seinen Einfluss nutzen, um für eine gerechtere Weltordnung einzutreten. Wir müssen Räume schaffen, die nicht von der kapitalistisischen Profit-Logik dominiert sind.



jetzt.de: Zum Beispiel Aktiv werden

jetztde Klaus Werner-Lobos Wirtschaftskolumne auf jetzt.de

Vor einigen Wochen habe ich vier Vorschläge gemacht, was jeder ganz persönlich tun kann. Die letzte Folge dieser Kolumne soll nun ein paar konkrete Beispiele für Aktionen zeigen – als Anregung und zur Ermutigung für eigene Ideen:

In vielen Städten veranstalten junge Menschen so genannte Globalisierte Stadtführungen: Mit der gemeinsamen „Besichtigung“ von H&M, McDonald’s und anderen Läden klären sie zum Beispiel Schulklassen vor Ort über ökologische und soziale Missstände in den Produktionsketten der großen Markenfirmen, aber auch über Alternativen wie den Fairen Handel auf. Sie informieren dort mitten im Geschäft über das, was nicht auf den Etiketten steht: Kinderarbeit, Niedrigstlöhne und andere Formen globaler Ausbeutung. In England gibt es eine Gruppe junger Menschen, die den Spaß noch weiter treibt: Sie pilgern in die großen Shoppingcenter und knien inbrünstig betend vor den dort angebotenen Markenartikeln nieder. Damit wollen sie auf satirische Weise öffentlich machen, wie sehr sich diese Einkaufstempel längst zu den Heiligtümern der modernen Konsumgesellschaft hochstilisiert haben.

Eine meiner Lieblingsaktionen fand statt, nachdem ich mit einer Gruppe Jugendlicher im Saarland einen Workshop gehalten hatte. Ich hatte ihnen von westafrikanischen Kindersklaven in der Kakaoernte für Firmen wie Kraft, Nestlé und andere erzählt. Die Kids waren stinksauer. Und sie wollten was tun. So entstand die Idee, KonsumentInnen über die Zustände in Afrika zu informieren. Wir kauften Klebeetiketten, auf die wir folgenden Text druckten: (weiterlesen…)



Salzburger Nachrichten: Hofnarr der Globalisierung

Konzernkritik. Der Salzburger Klaus Werner-Lobo übt profunde Kritik an Missständen der Globalisierung. Als Buchautor und Clown.

Von Helmut Kretzl, Salzburger Nachrichten vom 6.6.2009

Klaus Werner-Lobo zeigt im Buch „Uns gehört die Welt“ schonungslos die Praktiken von Großkonzernen auf. Kernaussage: Multis steigern ihre Gewinne dank Globalisierung in ungeahnte Höhen, während Demokratie, Umwelt und Menschenrechte auf der Strecke bleiben. Er zeigt, wie Konzerne mit autoritären Regimes zusammenarbeiten und welche Rolle Kinderarbeit spielt.

Hat Sie der Ausbruch der Krise überrascht?

Werner-Lobo: Von mir und meinen Freunden hat sich niemand gewundert, wir waren nur überrascht, dass sich alle darüber wundern. Das war noch lang nicht alles. Denn es gibt keine wie immer geartete Kehrtwende, der Shareholder-Value und die systematische Profitgier sind nach wie vor politischer Mainstream. Die Finanzkrise ist erst der Anfang einer großen Wirtschaftskrise, wenn wir nicht endlich einen radikalen Wechsel hin zu solidarischen und ökologischen Wirtschaftsformen schaffen.

Was ist schuld an der Krise?

Werner-Lobo: Dass die neoliberale Wirtschaftspolitik das Profitstreben und den Shareholder-Value als oberstes Wirtschaftsziel belohnt, also durch Deregulierung, Liberalisierung und Privatisierung den Anspruch aufgegeben hat, die Gesellschaften und die Umwelt vor egomanischen Partikularinteressen zu schützen. Das gilt ja weiterhin: Es gibt keine Anzeichen, dass etwa Steueroasen geschlossen, Vermögen und hohe Einkommen angemessen besteuert oder globale Arbeits-, Umwelt- und Menschenrechte gesetzlich geregelt würden.

Sind die beschlossenen Maßnahmen eine adäquate Antwort auf die Probleme?

Werner-Lobo: Nicht im geringsten. (weiterlesen…)



jetzt.de: Zum Beispiel Rinderzucht - Kühe, die subventionierten Klimakiller

jetztde Klaus Werner-Lobos Wirtschaftskolumne auf jetzt.de

Was haben Adidas, Aldi, BMW, Carrefour, Clarks, Gucci, Honda, IKEA, Lidl, Makro, Nike, Reebok und Timberland mit Kühen zu tun? Und was mit dem Klimawandel? Sie alle wurden diese Woche von Greenpeace beschuldigt, zu einem erheblichen Teil mitschuld an der Abholzung brasilianischer Regenwälder zu sein.

Der Grund: Sie alle profitieren in der einen oder anderen Form von der Viehzucht im Amazonasgebiet. Und die ist, so Greenpeace, einer der größten Klimakiller der Welt. Vor allem, weil dafür – meist illegal – Tropenwälder für Weideflächen gerodet werden. Bis vor kurzem war es vor allem McDonald’s, der als weltgrößter Fleischverbraucher zuerst wegen der Rinderzucht und später wegen der Futtermittelgewinnung für Rinder in Form von Sojaplantagen für die Abholzungen verantwortlich gemacht wurde. Durch öffentlichen Druck konnte Greenpeace die Fastfoodkette dazu zwingen, wenigstens in den ökologisch sensibelsten Gebieten auf Rodungen zu verzichten.

Aldi, Lidl und Makro hingegen verkaufen laut Greenpeace noch immer Fleisch von illegalen Farmen im Amazonasgebiet. Und der Rest der genannten Firmen profitiere vom Leder der dort gezüchteten Tiere, so die Umwelschützer in ihrem aktuellen Bericht Slaughtering the Amazon. Das werde nämlich zum Großteil nach China, Italien und Vietnam. Und dort lassen die großen Marken dann auch für den europäischen Markt produzieren. (weiterlesen…)



Greenpeace: Europäische Leder-Industrie profitiert von Urwaldzerstörung

via Greenpeace:

Unternehmen wie Adidas, Nike, Timberland, Clarks, Carrefour, Honda, Gucci oder IKEA profitieren von günstigem Leder aus Regionen in Brasilien, wo für extensive Rinderzucht der Urwald zerstört wird. Das ist das Ergebnis eines umfassenden Reports, den die Umweltorganisation Greenpeace zu Beginn der zweiwöchigen UN-Klimaverhandlungen in Bonn veröffentlicht hat.

So werden etwa achtzig Prozent der abgeholzten Urwaldfläche in Amazonien als Weideland für die Rinderzucht verwendet. Während das Rindfleisch überwiegend in Südamerika selbst konsumiert wird, exportiert man das Leder nach China, Italien und Vietnam. Und dort lassen die großen Schuhfirmen dann auch für den europäischen Markt produzieren.

“Wer den Urwald in Brasilien zerstört, schädigt das Klima auf der gesamten Welt“, ruft Greenpeace-Klimasprecher Niklas Schinerl in Erinnerung „Und gerade wir Europäer sollten uns die globalen Auswirkungen unseres oftmals unreflektierten Konsumverhaltens bewusst machen”, mahnt der Experte ein. “Ob beliebte Sportschuhe, unkomplizierte Fertiggerichte oder modische Handtaschen: Viele der großen Hersteller sind noch immer nicht bereit, Verantwortung in Sachen Klimaschutz zu übernehmen und damit auch der Urwaldzerstörung eine Absage zu erteilen“, kritisiert Schinerl.

Die Rinderzucht in Brasilien wächst rasant: In der vergangenen Dekade hat sich der brasilianische Rindfleisch-Export versechsfacht. Ermöglicht wird dieses Wachstum durch die geringen Kosten für Weideland, das durch die Abholzung und Brandrodung des Klima schützenden Urwaldes gewonnen wird. Schon jetzt ist Brasilien – nach China, den USA und Indonesien - der viertgrößte Treibhausgas-Emittent der Welt, und etwa drei Viertel aller brasilianischen Emissionen stammen aus der Zerstörung des Regenwaldes. Bis zum Sommer letzten Jahres wurden bereits 74 Millionen Hektar der Urwälder komplett vernichtet  - was fast einem Fünftel ihrer ursprünglichen Fläche entspricht.

Deshalb fordert Greenpeace die Industrienationen auf, einen internationalen Urwald-Fonds einzurichten, der Regenwald-Anrainern wie Brasilien ausreichend Geld für den Schutz ihrer Wälder und damit auch des globalen Klimas bietet. Insgesamt sollten die Industrieländer an die 120 Milliarden Euro jährlich für den Kampf gegen den Klimawandel bereit stellen, wobei allein dreißig Milliarden davon jedes Jahr für den Schutz der Regenwälder aufzubringen wären.



Salzburger Nachrichten: “Den Kindern die Welt!”

Von Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten vom 30.5.2009

H & M, Adidas, Aldi . . . Marie ist erschrocken, als sie lesen musste, dass diese großen Firmen und viele andere ihre Profite dank Kinderarbeit machen oder tolerieren, dass in den Zulieferbetrieben der Dritten Welt Hungerlöhne gezahlt werden. Max stimmt ihr zu und wirft der Politik vor, dass sie den großen Konzernen viel zu viel Macht zugesteht. Die Manager in den Konzernen drohten, in ein Billiglohnland abzuwandern, wenn die Mindestlöhne erhöht würden, und schon würden sich die Politiker ruhig verhalten. Außerdem stört ihn, dass sich Konzerne in Afrika oder Asien nicht um die Umwelt kümmern. Matthias kann nicht länger verdrängen, dass alle drei Sekunden ein Kind stirbt. Dagegen könnte man etwas unternehmen, wenn wir die Augen nicht deshalb schließen würden, weil wir gern unbehelligt lebten. Die sechs Jungkritiker, die das Buch „Uns gehört die Welt“ von Klaus Werner-Lobo (Hanser Verlag) gelesen haben, sind empört über den Zustand der Welt, den die Erwachsenen zu verantworten haben. Der Begriff „Globalisierung“ leuchtet Josef plötzlich ein: „Das bedeutet, dass an verschiedenen Orten der Welt ein Produkt zusammengestellt wird.“ Sinnvoll ist das nicht. „Unsere Tomaten werden in Holland gepflückt und in Marokko gewaschen“, schreibt Lobo, „unsere Jeans aus indischer Baumwolle werden in China genäht und von einer US-Firma verkauft.“

Max war lange Zeit beeindruckt von Bill Gates, weil er sich um die Gesundheit der Ärmsten sorgt. Jetzt denkt er anders. Gates verfügt über so viel Geld, wie die Einwohner der 50 ärmsten Länder zusammen in einem Jahr verdienen. Seine Stiftung förderte in Nigeria ein Impfprogramm gegen Kinderlähmung und Masern mit 167 Millionen Euro. Mit der gleichen Summe ist die Stiftung an Ölkonzernen beteiligt, die in Nigeria die Umwelt zerstören. Werner-Lobo: „Dieselben Kinder, die dank der Gates-Stiftung gegen Masern geimpft werden, erleiden dadurch schwerste Atemwegserkrankungen.“

Was können Kinder tun gegen die katastrophalen Zustände? Marie findet, dass man sich gegen die Mächtigen zusammenschließen muss. Es reiche nicht, wenn sich eine Klasse für fairen Handel stark mache, „viele Schulen müssen sich miteinander verbünden“. Magdalena traut den Menschen nicht. Sie glaubt, dass die Meisten viel zu träge sind, als dass sie ihr Einkaufsverhalten ändern würden: „Wir wissen, wo das Billabong-Zeug herkommt, aber es ist cool.“ Marie stimmt ihr zu: „Wir sind leider gewohnt, zu kaufen, was cool ist.“

Constantin ist sich sicher, dass Klaus Werner-Lobo ein wichtiges Buch geschrieben hat, dass möglichst viele Jugendliche lesen sollten. Aber Josef fürchtet, dass viele Jugendliche das Buch zwar verstehen würden, es aber nicht lesen wollen.

Die Jugendlichen haben begriffen, worauf es ankommt. Haben sie ihr Leben nach ihren Erkenntnissen ausgerichtet? Werfen wir einen Blick auf die Kleidung: Constantins T-Shirt stammte aus Pakistan, Maries Jacke aus Marokko, Maxens Hemd aus China und Josefs Pulli aus Bangladesh.

Jugendliche ab 13 oder 14 müssten das Buch verstehen, meinten die Jungkritiker. Hatten sie gar nichts einzuwenden gegen das Buch? „Ein Lexikon für schwierige Wörter im Anhang wäre sehr nützlich“, fand Marie. Es kann ja nicht erwartet werden, dass sich jugendliche Leser die Begriffe der Wirtschaft schon angeeignet haben.



jetzt.de: Zum Beispiel das gute Image der Konzerne - und wie leicht es leidet

jetztde Klaus Werner-Lobos Wirtschaftskolumne auf jetzt.de

Es war keine gute Woche für Shell: Ein US-amerikanisches Gericht will nun endlich die Mitschuld des Ölkonzerns am Tod des nigerianischen Menschenrechtsaktivisten Ken Saro-Wiwa prüfen. Egal wie der Prozess ausgeht: Er ist eine Gelegenheit, alle Welt an die schmutzigen Geschäfte mit korrupten Diktatoren zu erinnern. Auch Adidas trug diese Woche ein paar Imagekratzer davon. Das deutsche Unternehmen kam nicht nur wieder mal wegen ausbeuterischer Arbeitsverhältnisse in asiatischen Zulieferbetrieben ins Gerede, sondern ausgerechnet wegen einer Party in einer Nazi-Villa in Rio de Janeiro. Schön blöd.

Und auch IKEA kriegte dieser Tage ein Imageproblem. Deren Österreich-Sprecherin Barbara Riedl hat die Mailbox gestrichen voll. Und die Schnauze offenbar auch. „Ich kann mich vor E-Mails kaum erwehren. Wir kommen da völlig unschuldig zum Handkuss“, beschwert sie sich mir gegenüber am Telefon. Hunderte Protestmails haben ihr Postfach zum Überlaufen gebracht. Beschert haben ihr das die AktivistInnen der „Clean Clothes Kampagne“, die dann zu allem Überfluss noch bemängelten, dass Ikea nicht auf die Proteste reagiere – dabei hatten die doch selbst das Mailsystem lahmgelegt. (weiterlesen…)